05.10.2017 Welche Rolle spielt die Ergonomie der Scanner?

Barcodes mit dem Smartphone scannen

Von: Kathrin Zieblo

In der Logistik ist der Handscanner nicht mehr wegzudenken. Welche Rolle dabei die Ergonomie spielt und ob Smartphones die gleichen Aufgaben mit guter Qualität erfüllen können, erläutert Dr. Samuel Müller, CEO und Mitbegründer von Scandit, im Interview.

Dr. Samuel Müller von Scandit

Dr. Samuel Müller von Scandit: „Mobile Apps bieten zu einem Bruchteil der Gesamtbetriebskosten von herkömmlichen Scannern eine vergleichbare und in einigen Fällen sogar eine höhere ­Scanleistung auf dem Mobilgerät.“

IT-DIRECTOR: Herr Müller, zu Beginn dieses Jahres hat das Marktforschungsunternehmen Opinion Matters eine Studie mit der Überschrift „Produktivität und Arbeitskräfte leiden aufgrund schlecht konstruierter Barcode-Scanner“ durchgeführt. Wie schätzen Sie diese Aussage eine?
S. Müller:
Für die Barcode-Erfassung werden bis dato in der Logistik und im Handel veraltete Technologien eingesetzt. Der damit verbundene Aufwand erschwert es den Mitarbeitern, produktiv und flexibel zu arbeiten. Das wird u. a. dazu führen, dass sich die Datenerfassungsindustrie maßgeblich ändern wird. Die Barcode-Scan-Fähigkeit ist nicht mehr auf traditionelle Formfaktoren wie Pistolengriff-Handhelds oder robuste Geräte beschränkt. Die Integration von Scan-Funktionalität mit neuartigen mobilen Endgeräten ist bereits Wirklichkeit.

IT-DIRECTOR: Wo sehen Sie die Hauptkritikpunkte an traditionellen Handscannern?
S. Müller:
Traditionelle Barcode-Scanner sind unhandlich, unflexibel, langsam und teuer. Unabhängige Software-Anbieter wie Scandit verändern die Art und Weise, wie die Welt das Barcode-Scannen und die Geräte sieht. Produkte der traditionellen Marktführer haben es mit agilen Wettbewerbern zu tun, die nicht nur kostengünstigere Scanner, sondern auch Scanner-Zubehör sowie Software-Lösungen für Smartphones, Tablets und Wearables entwickeln.

IT-DIRECTOR: Was spricht dafür, diese Geräte gegen Smartphones und Tablets einzutauschen?
S. Müller:
Mobile Apps bilden grundlegende Bausteine für durchgängige Wertschöpfungsketten in der ­Logistik und im Handel. Die hardware-unabhängigen Lösungen lassen sich in vorhandene betriebswirtschaftliche Applikationen integrieren und optimieren unternehmenskritische Workflows. Eine durchgehende Digitalisierung in der Supply Chain reduziert Betriebskosten, steigert die Produktivität und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit. Sie ermöglicht den Aufbau neuer Geschäftsprozesse und fördert damit die Umsetzung der digitalen Transformation.

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Apps bieten zu einem Bruchteil der Gesamtbetriebskosten von herkömmlichen Scannern eine vergleichbare oder sogar eine höhere Scanleistung auf dem Mobilgerät. Die Arbeit ist produktiver und es werden weniger Fehler gemacht. Alles in allem können Mitarbeiter mit einer Barcode-App effizienter arbeiten. Weil sie ein Smartphone ständig bei sich tragen, können sie auch jederzeit beliebige Daten abfragen, typischerweise Lagerbestände.

IT-DIRECTOR: Wie kommt Scandit an dieser Stelle ins Spiel?
S. Müller:
Scandits App zur Barcode-Erfassung lässt sich über standardisierte Schnittstellen in die betriebswirtschaftlichen Systeme des Handels integrieren und wird so zu einem Hebel der Geschäftstransformation. Unterstützt wird dabei jedes iOS-, Android- und Windows-Gerät, das über eine Kamera verfügt. Die ­Mobile-Barcode-Scanning-Technologie, die aus herkömmlichen Endgeräten hochleistungsfähige Barcode-Scanner- und Datenerfassungs-Tools macht, führt zu Gesamtbetriebskosten, die bis zu fünf Mal niedriger sind als die von dedizierten mobilen Barcode-Scanning-Lösungen. Zusätzlich zu den niedrigeren Kosten im Vorfeld sind auch die Instandhaltungs- und Ausbildungskosten geringer.

Bildquelle: Scandit

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