Der Leiter Informationssysteme bei der PCK Raffinerie legte in seinem Vortrag unterstützt von seiner Kollegin Renate Opitz, zwei Dinge dar: Erstens, was BPM für ein mittelständisches Unternehmen heißt. Und wie sich zweitens trotz kleinerer Hakeleien im Projektverlauf die BPM-Software der IBM als mittelstandstauglich erweist.
Das in Schwedt an der Oder beheimatete Unternehmen PCK musste in einer Hauruckaktion eine Alternative zur vorhandenen Workflow-Lösung finden. In der bestehenden Form ließ sich diese nicht unter Office 2010 (Outlook) einsetzen. Eine Anpassung hätte umfangreiche Projektleistungen nach sich gezogen. Diesen Schritt wollte man nicht wagen, da die Software sich in Europa nicht durchgesetzt hatte. „Wir suchten eine Lösung, die zu einem mittelständischen Unternehmen passt – bezahlbar, beherrschbar und flexibel“, betonte IT-Manager Rick. Ein weiteres Kriterium für die neue Workflow-Plattform war eine große Zukunftssicherheit. Eine weitreichende Verbreitung und der Support in Deutschland sollten gewährleisten, dass ausreichend Partner für Entwicklung und Betreuung zur Verfügung stehen. Während der Marktanalyse wurde dem PCK-Team deutlich, dass im Grunde eine flexible „BPM-Light-Suite“ benötigt wird. Fündig wurde man letztlich bei der großen IBM, die spät, aber nicht zu spät ihre BPM-Software Lombardi vorstellte. In einer bezahlten Pilotphase konnte sich Big Blue gegen einen Konkurrenten durchsetzen – auch wegen der Berater.
Innerhalb von 15 Wochen wurden dann Ende vergangenen Jahres zwölf zum Teil sehr komplexe Prozesse in der neuen Software abgebildet. Einen Schwerpunkt in der Implementierung bildete die intuitive Bedienbarkeit der Prozesse, um die Akzeptanz bei den Gelegenheitsnutzern sicherzustellen. In der Tat wirkt das aktuelle Design deutlich angenehmer als das eher altbacken anmutende Antlitz der früheren Software. Die aktuell stattfindende Migration („sehr komplex“) auf die neue Version 8 von Lombardi soll für einen zusätzlichen Schub Richtung intuitive Bedienung sorgen. Letztendlich sieht Rick mit der BPM-Software von IBM alle Anforderungen der PCK erfüllt. Wie eingangs deutlich wurde, hofft er, dass es auch dabei bleibt und die Suite nicht zu komplex wird.
Aufräumarbeiten im Portfolio
In Bezug auf die künftige Gestaltung des BPM-Portfolios stehen die Punkte einfache Bedienung und Konsolidierung ganz oben auf der Agenda, erklärte David Millen dann auch im Gespräch mit DV-Dialog. Der oberste Manager für BPM und ODM (Operational Decision Management) bei IBM hatte zum Auftakt des Symposiums die Ergebnisse der Aufräumarbeiten der vergangenen Monate dargestellt: Das durch Zukäufe stark angeschwollene Portfolio an Tools für Prozessmanagement und operative Entscheidungsfindung ist mit dem Release 8 in vier Hauptproduktlinien zusammengeführt worden: Business Process Manager, Business Monitor und Blueworks Live sowie ODM.
Mit diesem rundum überarbeiteten Produktportfolio will IBM seinen Kunden helfen, sich im rauen Wettbewerb zu behaupten. Schließlich ist mit der Prozess-Management-Thematik die Vorstellung verknüpft, dass ein Unternehmen schnell und flexibel auf das Marktgeschehen reagieren kann. Umgekehrt können Fehler in Prozessen den Fortbestand gefährden. Die US-Markforschungsfirma Gartner rechnet beispielsweise damit, dass bis 2014 zehn der 2.000 größten Konzerne weltweit aufgrund übersehener, gleichwohl aber eigentlich leicht identifizierbarer Prozessfehler ins Wanken kommen werden.
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