07.07.2017 Clearlake verkauft den Hochverfügbarkeitsspezialisten an Centerbridge

Vision schluckt Enforcive und wird zu Syncsort

Am 5. Juli meldete Vision Solutions den Abschluss der Übernahme der israelischen Sicherheitsfirma Enforcive Systems (früher Bsafe) – und baut damit das Software-Angebot für die Plattform IBM i weiter aus. Allerdings ist diese Übernahme die letzte Amtshandlung in der Ägide des bisherigen Eigentümers Clearlake Capital Group, der gestern die Aktienmehrheit seiner beiden Softwarehäuser Syncsort und Vision Solutions für 1,26 Mrd. Dollar an die Investmentgesellschaft Centerbridge Partners verkauft hat. Vor dem Abschluss der Transaktion im Herbst will Clearlake beide Firmen unter dem Namen Syncsort verschmelzen – und auch eine Minderheitsbeteilung am fusionierten Unternehmen behalten.

Das neue Unternehmen wird von Syncsort-CEO Josh Rogers geführt; die Firmenzentrale wird sich in Pearl River (New York) befinden. Vision-CEO Nicolaas Vlok, der seit der Itera-Übernahme die Firmenleitung inne hat, soll nach dem Willen der neuen Eigentümer ein „Berater“ des neuen Unternehmens werden. Das soll nicht mehr nur IBM Power-Systeme, sondern „Big Iron für Big Data“ unterstützen.

„Big Iron für Big Data“

Clearlake hatte Syncsort 2015 und Vision im Sommer 2016 erworben. Zu Jahresbeginn wurde der Vision-Geschäftsbereich Double Take an Carbonite verkauft; für Syncsort hatte man im Verlaufe des letzten Jahres den Datenqualitäts-Experten Trillium Software und den Performance-Optimierer Cogito zugekauft. Angaben zu Umsatz, Mitarbeiterzahl oder Kunden der beiden Unternehmen wurden nicht gemacht.

Vorteile für die neue Syncsort erwartet CEO Josh Rogers vor allem durch die „dramatisch erweiterte globale Präsenz“ und das deutlich erweiterte Produktangebot; allerdings ist Syncsort auf IBM-Mainframes und Vision Solutions auf Systemsoftware für Power i und AIX fokussiert. Ob sich daran etwas ändert, wurde noch nicht kommuniziert. Nur soviel von Centerbridge-Manager Jared Hendricks: „We see a great opportunity to bring together Syncsort and Vision to create a global Big Iron to Big Data platform that addresses critical business requirements for leading enterprises across all major industries!”

Breite Basis bei Power i

„Vision’s trusted industry leadership and broad footprint in IBM Power Systems is a logical extension of our strategy, and will greatly enhance our already highly differentiated value proposition”, wird Rogers in der Presseinformation zitiert. „Our customers will now benefit from Vision’s trusted high availability, disaster recovery and security brands, global distribution and award-winning customer service and support.“ Und Vlok ergänzt: „The combination with Syncsort is a great strategic fit. Vision’s unique IBM Power Systems solutions, expertise and talent are highly complementary and greatly extend Syncsort’s already impressive industry leadership in Big Iron to Big Data solutions. Furthermore, customers and partners will benefit from a much broader set of solutions.”

IT-Security künftig auch von Syncsort

Zuvor hat Vision am 5. Juli die im Juni avisierte Akquisition von Enforcive Systems abgeschlossen. Das ist ein weltweit (über Partner auch in Deutschland) aktiver Hersteller von Software für IT-Security und Compliance-Management mit fast 20 Jahren Erfahrung mit IBM i, aber auch z/OS, Windows, Linux, Unix/AIX, Oracle und Microsofts SQL Server. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.

Enforcive wurde 1983 als Mainframe-Company in Israel gegründet und hat Büros in Herzliya (Israel) sowie Hackensack (New Jersey, USA); Firmengründer Shimon Bouganim leitete Enforcive bis kurz vor seinem Tod Anfang des Jahres als „acting CEO“. Prashant Mehrotra, Partner bei Clearlake Capital, kommentierte die Übernahme so: „With the transaction complete, Vision continues to further position itself as the clear leader in providing innovative business resilience solutions on the Power Systems platform to the global marketplace.“ Der Standort Herzliya wird in Zukunft ein Entwicklungszentrum von Vision Solutions mit Fokus auf IT-Security sein.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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