20.09.2017 Apple dabei

Bain-Konsortium bekommt Toshibas Speicherchip-Sparte

Das unter anderem von Apple unterstützte Konsortium des Finanzinvestors Bain hat sich laut Medienberichten im Bieterwettstreit um die Speicherchip-Sparte von Toshiba durchgesetzt.

Toshiba trennt sich von dem Speicherchip-Bereich, um die riesigen Löcher in der Bilanz nach dem kostspieligen Debakel im amerikanischen Atomenergie-Markt zu schließen. Foto: Holger Hollemann

Toshiba trennt sich von dem Speicherchip-Bereich, um die riesigen Löcher in der Bilanz nach dem kostspieligen Debakel im amerikanischen Atomenergie-Markt zu schließen. Foto: Holger Hollemann

Die begehrte Speicherchip-Sparte von Toshiba geht wohl in einem Deal, der gut zwei Billionen Yen (rund 15,7 Mrd Euro) schwer ist, an das Konsortium um Finanzinvestor Bain.

Toshiba trennt sich von dem Speicherchip-Bereich, um die riesigen Löcher in der Bilanz nach dem kostspieligen Debakel im amerikanischen Atomenergie-Markt zu schließen.

In dem Deal geht es um 2 Billionen Yen (15,7 Mrd Euro), wie der japanische Technologiekonzern am Mittwoch bestätigte. Zur Gruppe um Bain sollen auch ungenannte japanische und ausländische Unternehmen gehören. Der Finanzdienst Bloomberg, die «Financial Times» und das japanische Wirtschaftsblatt «Nikkei» hatten zuvor über einen entsprechenden Verkauf berichtet.

Die Sparte, die bereits in eine separate Einheit abgespalten wurde, wollten unter anderem der Auftragsfertiger Foxconn und der Speicherspezialist Western Digital haben. Western-Digital-Aktien sackten in New York vorbörslich um 3,5 Prozent ab.

Apple war aus guten Gründen ebenfalls sehr interessiert.

Der schon länger geplante Verkauf gestaltete sich seit Monaten schwierig, weil Western Digital als Partner von Toshiba in einem Gemeinschaftsunternehmen versucht hatte, den Verkauf an andere Bieter vor Gericht zu blockieren. Ausgeräumt ist der Streitpunkt noch nicht - Toshiba gab aber an, den nun abgemachten Deal auch bei einem gegenteiligen Urteil vor Gericht durchziehen zu wollen.

Foxconn mit Firmensitz in Taiwan und Fabriken in China hatte schlechte Karten, weil die japanische Regierung den Abfluss von Technologie befürchtet.

Bei dem nun vom Toshiba-Verwaltungsrat abgesegneten Deal sollen Bain, der südkoreanische Konkurrent SK Hynix, die japanische Firma Hoya und Toshiba selbst Anteile für 960 Milliarden Yen (7,2 Mrd Euro) kaufen, schrieb Bloomberg. Apple, der PC-Hersteller Dell und die Speicher-Spezialisten Kingston und Seagate investierten 440 Milliarden Yen (3,3 Mrd Yen) in Vorzugsaktien. Außerdem werde die neue Firma mit der Chip-Sparte Kredite von 600 Milliarden Yen bekommen.

dpa/rs

Links:

Bloomberg-Bericht

Bericht der "Financial Times" 

Bericht von "Nikkei"

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