Interview mit Henning Ohlsson, Epson

Auf dem Zukunftsweg

Interview mit Henning Ohlsson, Geschäftsführer der Epson Deutschland GmbH, über einen sich verändernden Markt im Output-Management und welche Technologien hier überleben werden

  • Henning Ohlsson, Epson

    Henning Ohlsson, Geschäftsführer der Epson Deutschland GmbH

Seit rund zehn Jahren hat die Epson Deutschland GmbH ihren Sitz im nordrhein-westfälischen Meerbusch. Hinter dem Konglomerat aus sieben Dörfern verbirgt sich laut Epson-Geschäftsführer Henning Ohlsson ein Hightech-Standort, an dem neben zwei global agierenden, japanischen Unternehmen auch zwei medizinisch-technische Weltunternehmen ansässig sind.

Derzeit erweitert Epson seinen Unternehmenssitz vor Ort um ein Industry Solution Center, das am 8. November 2012 neueröffnet werden soll. In diesem präsentiert der Hersteller Lösungen für vertikale und industrielle Märkte – und zwar nicht nur für den Output-Bereich, sondern auch für die Fertigungsautomatisierung. Denn Epson ist kein reiner Druckerhersteller. Um das Unternehmen zu verstehen, muss dessen Bild weiter gefasst werden.

IT-DIRECTOR: Herr Ohlsson, welche Themen stehen bei Ihnen aktuell weit oben auf der Agenda?
H. Ohlsson:
Aktuell stehen drei große Schwerpunkte auf unserer Agenda: ein sich verändernder Markt im Output-Management für Unternehmen, ein stark wachsender Markt im Multimediaprojektionsbereich und unsere Zukunftsstrategie im Segment des industriellen Drucks.

IT-DIRECTOR: Welchen Stellenwert nimmt das Output-Management im Vergleich zu den übrigen Unternehmensbereichen wie etwa Projektoren, Scannern und Robotertechnologie ein?
H. Ohlsson:
Der Bereich Druck ist für uns ein Basissegment, das eine lange Historie besitzt und das wir auf die Anforderungen der Zukunft hin weiter entwickeln. Der Druckbereich nimmt bei Epson den größten Stellenwert ein.

IT-DIRECTOR: Lässt sich dieser Stellenwert prozentual auf die einzelnen Geschäftsfelder herunterbrechen?
H. Ohlsson:
Wenn wir über Prozente reden wollen, muss ich zunächst auch die anderen Technologien erwähnen. Epson ist eine Tochter der japanischen Muttergesellschaft Seiko Epson Corporation, deren Vergangenheit aus der Uhrenindustrie kommt. Dieser Uhrenbereich macht umsatzbezogen heute insgesamt nur noch sieben Prozent des gesamten Unternehmens aus, vor 50 Jahren waren es 100 Prozent. Das Segment ist aber nicht geschrumpft, denn es handelt sich hierbei um eine relative Betrachtung. Tatsächlich ist die Uhrenmarke Seiko heute wie gestern als Weltmarke etabliert. Aber es sind so viele weitere Geschäftsbereiche hinzugekommen, dass der prozentuale Anteil des Zeitnehmerbereichs im Gesamtunternehmen heute deutlich geringer ist.

Die Druck-, Scanner- und Projektionstechnologien machen rund 80 Prozent des Geschäfts aus. Die restlichen 20 Prozent kommen aus den Bereichen Präzisionstechnik – beispielsweise Industrieroboter – und elektronischen Quarzkomponenten, wie sie in vielen modernen Geräten wie Mobiltelefonen zu finden sind. Diese Quarztechnologie nennen wir QMEMS, und dank ihr sind wir seit längerer Zeit Weltmarktführer.

IT-DIRECTOR: Welche Strategie verfolgen Sie im Output-Management-Bereich?
H. Ohlsson:
Epsons generelle Strategie für die Zukunft lautet: „Wir drucken auf allem, was fest ist!“ Unsere Tintenstrahltechnologie, die Micro-Piezo-Technologie, ist gegenüber anderen Tinten- und auch Lasertechnologien in vielerlei Hinsicht im Vorteil. Denn hinter ihr verbirgt sich ein System, das im Gegensatz zu anderen Technologien im Betrieb keine Wärme erzeugt und daher zum Betrieb nicht viel Energie benötigt. Diese Technologie produziert allerfeinste Tropfen und kann, eben weil sie keine Wärme erzeugt, viele Arten von Flüssigkeiten verwenden. Und genau das macht sie so vielseitig, sodass mit ihr alles bedruckt werden kann.

Auf der Micro-Piezo-Technologie basiert die Entwicklung unserer Marktsegmente: Im Consumer-Bereich sind wir mit multifunktionalen Tintengeräten dabei, für den Office-Bereich bieten wir besonders auf diese Anwendungen abgestimmte, leistungsfähige Maschinen und auch für den industriellen Druck stellen wir eine breite Range an Drucksystemen zur Verfügung: angefangen bei einem industriellen Etikettendrucker bis hin zu Großformatdruckern für Digital-Signage, CAD/CAM/GIS und Fineart. Zur Anwendung kommen diese Lösungen etwa in Architekturbüros, in denen oft große Pläne gedruckt werden müssen, sowie im Signage-Bereich für Plakatdrucke. Diese sind auch für den Outdoor-Bereich geeignet, da wir bei der Entwicklung unserer Lösungen auf Wasserfestigkeit und UV-Beständigkeit setzen.

Weitere Anwendungsbereiche kommen zukünftig auch aus dem Segment des Textildrucks. In unserem neuen Industry Solutions Center, das wir Anfang November nach einem tiefgreifenden Umbau neu eröffnen, werden wir voraussichtlich die erste industrielle Textildruckmaschine von Epson präsentieren.

IT-DIRECTOR: Worauf kommt es bei der Entwicklung von neuen Output-Management-Geräten an?
H. Ohlsson:
Die Entwicklung von Office-Geräten hängt sehr stark von den Bedürfnissen des Anwenders ab. Fakt ist, dass heute noch 99 Prozent aller Office-Output-Geräte Laserdrucker sind. Laserdrucker führen wir zwar auch im Portfolio, doch sind diese nicht mit unserer eigenen Lasertechnologie bestückt. An dieser Stelle kaufen wir zu – wie viele andere Anbieter auch. Allerdings liegt unser Fokus bei den Geräten im Office-Druck-Bereich auf der erwähnten Micro-Piezo-Tintentechnologie.

IT-DIRECTOR: Generell ist die Tintentechnologie mit starken Vorurteilen belastet. Es hieß bisher immer, sie könne in Sachen Performance, Schnelligkeit, Wischfestigkeit und Haltbarkeit nicht mit der Lasertechnologie mithalten. Deshalb hat sich die Industrie stets für Laserdrucker entschieden. Wie sieht es heute aus?
H. Ohlsson:
Heute ist es das Gegenteil. Sämtliche Leistungsmerkmale, die damals für Laserdrucker sprachen, werden heute durch Business-Ink-Drucker ebenfalls erreicht und übertroffen. Denn ein Tintenstrahldrucker ist heute schneller und energieeffizienter als ein Lasergerät. Außerdem sind unsere Tintenstrahldrucker aufgrund unserer Tintentechnologie wisch- und wasserfest. So wurden unsere Business-Inkjets kürzlich als dokumentenecht zertifiziert.

Zum Thema Schnelligkeit finden sich zahlreiche Studien auf dem Markt. In diesen wird erläutert, wie viele Dokumente in einem Unternehmen in der Regel anfallen. Im Durchschnitt sind vier Seiten das normale Druckvolumen eines Office-Auftrages. Beim Tintenstrahldrucker sind diese vier Seiten bereits ausgedruckt, während sich der Laserdrucker noch in der Aufwärmphase befindet. Denn ein Laserdrucker arbeitet mit Hitze, da das Tonerpulver eingebrannt und fixiert werden muss. Der Inkjet ist hingegen sofort startbereit und druckt mit einer Performance, die Laser bei kurzen Dokumenten nicht erreichen.

Überdies ist die Energieeffizienz ein großes Thema im Druckerbereich. Der Energieverbrauch eines Laserdruckers liegt beispielsweise beim Aufheizen bei rund 800 Watt. Bei unseren Tintenstrahldruckern sind es nur 27 Watt im Druckbetrieb, da bei Tintenstrahldruckern keine Heizung notwendig ist.

IT-DIRECTOR: Welche Rolle spielen für Sie generell die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei der Produktentwicklung?
H. Ohlsson:
Sie spielen eine große Rolle. Der naturverbundene Ansatz der Seiko Epson Corporation ist auf die Tradition der Japaner zurückzuführen. Das Seiko-Epson-Hauptquartier liegt mitten in den Bergen am Lake Suwa. Um die natürliche Umwelt des Sees, der zu einem beliebten Erholungsgebiet gehört, zu erhalten, entschloss man sich bei Epson schon in den 50er Jahren, die Abwässer in den Lake Suwa zu klären. Diese Verantwortung für die Umwelt wurde kontinuierlich weiterentwickelt und mündete 2008 in der Agenda 2050, einer Zielvorgabe unseres Präsidenten, nach der wir bis zum Jahr 2050 90 Prozent unserer gesamten CO2-Emissionen eliminieren müssen.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Maßnahmen soll dieses Ziel in Angriff genommen werden?
H. Ohlsson:
Das habe ich unseren Präsidenten vor vier Jahren auch gefragt, doch er konnte zu diesem Zeitpunkt noch keinen vollständigen Plan vorlegen. Da es sich bei der Erreichung dieses Ziels um einen langwierigen Prozess handelt, forderte er mich wie auch alle anderen Mitarbeiter auf, alles Erdenkliche zu tun, um Schritt für Schritt dieses Ziel für die nachfolgende Generation zu erreichen. Aus dieser Motivation heraus haben wir in Deutschland ein eigenes, wegweisendes Programm namens „The Green Way“ entwickelt.

Aktuell testen wir in unserem Fuhrpark Hybrid- und E-Autos, um diese später in die Unternehmensprozesse einzugliedern. Wir setzen sehr stark auf Videokonferenzen anstatt uns sofort in den Flieger zu setzen, um Termine vor Ort wahrzunehmen. In Berlin organisierten wir kürzlich einen zweitägigen Händlerkongress, der rechnerisch 64 Tonnen CO2 produziert hat. Diese haben wir mit Ausgleichszertifikaten egalisiert. Unsere Visitenkarten, Rechnungen und Lieferscheine drucken wir auf Recyclingpapier. Dies funktioniert im Übrigen sehr gut und wird auch von unseren Kunden sehr gut akzeptiert.

IT-DIRECTOR: Für welche Drucker entscheiden sich Ihre Kunden derzeit am häufigsten?
H. Ohlsson:
Einer unserer Channel-Partner sagte kürzlich, dass ihn ausschließlich die Margensituation interessiere. Er setzt also für eine Komplettlösung nur jene Produkte ein, die ihm die höchste Marge bringen – gleich dem Motto „Einmal Laser, immer Laser – Hauptsache meine Marge stimmt“. Das ist nicht unser Ansatz.

Unser Ansatz ist es, mit einem exzellenten Produkt eine hohe Marge für unseren Handel zu ermöglichen. Wir liefern dem Fachhandel jetzt die Chance, in einem sich ändernden Markt mit Tintenstrahldruckern gute Geschäfte zu machen. Durch eine Kommunikation der Vorteile von Business-Inks möchten wir bei Handel und Unternehmen das Bewusstsein schaffen, dass sich ihre Output-Management-Struktur verändern muss, um Kosten zu reduzieren. Und da unsere Technologie den Vorteil einer signifikanten Energieeinsparung mit sich bringt, hat der Fachhändler einen guten Ansatz, den Endkunden mit einem kompletten Service-Ansatz zu bedienen. Dies ist zwar der schwierigere, dafür aber der erfolgversprechende Weg.

Und wenn der Fachhändler seinen Kunden auch noch Managed Print Services (MPS) anbietet, hat er damit ein Modell, das ihn weiteres Geschäft generieren lässt. Denn die Unternehmenskunden informieren sich, sie sehen, was State of The Art ist und in welche Richtung sich IT-Trends entwickeln.

IT-DIRECTOR: Warum rennt man Ihnen – trotz all der Vorteile von Inkjets – nicht die Bude ein?
H. Ohlsson:
Solch ein Technologiewandel passiert nicht von heute auf morgen. Office-Drucker sind oftmals in langlaufende Verträge eingebunden, so dass es nur sukzessive möglich ist, Gerätekonstellationen im Unternehmen auszutauschen oder zu ergänzen. Aber an diesen Prozessen muss der Händler sehr stark mitwirken, da wir selbst nicht an die Endkunden herantreten. Unser Vertrieb ist zu 100 Prozent indirekt.

IT-DIRECTOR: Nehmen Ihnen die Händler mittlerweile verstärkt Tintenstrahldrucker ab?
H. Ohlsson:
Auf alle Fälle. Sie werden sogar immer öfter von den Endkunden direkt angesprochen, da dieses Thema fortwährend präsenter wird. Im nächsten Jahr wird es etwa eine Veränderung bei den Vergabekriterien für den Blauen Engel geben, was zahlreiche Fragen aufwerfen wird. Das Thema Feinstaubemissionen wird hier beispielsweise eine große Rolle spielen. Und die Diskussion darüber wird in den nächsten Jahren stark den Office-Output-Management-Markt verändern. Wir sind glücklicherweise obenauf, da wir eben die Micro-Piezo-Technologie besitzen.

IT-DIRECTOR: Wie halten Sie die Feinstaubemission bei Ihren Laserdruckern möglichst gering?
H. Ohlsson:
Unsere Laserdrucker erfüllen die aktuellen Standards des Blauen Engels. Wenn wir jetzt neue Laserdrucker produzieren würden, dann würden wir im nächsten Jahr diesen Blauen Engel eventuell nicht mehr bekommen. Es ist nicht damit getan, einfach nur Filter einzubauen. Mit der Technologie an sich ist es einfach sehr schwierig, die Kriterien des Blauen Engels zu erfüllen.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Unternehmen achten, die eine Veränderung oder Ergänzung ihrer Output-Management-Landschaft anstreben?
H. Ohlsson:
Gerade wenn Unternehmen Kostenprogramme fahren – und in großen Unternehmen ist das fast immer der Fall –, achten sie auf die Total Cost of Ownership (TOC). Das Thema Energieverbrauch steht hierbei an erster Stelle. Und schon landet man bei unserer Tintentechnologie. Denn die 27 Watt eines Business-Inks sind im Vergleich zu den 800 Watt eines Laserdruckers ein unschlagbares Argument.

Ferner sollte der Arbeitsworkflow im Unternehmen analysiert werden. An dieser Stelle ist es hilfreich, folgende Fragen zu klären: Wer druckt was und wie viel? Welche Kosten entstehen dadurch? Wird ein großer oder kleiner Drucker benötigt? Wird in Farbe oder Schwarz/Weiß gedruckt? Brauchen die Mitarbeiter Abteilungs- oder Arbeitsplatzdrucker? Das sind alles Dinge, die in die Bewertung einfließen.

IT-DIRECTOR: Stehen Sie den Unternehmen hierbei beratend zur Seite?
H. Ohlsson:
Das ist grundsätzlich die Aufgabe unserer Fachhändler, denen wir unsere Geräte verkaufen. Zwar haben wir eine Vertriebsmannschaft, die die Unternehmen aufsucht und informiert, aber die Beratung, Installation und den Service übernimmt letztlich der Fachhändler.

IT-DIRECTOR: Mit welchem Aufwand ist bei einem Output-Management-Projekt in der Regel zu rechnen?
H. Ohlsson:
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Aufgrund ihrer Flexibilität sind Managed Print Services für Unternehmen verschiedener Größen sicherlich immer sehr attraktiv. In der höchsten Ausbaustufe haben Anwenderunternehmen dann gar keinen Aufwand mehr. Alle Informationen die Druckinfrastruktur betreffend laufen in einer Steuerungssoftware zusammen, so dass die MPS-Anbieter immer genau wissen, welcher Drucker wann mit neuen Verbrauchsmaterialen beliefert werden muss.

Viele Channel-Partner konzentrieren sich mittlerweile verstärkt auf MPS und bieten eigene Softwarelösungen an. Unsere Business-Inkjet-Drucker sind zu den gängigen MPS-Systemen der vielen Anbieter kompatibel, denn nur so kann dafür gesorgt werden, dass die Laser raus- und die Tintenstrahldrucker in das Unternehmensumfeld reinkommen.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Channel-Partnern arbeiten Sie zusammen?
H. Ohlsson:
Wir haben ein flächendeckendes Netzwerk an Pro-Partnern, wobei das Pro für Profi steht. Wir arbeiten mit allen großen Systemhäusern zusammen und unter den Pro-Partnern gibt es etwa 400 Top-Vertriebspartner, die im gesamten Bundesgebiet das Thema Output-Management beherrschen.

Unsere Vertriebsstrategie ist seit zehn Jahren unverändert erfolgreich und wir sehen keinen Anlass, hier zukünftig etwas zu ändern. Aber diese Strategie erfordert einen hohen Schulungsaufwand, denn unsere Partner müssen alle so ähnlich argumentieren, wie wir das tun.

IT-DIRECTOR: Wie werden sich die zunehmende digitale Archivierung und auch die Möglichkeit, von unterwegs über die Cloud Dokumente abzurufen, auf den Output-Management-Markt auswirken?
H. Ohlsson:
Die Frage lautet: Was wird gedruckt und was bleibt auf Servern hängen? Unser Ansatz ist ganz klar: Das, was gedruckt werden muss, sollte auch energie- und kosteneffizient gedruckt werden. Im Backoffice-Bereich etwa ist alleine schon aus steuerlichen Gründen nach wie vor ein immenses Druckvolumen gegeben. Wir sind beispielsweise der japanischen Form der Wirtschaftsprüfung verpflichtet, und dazu brauchen wir Dokumente, die physisch vorliegen, damit die Wirtschaftsprüfer mit diesen arbeiten können. Im Finanzbereich wiederum werden archivierungsfähige und nachprüfbare gedruckte Kopien benötigt. Hier reicht es nicht, einen Datensatz digital vorhalten zu können und nur bei Bedarf auszudrucken. Ein weiteres Beispiel sind Verträge, die mit Tinte unterschrieben werden müssen. Im Immobilienbereich sind indes nachprüfbare Unterlagen in mehreren Kopien Pflicht.

Aber auch im Frontoffice-Bereich müssen verschiedene Unterlagen vorhanden sein: Als Versicherungsverkäufer kann ich meinen Kunden zwar alles auf dem iPad zeigen, aber ich kann ihnen nicht das iPad mit den Unterlagen da lassen. Der Immobilienmakler muss seinen Kunden ein Dossier hinlegen und schöne Bilder zeigen. Es gibt also noch genug zu drucken.

IT-DIRECTOR: Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Output-Management-Markt zukünftig entwickeln? Inwiefern fließt hier der Bereich „Mobility“ ein?
H. Ohlsson:
Verschiedene Dokumente, die bis dato ausgedruckt wurden, werden zwar verschwinden, aber das papierlose Büro wird ein Wunschtraum bleiben. Nach wie vor wird es viele Druckaufgaben geben, obwohl sich die Form des Druckens ändern mag. Mobile Strategien sind hier bereits verfügbar, so kann ich beispielsweise heute on demand überall drucken. Ich kann auf einer Geschäftsreise eine E-Mail oder einen Brief verfassen und diesen via iPrint an einen x-beliebigen Drucker etwa im Hotel schicken.

Wichtig ist, dass sich die Welt ganz massiv im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit verändern wird. Und hier setzen wir mit der Micro-Piezo-Technologie als Zukunftstechnologie an.

IT-DIRECTOR: Herr Ohlsson, ein Blick auf Ihren Lebenslauf verrät, dass Sie sieben Jahre bei IBM gearbeitet haben, danach in der Telekommunikationsbranche und nun schon seit neun Jahren bei Epson sind. Können Sie uns abschließend erläutern, wie sich die amerikanische Arbeitsweise von der eines japanischen Unternehmens unterscheidet?
H. Ohlsson:
Zwischen einem amerikanischen Unternehmen und der japanischen Art und Weise, Unternehmen zu führen, Businesspläne zu schreiben und in die Zukunft zu entwickeln, bestehen immense Unterschiede. In japanischen Unternehmen geht es sehr viel darum, sich um traditionelle Werte zu kümmern, beispielsweise die traditionelle Handwerkskunst, die Kunst, dem Kunden ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Und aus dieser Tradition heraus zu arbeiten, beispielsweise im hochpräzisen Technologiebereich, vergisst der Japaner nie. Und das ist auch die DNA von Epson: Unsere Geräte sind hochpräzise und effizient. Diese Präzision und Effizienz ist auf die japanische Auffassung der Koexistenz von Industrie und Natur zurückzuführen. Außerdem sind unsere Geräte sehr kompakt und klein, denn die Japaner denken letztlich in ganz anderen Bereichen als die Amerikaner. Bei jenen muss alles groß sein. „Think big“ lautet hier das Stichwort. Für Japaner muss Technologie hingegen präzise, versteckt, hocheffizient und kompakt sein.

 

Henning Ohlsson
Alter: 56 Jahre
Werdegang: Vor seiner Zeit bei Epson war Henning Ohlsson als General Manager für Motorola für die Regionen Zentral- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika verantwortlich und hat auch bei Nokia und IBM nationale und internationale Marketing- und Vertriebserfahrungen gesammelt.
Derzeitige Position: Seit September 2004 leitet er das Gesamtgeschäft der Epson Deutschland GmbH in Meerbusch.
Hobbys: In seiner Freizeit ist er begeisterter Reiter und besucht gerne Rockkonzerte.

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