Liegt herkömmlich die Auslastung der einzelnen Server bei zehn bis 15 Prozent, kann sie mit einer virtuellen Serverarchitektur auf über 60 Prozent erhöht werden. Einige Hersteller von Virtualisierungssoftware versprechen gar eine Hardwareauslastung von bis zu 80 Prozent. Möglich sind diese Effizienzsteigerungen, weil auf einer einzigen physischen Maschine parallel sehr viele virtuelle Server mit unterschiedlichen, ebenfalls virtuellen Betriebssystemen laufen können.
Dadurch wird die Leistungsfähigkeit moderner Serverhardware sehr effizient genutzt, zumal die Prozessor- und Speicherkapazitäten dynamisch und bedarfsgerecht zugeordnet werden. Das sorgt für eine bessere Lastverteilung und beschleunigt Datenbankanfragen und Datenträgeroperationen (Input/Output) um ein Vielfaches. Ein zusätzlicher Vorzug einer virtuellen Serverumgebung ist, dass es weniger Treiberprobleme mit der Hardware gibt, weil diese ebenfalls virtuell betrieben und verteilt wird.
Neue virtuelle logische Server lassen sich außerdem wesentlich einfacher und schneller aufbauen, konfigurieren und obendrein komfortabler verwalten als physische Maschinen. Das macht sich z.B. positiv bei einem SAP-Release-Wechsel bemerkbar. Wird im Rahmen eines ERP-Upgrades eine virtuelle Maschine eingerichtet und darauf eine von der produktiven ERP-Lösung erstellte Kopie getestet, läuft der Systembetrieb ohne Unterbrechung weiter. Die sonst beim Testmanagement üblichen Ausfallzeiten des Produktivsystems entfallen.
In einer virtuellen Serverarchitektur lassen sich die einzelnen Module einer SAP-ERP-Installation außerdem gekapselt und somit unabhängig voneinander auf jeweils eigene virtuelle Betriebssysteminstanzen verteilen und somit einfacher administrieren. Das erhöht die Stabilität und Leistungsfähigkeit der Businessanwendungen und minimiert so geschäftliche Risiken.
Nicht zuletzt zeichnet virtuelle Server eine hohe Verfügbarkeit aus. Je nach Konfiguration lassen sich aktive virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb von einem physikalischen Server auf einen anderen verschieben und somit Wartungs- und Reparaturarbeiten oder Upgrades an der Hardware ohne Unterbrechung im Systembetrieb durchführen.
Wer IBM i einsetzt, kann die „Live Partition Mobility“-Funktion von PowerVM bisher nicht nutzen. Bis dies möglich sein wird, sollen sich IBM-i-Betriebssysteme in einem Zwischenschritt in einer Art „Suspend Mode“ verschieben lassen. Neben PowerVM gibt es eine Reihe weiterer Lösungen zur Servervirtualisierung von unterschiedlichen Herstellern. Dazu zählen etwa Vmware mit vSphere oder Microsoft mit Hyper-V, Oracle mit Virtual Box (früher Sun) oder im Linux-Umfeld die Open-Source-Software Xen.
Da SAP alle genannten Technologien unterstützt, beschäftigen sich auch die Experten von Basycs damit. Das stellt sicher, dass für Kunden – unabhängig von den jeweiligen technischen Plattformen – eine maßgeschneiderte und auf die Anforderungen abgestimmte virtuelle Serverarchitektur aufgebaut wird.
Die Virtualisierungsanbieter verfolgen unterschiedliche technische Ansätze. So installiert Vmware unter Intel einen Teil des Hauptprozessors (CPU) als Basisbetriebssystem, das dann die virtuelle Hardware bereitstellt. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die Prozessorleistung beeinträchtigt wird.
Bei IBM übernimmt die Firmware „Hypervisor“ die Virtualisierung der Server und deren Organisation. Der Hypervisor teilt die Hardware automatisch ein und stellt dem Betriebssystem Teile davon in einer logischen Partition (LPAR) zur Verfügung. Da hierbei keine Last auf dem Kernprozessor liegt, kann dieser bis zu
95 Prozent ausgelastet werden. Ob dabei die richtigen Einstellungen vorgenommen wurden, lässt sich – außer mit dem IBM Systems Director – auch mit einer Lösung wie der Power Console von Basycs darstellen. Sie bietet zusätzlich die Möglichkeit, Daten des Hypervisors direkt in Excel zu exportieren, wodurch sich Auswertungen sehr einfach erstellen lassen.
IT-Leiter, die eine virtuelle Serverarchitektur aufbauen, schöpfen aber nicht nur die Leistungspotentiale vorhandener Maschinen besser aus, sie kommen im Rechenzentrum auch mit deutlich weniger physikalischen Servern aus. Zudem werden weniger Netzwerkkabel, Datenspeicher, Wartungsressourcen und Stellfläche benötigt. Das führt in der Summe zu schlankeren IT-Infrastrukturen und fördert den Aufbau kompakter und kostengünstiger Rechenzentren. Und auch der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 sinkt.
Virtualisierung findet aber nicht nur im Serverumfeld statt. Durch das überproportional hohe Datenwachstum gewinnt auch Storage-Virtualisierung an Bedeutung, zumal im Mittelstand heute schon Datenbankinstallationen im Terabyte-Bereich fast alltäglich sind.
Firmen, die virtuelle IBM-Server einsetzen, können im Verbund mit IBM-Speichern eine virtuelle und zugleich redundante Speicherlandschaft aufbauen, die für hohe Ausfallsicherheit sorgt. Diese Investitionen rechnen sich, denn damit ist eine Aufwertung des Unternehmens im Hinblick auf die aus Basel II resultierenden Bankenanforderungen für die Kreditvergabe verbunden.
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