09.08.2017 Details zur Partnerschaft von IBM mit Help Systems

Verstärkung für die Produktentwicklung

Von: Berthold Wesseler

Am 1. August verkündete das amerikanische Softwarehaus Help Systems eine weitreichende Partnerschaft mit IBM bei bei drei Produktfamilien für die Plattform IBM i sowie die Suite „Rational Developer for AIX and Linux“ (RDAL). Bei den IBM-i-Produkten handelt es sich um die Datensicherung mit der Tool-Suite „Backup, Recovery and Media Services“ (BRMS), PowerHA SystemMirror for i und Rational Developer for i. Dabei geht es um weit mehr als nur eine Vertriebs- und Marketingkooperation, denn Help Systems unterstützt außerdem das Team der IBM-Entwickler in Rochester.

Das Ziel: IBM-i-Produkte verbessern und zudem die Markteinführung neuer Features oder Produkterweiterungen beschleunigen

Das Ziel: IBM-i-Produkte verbessern und zudem die Markteinführung neuer Features oder Produkterweiterungen beschleunigen

In der ursprünglichen Pressemitteilung ist die Art Partnerschaft – wie berichtet – noch sehr allgemein beschrieben: „Through this collaboration, HelpSystems will accelerate enhancements and marketing for IBM i products, including Backup, Recovery and Media Services (BRMS) on i, PowerHA SystemMirror for i and Rational Developer for i. HelpSystems will also enhance the development of Rational Developer for AIX and Linux (RDAL). IBM will continue to integrate and deliver these strategic products into the IBM i operating system, and HelpSystems will enhance the offerings based on IBM's strategy and industry feedback.“

Strategische Partnerschaft - kein Outsourcing

Grund genug für DV-Dialog, bei den beiden Herstellern nachzufragen, ob es sich um ein Outsourcing (von Teilen) der Produktentwicklung handelt. „Dieser Vertrag ist auf die Entwicklung fokussiert, aber ich würde den Begriff ‚Outsourcing‘ dafür nicht verwenden“, erklärte daraufhin IBM-Sprecherin Betsy Rizzo. Sie erläuterte zunächst den grundsätzlichen IBM-Ansatz hinter solchen „strategischen Partnerschaften“.

Dabei handelt es sich laut Rizzo um „sehr kooperative Vereinbarungen“, die ganz gezielt bestimmte Produkte verbessern und zudem die Markteinführung neuer Features oder Produkterweiterungen beschleunigen  sollen. „Diese neue Partnerschaft wird zu einem erhöhten  R&D-Investment speziell für die vier genannten IBM-Produkte führen“, betonte Rizzo. Das sei eine großartige News für diese vier Produkte und die Plattform IBM i insgesamt.

Auch Mike Devine, Vice President Marketing bei Help Systems, spricht von einer „großartigen“ Entwicklungs-Kooperation. Sie sei keineswegs auf die USA begrenzt, sondern habe einen globalen Ansatz. Auch er spricht von einer beschleunigten und verbesserten Weiterentwicklung der vier Produkte, weil beide Unternehmen „sehr eng bei Planung und Umsetzung der Produkt-Roadmaps zusammenarbeiten werden“.

Keine Einstellung oder Verschmelzung von Produkten geplant

Es sei weder eine Einstellung noch eine Verschmelzung von Produkten geplant, auch wenn IBM und Help Systems durchaus konkurrierende Tools anbieten, betont Devine. „This is good news for all our products and our commitment to the IBM i platform“, so Devine. „In the case of Robot HA, there are scenarios where it makes sense to have both hardware replication and software replication in the same environment. In fact, we will look to integrate the two products to make it easier for customers. As for Robot Save, our plan is to share technology between BRMS and Robot Save and advance both products for customers.“

Beide Unternehmen werden beim Service für die vier Produkte zusammenarbeiten, mit klarer Aufgabenverteilung. IBM wird sowohl den Direkt- als auch den Partnervertrieb wie gewohnt weiterführen und Level1- und Level2-Support dafür anbieten. Help Systems wird den Level3-Support übernehmen. „Kunden werden hier kaum eine Veränderung bemerken“, sagt Marketing-Manager Devine.

Auch bei der Software-Entwicklungsumgebung RDi verspricht Devine rasche Fortschritte, weil man in die Roadmap die eigenen Erfahrungen aus Produkten wie Abstract, Easy View oder Sequel einbringen werde. „Wir haben viele User, die Software-Entwickler sind“, sagt Devine. „Gemeinsam mit IBM werden wir für RDi die überzeugendste Produkt-Roadmap erarbeiten die genau die Erweiterungen liefern, die der Markt braucht.“

Die Entwicklung beschleunigen

Um die Entwicklung zu beschleunigen, sind bereits einige Mitarbeiter von IBM zu  Help Systems gewechselt. Beispielsweise wird Debbie Saugen, die langjährige Chefin der BRMS-Entwicklung in Rochester, als Direktorin des Bereiches „Business Continuity Services“ die Produktentwicklung im Bereich Backup und Hochverfügbarkeit leiten.

„The IBM i team is excited about the new partnership with Help Systems and consider Help Systems a great extension to the IBM development team“, erklärte Rizzo die Aufgabenteilung. „IBM will lead the deep integration part of the development while Help Systems develops the product enhancements that the customers will interface with. Both companies have an extensive knowledge transfer process mapped out to ensure development gets off on the right foot.“

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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