Infor-CEO Charles Phillips sieht das Unternehmen klar auf Kurs zu langfristigem Wachstum und nachhaltiger Finanzstärke
Beim Abschluss des Mergers des drittgrößten ERP-Herstellers (nach SAP und Oracle) ging es vor allem um die Tilgung der Schulden von Lawson, bisher als Tochter des bereits 2009 erworbenen Infor-Unternehmens Softbrands geführt. Diese Umschuldung haben die beiden Beteiligungsgesellschaften Golden Gate Capital und Summit Partners, denen Infor gehört, jetzt geregelt. Warum es so lange gedauert hat, bleibt unklar.
Klar ist, wie Lawson seine Schulden refinanzieren soll: Das jetzt als Teil einer neuen GGC-Holding namens Combo Co mit Sitz in der Steueroase Cayman-Inseln geführte Unternehmen hat für knapp 1,3 Mrd. neue Schuldverschreibungen angeboten, für 9 bzw. 10 Prozent Zinsen und Fälligkeit im Jahr 2019. Unklar ist, wie viele neue Schuldverschreibungen verkauft werden konnten. In Combo Co übernimmt als neue Holding die bisherigen Infor-, Softbrands- und Lawson-Anteile auf.
Parallel zu Lawson hat aber auch Infor seine Schulden günstiger refinanziert und gleichzeitig um 600 Mio. Dollar gedrückt. Insgesamt belief sich der Schuldenstand nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg vor der jetzigen Refinanzierung auf 3,5 Mrd. Dollar; wie hoch die Schulden aktuell sind, wird aus den Angaben nicht deutlich.
Nur soviel wurde gesagt: Insgesamt hat Infor in den letzten zwölf Monaten über 1 Mrd. Dollar frisches Kapital erhalten, inklusive der Finanzspritzen Golden Gate Capital und Summit Partners, für die Infor-CEO Charles Phillips sich in einer Pressemitteilung am 5. April bedankte. Darin ist auch von 2,8 Mrd. Dollar Jahresumsatz von Infor und einer Bruttomarge von 28 Prozent die Rede. Phillips sieht das Unternehmen klar auf Kurs zu langfristigem Wachstum und nachhaltiger Finanzstärke
In den letzten fünf Quartalen ist es Infor demnach gelungen, mehr als 2.000 neue Kunden zu überzeugen und den Lizenzumsatz um 15 Prozent zu steigern. Rund 500 alte Kunden hätten nach einer Pause wieder einen Wartungsvertrag abgeschlossen, heißt es weiter. Alles gute Nachrichten, die vielleicht auch schon mit Blick auf einen zweiten Anlauf für den seinerzeit abgesagten Börsengang in die Welt gesetzt wurden.
Bildquelle: Infor