Solidität plus Flexibilität

Wie BPM die AS/400 fit für heutige Anforderungen macht

Die AS/400 ist bekannt als Server mit hoher Zuverlässigkeit. Doch kann dieser Inbegriff an Solidität auch mit den schnelllebigen Trends wie Mobilnutzung und Social Collaboration mithalten? Die Antwort lautet: Ja, mit Hilfe von BPM.

Es soll Mittelständler geben, die haben ihre AS/400 vor 20 Jahren installiert, ihre Kernanwendungen darauf eingerichtet – und mussten seither nichts mehr daran ändern. Präzise und zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk arbeitet der Server seine Aufgaben ab.

Es ist diese Zuverlässigkeit, die Power Systems mit dem Betriebssystem i – so der aktuelle Name der „Enkelgeneration der AS/400“ – so beliebt für Unternehmen macht, die keine große IT-Abteilung zur Verfügung haben, dennoch aber auf einen steten, reibungslosen Betrieb angewiesen sind. Darunter befinden sich Maschinenbauer, produzierende Unternehmen, Zulieferer der Automobilindustrie und kleine Bankhäuser, also der klassische deutsche Mittelstand.

Die Solidität verdankt sich der einmaligen Architektur der AS/400. Schon Fabrik kommen neben klassischen Serverbauteilen auch vorinstallierte Komponenten für Datenbanken, Applikationen und Kommunikation. Die ganze Maschine ist exakt auf typisch kaufmännische Geschäftsprozesse zugeschnitten. Im Prinzip handelt es sich somit um eine Art Appliance für die typischen Anforderungen des Mittelstandes – also um einen Vorläufer der heutigen Pure Systems.

Wie aber passt dieses bequeme, grundzuverlässige System in die heutige, von schnellen Wechseln geprägte Anwendungslandschaft? Auch klassische Mittelständler sehen sich täglich mit neuen Anforderungen konfrontiert, die sie in ihren Geschäftsprozessen abbilden müssen: Die Mitarbeiter werden mobiler, müssen auch von unterwegs die Workflows unterstützen können und wollen mittels Social-Collaboration-Tools interagieren. Nicht zuletzt gilt es, eine Flut neuer Compliance-Vorgaben zu befolgen. Auf all dies müssen auch Mittelständler schnell reagieren.

Für die AS/400 heißt das: Standen in der Vergangenheit die Tugenden Stabilität, Zuverlässigkeit und Praktikabilität im Vordergrund, muss sie im modernen Geschäftsleben auch flexibel und agil sein, damit Unternehmen auf Veränderungen schnell mit neuen Anwendungen reagieren können. Doch wie lässt sich das mit der paketierten AS/400 leisten?

Ausreichend wendig wird sie dann, wenn sich möglichst schnell und einfach neue Anwendungen hinzufügen und bei Bedarf wieder entfernen lassen – ganz so wie Apps auf dem Smartphone. In seinem nativen, Appliance-artigen Zustand gibt das System diese Möglichkeiten zwar nicht her, kann aber mit überschaubaren Mitteln dazu gebracht werden.

Mehr Flexibilität über die SOA-Prinzipien

Der Weg zu mehr Flexibilität führt über die SOA-Prinzipien: Das bedeutet, dass man zwischen das vorhandene System und die neuen Anwendungen eine Zwischenschicht zieht, die als Schnittstelle die Kommunikation zwischen beiden Welten erlaubt. Dazu müssen zunächst die Anforderungen der vorhandenen Applikationen auf dem System analysiert werden. Daraufhin werden die Anwendungen auf der Integrationsebene in Form von granularen Services verfügbar gemacht. Adapter sorgen für die nahtlose Integration neuer Applikationen als Services von außen.

Auf der Service-Ebene lassen sich nun die Anwendungen beider Welten zusammenführen und zu längeren Prozessketten kombinieren. Die Folge: Auch die AS/400 kann relativ einfach um moderne Funktionen erweitert werden – sie wird flexibel.

Im Prinzip sind die skizzierten Schritte nichts Neues. Man kennt sie, seit der Begriff SOA Mitte der 90er Jahre auftauchte. Neu jedoch ist, dass sich diese Transformation mit Hilfe von BPM-Technologie der IBM heute ungleich leichter und schneller durchführen lässt. Diese neue Leichtigkeit verdankt sich der Integration der zugekauften Lombardi-Techno­logie. Damit vereint IBM in der BPM-Plattform die technische Vielfalt und Integrationsfähigkeit der Websphere-Software mit der Usability einer mo­dernen, intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche. Diese Synergie verbessert für die Nutzer von professionellem BPM die Effizienz sprunghaft. „Hat es früher oft Monate, wenn nicht Jahre gedauert, bis Geschäftsprozesse in einem BPM-Projekt zufriedenstellend liefen, so lassen sich Erfolge heute binnen Wochen realisieren“, kommentiert Hubertus Mildeberger, Business Unit Executive bei der Websphere-Division von IBM. „Ja, die BPM-Spezialisten von IBM können mitunter bereits beim ersten Workshop ganz konkret Prozesse mo­dellieren und zum Laufen bringen und damit einen Eindruck des Leistungsvermögens von BPM vermitteln.“

Das gilt nicht nur in Bezug auf die Mo­dernisierung der AS/400, sondern für die Fortschritte im Business Process Management generell. BPM erweist sich hier als dasjenige Technologie­paradigma, das Unternehmen fit für die heutigen und künftigen Markt­anforderungen macht. Die AS/400-Nutzer dürfen sich freuen: Alles wird möglich – und bleibt doch beim Alten.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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