Bis zum Zeitpunkt dieser Entscheidung existierten bei Tönsmeier zwei Serverräume, die im Laufe der Jahre jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen stießen. Historisch gewachsen entsprachen sie nicht dem neuesten Stand der Technik. Vor diesem Hintergrund entschied sich das Unternehmen dafür, einen der Räume durch eine neue IT-Umgebung zu ersetzen. Der andere sollte als Backup-Lösung dienen, in der sämtliche Daten gespiegelt vorgehalten werden. Da die bisherigen Räume zu nah beieinander lagen, boten sie nicht das gewünschte Höchstmaß an Sicherheit. Patrick Schumacher, Systemadministrator bei Tönsmeier, und die anderen Verantwortlichen entschieden sich für einen Outdoor-Container der Firma ProRZ Rechenzentrumsbau GmbH.
Ausschlaggebend dafür war nicht die Mobilität, die er bietet, sondern vielmehr Platzmangel im Gebäude und die damit verbundene Unterbringung der IT an einem entfernteren Ort. Wunsch des IT-Verantwortlichen war es jedoch, das neue Rechenzentrum auf dem eigenen Betriebsgelände zu positionieren. Dabei war Schumacher zu Beginn von der Containerlösung nicht überzeugt: „Mir fehlte schlichtweg die Vorstellungskraft und ich habe eher an eine Art Bürocontainer gedacht, so wie sie häufig aus Platzmangel zum Einsatz kommen. Nachdem mir seitens des Anbieters die Besichtigung einer solchen Lösung ermöglicht wurde und ich mich von der Funktionsweise überzeugen konnte, hat sich meine Meinung geändert.“
Sowohl der Container als auch das im Hauptgebäude untergebrachte Rechenzentrum verfügen jeweils über ein Speichersubsystem. Da hier sämtliche Daten kontinuierlich gespiegelt werden, kann im Notfall ein Raum den gesamten IT-Betrieb allein aufrechterhalten. Das aus vier Containern errichtete Outdoor-Rechenzentrum beherbergt einen großen Serverraum, in dem sich das eigentliche RZ befindet, sowie einige kleinere Räume. Einer davon dient als Schleuse und vermeidet die Schmutzverbreitung im sensiblen IT-Bereich. Zwei weitere Räume beinhalten die Stromversorgung. Auf Wunsch des Kunden realisierte der Hersteller einen speziellen Entpackungsraum, der auch als Lager- bzw. Testraum verwendet wird. Die Kühlung erfolgt über den Doppelboden. Zur Steigerung der Energieeffizienz wird eine Kaltgangeinhausung in Verbindung mit invertergeregelten Klimageräten eingesetzt. So entsteht eine optimale Klimatisierung der zwei Schrankreihen à fünf Racks.
Darüber hinaus sorgt eine Brandfrüherkennung in dem nach TÜV-Level-3-geprüften Rechenzentrum für den Brandschutz. Dank der verbauten F90-Brandschutzwände wird zudem die Verbreitung eines Feuers aus dem einen in den anderen Raum über 90 Minuten hinweg verhindert. Das Monitoringsystem der ProRZ informiert die drei Systemadministratoren per SMS und E-Mail über Störfaktoren hinsichtlich der Klimatisierung, der Türöffnung und Brandfrüherkennung. Über das Data-Center-Monitoring-System (DCMS) können die Verantwortlichen jederzeit den Zustand der zu überwachenden Parameter einsehen sowie Unregelmäßigkeiten schnell und unkompliziert erkennen. „Wir brauchten Strom“, erklärt Systemadministrator Patrick Schumacher und führt weiter aus, dass ein RZ-Ausfall aufgrund einer unzureichenden Energieversorgung den Betrieb zum Erliegen bringen würde. Somit hat die Qualität der Stromzufuhr allerhöchste Priorität. Für die Projektumsetzung selbst waren daher nicht nur der Aufbau, die Anpassung sowie die Einrichtung des Containers notwendig, sondern auch die Verlegung neuer Kabel, die nun auf einer Strecke von ca. 150 Meter quer unter dem Betriebshof verlaufen und u. a. zu den Stromverteilungsräumen im Inneren des Containers führen. Redundanz wird zudem durch den Einsatz einer USV-Anlage sowie eines Dieselaggregats gewährleistet.
Hinsichtlich der Projektumsetzung erklären Patrick Schumacher und seine Kollegen: „Der Hersteller ist auf unsere Wünsche eingegangen und überzeugte im Projektmanagement sowie mit Elektronikfachwissen“, so Schumacher. Die detailbedachte und vorausschauende Herangehensweise des Anbieters habe auch dazu geführt, dass Vorrichtungen für künftige Erweiterungen getroffen wurden und das Rechenzentrum skalierbar ist.
Abgesehen von dem hohen Sicherheitslevel wurde eine umweltfreundliche und wirtschaftliche IT-Infrastruktur realisiert, die mit der Firmenphilosophie harmoniert. Schließlich bereitet Tönsmeier Wertstoffe auf, um Ressourcen zu schonen – dies wird im Serverraum mithilfe energieeffizienter Lösungen fortgesetzt. „Das realisierte Rechenzentrum wappnet uns für die Zukunft und schließt weitere Expansionen nicht aus. Ganz im Gegenteil: Wir haben Platz für mehr“, fasst Schumacher abschließend zusammen.
Über Tönsmeier Dienstleistung
Das familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Porta Westfalica ist mit einer breiten Leistungspalette europaweit an 70 Standorten als Umweltdienstleister und Energielieferant tätig. Rund 3.300 Mitarbeiter betreuen mit 1.100 Fahrzeugen kommunale Auftraggeber, duale Systemträger und Kunden aus Industrie und Gewerbe. Tönsmeier trägt mit über 30 Aufbereitungs-, Sortier- und Recyclinganlagen zur Schonung natürlicher Ressourcen bei.
Im Internet: www.toensmeier.de
Bildquelle: Tönsmeier