Opentext auf Power7-Servern hilft SAP-Kunden sparen

Tests zeigen Bestwerte bei Archivierung

Aktuelle Skalierungs-Tests im IBM Innovation Center in Ehningen belegen: Typische Anwenderszenarien für Archivierung und Lifecycle Management von SAP-Belegen mit Opentext auf Power7-Server sparen bares Geld. Zum Einsatz kam dabei allerdings nicht IBM i, sondern AIX 7.1.

Der Ort des Archivierungs-Benchmarks, das IBM Innovation Center (IIC),befindet sich in der neuen IBM-Zentrale in Ehningen

Das Durchsatzlimit während der Tests war die Bandbreite des verwendeten 1 Gbit/s-Netzes. Weitere Ergebnisse: Werden Tapes nicht nur für Backup, sondern auch für die Langzeitarchivierung verwendet, sinken die Kosten dafür um bis zu 90 Prozent. Setzen Kunden auch beim Lifecycle Management ihrer SAP-Dokumente auf die Software von Opentext, können sie die Zahl der Archivserver reduzieren. Grund sind die hohen Opentext-Durchsatzraten beim Schreiben und Lesen von SAP-Belegen - und das bei durchgehend verschlüsselter Datenübertragung.

Bei der reinen Archivierung von SAP-Belegen auf Festplatte wurde ein Durchsatz von 1,8 Mio. Dokumenten pro Stunde auf den Power-Systemen erreicht. Die Dokumentengröße lag dabei bei 20 Kilobyte. Bei 500 Kilobyte großen Dokumenten wurden rund 800.000 Dokumente pro Stunde archiviert, wobei hier das 1 Gbit/s-Netz praktisch ausgelastet war. „Wenn wir davon ausgehen, dass SAP-Belege eine durchschnittliche Größe von 100 bis 250 Kilobyte aufweisen, dann können die Anwender mit deutlich über einer Million archivierter Dokumente pro Stunde rechnen“, erklärt Franz Pauthner, Vice President Product Management bei Opentext. „Das bedeutet, dass Unternehmen am Tag 10 bis 15 Mio. SAP-Belege archivieren können. Das reicht dann auch für ganz große Firmen, selbst wenn die Archivierungssysteme am Tag nicht mehr als zehn Stunden lang ununterbrochen genutzt werden. Selbstverständlich liegt dieser Wert beim reinen Lesen von Speichersystemen auf Festplattenbasis deutlich höher.“

Auch bei hohen Anzahlen von Dokumenten wie Rechnungen, deren gesamter Lebenslauf verwaltet wird (weil Aufbewahrungsfristen und -regeln zu beachten sind), wurden sehr hohe Werte ermittelt. Wurden archivierte Rechnungen mit Opentext Records Management einem Lifecycle Management unterworfen, so lassen sich damit rund 650.000 Stück pro Stunde oder zwischen 6 und 7 Mio. pro Tag (entspricht 10 Stunden Dauerbetrieb) verarbeiten. Erfolgen Archivierung und Belegung mit Aufbewahrungsfristen und -regeln gleichzeitig, können pro Tag bei zehnstündigem Dauerbetrieb mit einem System rund 4 Mio. Rechnungen in so genannte Records umgewandelt und archiviert werden.

Typische Anwendungsszenarien für so große Dokumentenmengen finden sich etwa in der Telekommunikationsbranche. Dort werden Millionen von Monatsrechnungen verschickt, die bereits am nächsten Tag den Mitarbeitern des Call Centers zur Verfügung stehen sollten, damit diese eingehende Kundennachfragen beantworten können. Die hohe Performance beim Lesen der archivierten Dokumente ist ferner für Endkundenszenarien im Bankwesen entscheidend. Dort stehen immer mehr Services im Rahmen des Online-Bankings bereit, so dass die Kunden auch auf immer mehr Dokumente zugreifen. 400.000 gleichzeitige Online-Sitzungen mit entsprechenden Zugriffszahlen auf Belege sind hier keine Seltenheit mehr. Aber auch in Fällen, in denen die Dokumente sehr groß sind, wie zum Beispiel in der Pharmaindustrie, kommt es auf die Leistung der Archivierungssysteme an.

„Selbst bei durchschnittlich 5 Megabyte großen Dokumenten können hier in einem 10 Gbit/s-Netz deutlich über 100.000 pro Stunde, also über eine Million am Tag bei 10 Stunden Archivierungsbetrieb erreicht werden“, ergänzt Pauthner. „Generell gilt: Bei einem hohen Dokumentenaufkommen sollten die Kunden ein 10 Gbit/s-Netz einrichten.“

Darüber hinaus ist es mit Opentext möglich, vorhandene Tape-Infrastrukturen, die von IBM Tivoli Storage Manager (TSM) verwaltet werden, zusätzlich zum Backup auch für die Langzeitarchivierung zu verwenden. Da im Zeitverlauf die Anzahl der Zugriffe auf archivierte Dokumente sich deutlich verringert, liegt es nahe, die archivierten Dokumente nach einer bestimmten Frist, zum Beispiel nach zwei Jahren, auf Tapes auszulagern.

Um auch danach akzeptable Zugriffszeiten zu garantieren - die limitierenden Faktoren sind in Tape-Infrastrukturen nicht die Zahl oder Größe der Dokumente, sondern die Robotik und die Abnutzung der Bänder - wurde die Opentext-Lösung für dieses Szenario optimiert. Die Zugriffsanfragen der Anwender werden dabei so sortiert, dass die Anzahl der Bandwechsel sowie die Spulzeiten innerhalb der Bänder minimiert werden.

Dadurch konnten im Testszenario pro Stunde und Bandlaufwerk beim Zugriff über TSM zwischen 2.000 und 2.400 Dokumente ausgelesen werden, wobei dieses Ergebnis über die Zahl der vorhandenen Bandlaufwerke skaliert. Die ausgelesenen Dokumente werden im Cache auf dem Archivserver für einen bestimmten Zeitraum vorgehalten und abhängig von der Cache-Größe im Zeitverlauf wieder aus dem Zwischenspeicher verdrängt.

Für Patrick Barnert, Vice President SAP Solutions Group bei Opentext, ist nicht mehr die Technik der limitierende Faktor, sondern das Recht. Viele Kunden könnten rein technisch gesehen die Zahl der Archivserver auf zwei senken; Leistung und Ausfallsicherheit seien damit ausreichend garantiert. „Allerdings schreiben viele nationale Rechtssysteme vor, dass die Daten und Dokumente in ihrem Ursprungsland archiviert werden müssen, so dass die Konsolidierungsgrenze von den Rechtssystemen gesetzt wird“, weiß Barnert. „Die Ersparnisse sind aber dennoch enorm."

In der Testumgebung des IBM Innovation Centers wurden für das Lifecycle Management Opentexts Enterprise Library Services (ELS) in der Version 10.2.1 getestet, als Basis der Opentext Extended ECM for SAP Solutions 10.0. Für die Archivierung kam als Backend dafür der Opentext Archive Server in der Version 10.1.1 zum Einsatz. Getestet wurde auf zwei mittelgroßen Power7-Modellen p750, deren zwei und vier 8-Kernprozessoren mit 3,3 GHz getaktet waren. Für die beschriebenen Durchsatzzahlen wurden aus dem Ressourcenpool für den ELS-Server und den Archivserver eine LPAR mit jeweils vier Power7-Kernen benötigt, die LPAR des Datenbankservers hatte 24 Cores (3 Power7 CPUs). Damit wurde nur die Hälfte der insgesamt zur Verfügung stehenden CPU-Ressourcen in dem Test benötigt.

Die Anbindung an den Archivserver erfolgte über ein1 Gbit/s-Netz, das Betriebssystem für Enterprise Library Services, Archivserver und Datenbank war jeweils AIX 7.1. Die Größe des Arbeitsspeichers lag bei maximal 32 GB für ELS und Archivserver sowie maximal 64 GB für die Datenbank. Als Bandbibliothek wurde das Midrange-System IBM TS 3200 mit zwei LTO3-Bandlaufwerken genutzt, während als Plattenspeicher das System IBM DS5100 mit 6 Solid State Disks und 48 Hard Drives zum Einsatz kam.

www.opentext.de

www.ibm.de

Das IBM Innovation Center Ehningen

Bildquelle: IBM

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok