Harald Kleutgens, Director New Technologies & Tools bei Veda
Die gute Nachricht vorweg: Software modernisiert man leichter als ein Gebäude. Dennoch: Das Ergebnis wird nie so modern sein wie eine Neuentwicklung und kostet trotzdem Geld. Auf der anderen Seite bewahrt eine Modernisierung die individuellen Kernprozesse eines Unternehmens, während sich mit einer neu entwickelten Anwendung die über Jahre an den Bedarf angepassten Funktionen schwerlich in gleicher Qualität abbilden lassen.
Bei all diesem Pro und Contra bleibt die Projektunsicherheit, denn Aufwand und Nutzen einer Modernisierung hängen stark vom eingesetzten Werkzeug und der Erfahrung des Projektteams ab und sind damit schwierig einzuschätzen. Es ist also nicht verwunderlich, dass noch viele veraltete Programme im Einsatz sind. Es gibt ja schließlich immer „dringendere“ Projekte, mit denen sich eine Entscheidung pro Modernisierung oder pro Neuentwicklung herauszögern lässt. Dabei übersehen die Zögerer einen wesentlichen Faktor: Nichtstun verbrennt täglich ihr Geld!
Alte Software verursacht bei notwendigen Anpassungen deutlich höhere Kosten. Die Integration und Anpassung an zeitgemäße Benutzerschnittstellen ist teuer. Die fehlende, bzw. schwindende Akzeptanz bei den Benutzern kostet „Nerven“ und damit Mitarbeiterzufriedenheit. Oft ist die Bedienung so „speziell“, dass sie effektives Arbeiten unmöglich macht. Zu bedenken ist auch die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter: Wäre es nicht schön, wenn diese mit einer modernen Oberfläche sofort „einsteigen“ könnten? Aber auch für erfahrene Benutzer bringen durchdachte Modernisierungen eine Verbesserung der Bedienbarkeit und damit echte Arbeitserleichterung.
Eine technisch ausgereifte Modernisierung öffnet Wege für die Zukunft. Ging es in den Anfängen der Modernisierungslösungen für IBM-i-Anwendungen nur um die Erzeugung zeitgemäßer Oberflächen, sind mittlerweile Werkzeuge verfügbar, die Bestandsanwendungen grundlegend in die neue Welt transferieren. Prozessorientierung, ein Plattformwechsel oder ein Wechsel der Programmiersprache – was im einzelnen sinnvoll ist, bestimmt maßgeblich der aktuelle und (vor allem) der zukünftige Bedarf. Schnellschüsse sind in diesen Dimensionen wenig angebracht, aber Stillstand ist definitiv keine zukunftsorientierte Lösung.
Bildquelle: Veda