8 Monate E-Mails Sichten und Löschen

500 Milliarden Euro Jahresverlust durch E-Müll

Die permanente Ablenkung am Arbeitsplatz durch ständig neue E-Mails, Instant Messages, Facebook, Twitter & Co kostet die Weltwirtschaft rund 500 Mrd. Euro pro Jahr an Produktivitätsverlust.

Mit dieser Zahl hat der eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft auf seinem Jahreskongress 2013 in Köln die mehr als 200 Teilnehmer aufgeschreckt. „Der Konzentrationsverlust durch Ablenkungssucht hat mittlerweile eine Schwelle erreicht, in der er die Vorteile der elektronischen Kommunikation zu überwiegen beginnt“, warnt eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Der Produktivitätsverlust durch ständige digitale Störungen an einem durchschnittlichen Büroarbeitsplatz wurde auf dem Kongress mit über 12.000 Euro jährlich beziffert.

„Die Unternehmen sind gefordert, neue betriebliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die digitale Kommunikation nicht vom Segen zum Fluch entwickelt“, meint eco-Chef Summa. Viele Konzerne hätten die Gefahr bereits erkannt und steuerten dagegen, beispielsweise mit Regeln wie „keine E-Mails nach Feierabend“. Aber auch die mittelständische Wirtschaft sollte beginnen, mit pragmatischen Regeln der Überinformation der Mitarbeiter einen Riegel vorzuschieben. „Die Firmen müssen Verantwortung für den E-Müll in ihren Betrieben übernehmen, um dem Konzentrationsverlust und letztlich dem drohenden Burn-out in der Arbeitnehmerschaft vorzubeugen“, fordert Harald A. Summa.

Wortschöpfungen und Zahlen die auf dem Kongress ebenfalls aufhorchen ließen:

  • Durch den Kampf gegen die digitale „Zuvielisation“ sollen die Unternehmen ihren Mitarbeitern helfen, die „Work-Life-Balance" zu verbessern.
  • Schon heute kämen in jeder dritten Scheidungsklage die Worte Smartphone und Facebook vor, hieß es in Köln.
  • Eine Modellrechnung ergab, dass ein 75jähriger rechnerisch rund acht Monate seines Lebens allein mit dem Sichten und Löschen von E-Mails zugebracht hat. Das ist allerdings noch wenig im Vergleich zu den sechs Lebensjahren, die er sich – zumindest rechnerisch – in sozialen Netzwerken wie Facebook aufgehalten hat.

www.eco.de

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