Klinische Massendaten

Antworten auf ärztliche Fragestellungen

Ein gemeinsames Projekt der beiden Münchner Universitätsklinika und SAP hat den Aufbau einer aussagekräftigen Tumordatenbank für Krebstherapie und -forschung zum Ziel.

Zusammen mit SAP bauen das Klinikum rechts der Isar der TU München und das Klinikum der LMU München eine neue Tumordatenbank auf Basis der In-Memory-Plattform SAP HANA auf. Damit sollen sämtliche Informationen aus allen Vorsystemen konsolidiert und in Echtzeit analysiert werden, um alle relevanten Daten für Therapien und Studien in kürzester Zeit zu erfassen und auszuwerten. Mit der neuen Datenbank sollen klinische Prozesse und Abläufe vereinfacht werden, wodurch eine schnellere und noch gezieltere Behandlung der Krebspatienten realisiert werden kann. Mit der neuen Tumordatenbank sollen nicht nur Informationen für die Therapie zusammengeführt, sondern zudem der Aufbau von Biodatenbanken und die Abwicklung klinischer Studien mittels IT-Prozessen unterstützt werden.
 
Mit dem gemeinsamen Projekt CAMUS (Clinical Analytics of Munich University Hospitals on SAP HANA) gehen die Klinika der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Technischen Universität München und SAP einen weiteren Schritt im sich entwickelnden Markt der individualisierten Medizin. Anstoß zum Projekt gab der nationale Krebsplan, den das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren bereits 2008 initiiert hat. Eine Kernforderung des nationalen Krebsplans ist die datensparsame Tumordokumentation in Deutschland, um Ärztinnen und Ärzte stärker von bürokratischen Pflichten zu entlasten und den Dokumentationsaufwand zu reduzieren. Ziel sind einheitliche Datensätze für Tumordaten in Deutschland.
 
„Komplexe Informationen auf Knopfdruck, Analyse in Echtzeit und semantische Suchen werden den Arbeitsalltag des klinischen Personals vereinfachen und zu einer besseren Akzeptanz der Dokumentation führen“, hofft Sylvia Villain, Stabsstelle Interdisziplinäre Datenbanken der Ärztlichen Direktion, Klinikum der LMU München. „Neben strukturierten Daten wie Messwerten, Blutbildern, Fieberkurven, Diagnosehinweisen etc. werden zukünftig auch unstrukturierte Textbefunde wie Arztbriefe, Pathologiebefunde, Röntgenbefunde, usw. erfasst und analysiert. Dies versetzt die Ärztinnen und Ärzte in die Lage, ihre Energie auf die Auswertung der Daten zu fokussieren und verringert den Dokumentationsaufwand.“ Sabine Gerber, stellv. Leitung Anwendungen SAP am Klinikum rechts der Isar der TUM ergänzt: „Hierbei ist die strikte Einhaltung aller Datenschutzrichtlinien besonders wichti.“

www.klinikum.uni-muenchen.de

www.med.tum.de

www.sap.de

Bildquelle: Klinikum rechts der Isar der TU München

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