Im Windschatten von SAP: Lars Landwehrkamp, Vorstandssprecher All for One Steeb
„Innerhalb von nur vier Jahren haben wir unseren Umsatz mehr als verdoppelt und sind zur neuen Nummer 1 im deutschsprachigen SAP Mittelstandsmarkt aufgestiegen“, kommentiert Lars Landwehrkamp, Vorstandssprecher der All for One Steeb AG, die Bilanz. „Mit der erfolgreichen Integration von Steeb wollen wir im Windschatten von SAP auch weiterhin kräftig wachsen, sofern uns die Konjunktur keinen Strich durch die Rechnung macht. Neue Themen wie Geschäftsdatenanalyse, Hana, mobile Lösungen oder Software on Demand erweitern zudem unsere strategischen Optionen“.
Alle drei Säulen des Geschäftsmodells –Outsourcing-Services (einschließlich Softwarewartung), Consulting und SAP-Lizenzen – verzeichneten dank der Steeb-Übernahme starke Zuwächse. Der Umsatz mit Outsourcing stieg um 96 Prozent auf 69,7 Mio. Euro, macht also mittlerweile fast die Hälfte (46 Prozent) des Gesamtumsatzes aus. Der Anstieg bei den SAP-Lizenzen betrug 90 Prozent auf 26,5 Mio. Euro, beim Consulting wurde ein Plus von 44 Prozent auf 53,8 Mio. Euro erzielt.
Das Konzernergebnis 2011/12 ging von 7,3 Mio. Euro auf 4,2 Mio Euro zurück. Das EBIT konnte um 26 Prozent auf 6,0 Mio. Euro (2010/11: 4,7 Mio. Euro) gesteigert werden und enthält transaktions- und integrationsbedingte Einmalkosten in Höhe von 2,9 Mio. Euro aus dem Einbezug von Steeb. Die EBIT-Marge betrug damit 4 Prozent (2010/11: 5 Prozent). Zum 30. September 2011 zählte All for One noch 477 Mitarbeiter, ein Jahr später bereits 712. Trotz der Integration von Steeb wurde auch weiterhin kräftig eingestellt; über 70 Mitarbeiter sind im allein 2011/12 neu dazu gestoßen.
Bekannt wurde heute mit dem Geschäftsbericht auch der Kaufpreis, den All for One für Steeb gezahlt hat: 38,8 Mio. Euro. Nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel beträgt der effektive Kaufpreis demnach 22,4 Mio. Euro. Die Einmalkosten der Steeb-Integration sind mit 2,9 Mio. Euro bilanziert. Finanziert wurde die Transaktion über ein Darlehen in Höhe von 32 Mio. Euro sowie durch liquide Mittel des Unternehmens. Die Konzernbilanz zum 30. September weist eine Eigenkapitalquote von 35 Prozent aus, gegenüber 59 Prozent im Jahr zuvor. Aus einer Nettoliquidität von 12,6 Mio. Euro zum 30. September 2011 wurde eine Nettoverschuldung von 12,3 Mio. Euro.
War der Umsatz von All for One im Geschäftsjahr 2010/11 um 14 Prozent auf 90,2 Mio. Euro gewachsen, soll es jetzt ein organisches Umsatzplus um etwa 20 Prozent (auf dann etwa 108 Mio. Euro) gegeben haben. Das hieße für die Entwicklung von Steeb, zu der in der heutigen Presseinformation keine Angaben gemacht wurden, dass der Umsatz auf 45 Mio. Euro geschrumpft wäre. Allerdings ist hier der Vergleich schwierig, da bei Steeb einige SAP-interne Geschäfte weggefallen sind und zudem nur zehn Monate konsolidiert werden konnten.
Bekannt wurde durch den Geschäftsbericht auch, dass Steeb im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. November 2011 Umsätze von 59,5 Mio. Euro erzielt hat. Das war nach einigen schwierigen Jahren nicht schlecht, denn im gesamten Jahr 2010 standen mit etwa 1.000 Kunden und 190 Mitarbeitern rund 61 Mio. Euro Umsatz zu Buche.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr nennt der Geschäftsbericht noch weitere Details zur Entwicklung der ehemaligen Steeb nach der Integration: Bis zur Eintragung der rückwirkenden Verschmelzung ins Handelsregister im Juli 2012 seien auf Steeb 31,1 Mio. Euro sowie ein Ergebnisbeitrag nach Ertragsteuern in Höhe von minus 0,1 Mio. Euro entfallen. Darin enthalten sind Abschreibungen auf mit Steeb erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sowie weitere, aus der Kaufpreisallokation resultierende Effekte in Höhe von insgesamt minus 0,8 Mio. Euro. Wäre die Erstkonsolidierung von Steeb zu Beginn des Geschäftsjahres 2011/12 erfolgt, so ergäbe sich bis Juli 2012 ein Pro-Forma-Umsatz von 120,2 Mio. Euro.
Auch für das laufende Geschäftsjahr lässt Firmenchef Lars Landwehrkamp Vorsicht walten. Jedenfalls stockte er die Prognose nur von 160 Mio. auf 170 Mio. Euro auf – trotz der Akquisition des Lübecker SAP-Partners „Open Systems Consulting“ (OSC), der mit insgesamt rund 80 Mitarbeitern zuletzt rund 8 Mio. Euro Jahresumsatz erzielte.
Bildquelle: All for One Steeb AG
Presseinformation: Konzernabschluss bestätigt starke Zahlen zum Geschäftsjahr 2011/12
Der vollständige Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2011/12