Big Storage auf Terabyte-Festplatten
2,5 Trillionen Byte. So viele Daten soll die Menschheit laut IBM jeden Tag erzeugen. Ein gewisser Teil dieser Daten hat in irgendeiner Form mit Unternehmen zu tun: Adressen, Bestellungen, Messdaten, E-Mail, die Kommunikation über soziale Netzwerke und vieles mehr.
Für diese Menge an größtenteils völlig unstrukturierten Daten hat sich der Sammelbegriff "Big Data" eingebürgert. Unternehmen hoffen, das sich dort Schätze heben lassen. Ein einfaches Beispiel: Durch Auswertung von Kundenkommentaren in sozialen Netzwerken lassen sich Vorschläge für die Verbesserung von Produkten gewinnen.
Doch die von Menschen produzierten Daten sind nur ein Teil der Datenflut. Einen recht hohen Anteil an "Big Data" haben automatisch von Maschinen erzeugte Daten. Das können zum Beispiel Logfiles, Satellitendaten, ortsbasierte GPS-Daten, Protokolle vom Geschäftsprozessen oder Daten aus medizinischen Diagnosegeräten sein.
"Big Data ist derzeit neben Cloud Computing einer der wichtigsten Trends in der IT", meint BITKOM-Vizepräsident Volker Smid. Der Hype um die Massendaten ist allerdings noch recht jung. Der Hype Cycle von Gartner enthält "Big Data" erst seit kurzem und verzeichnet das Buzzword noch nicht einmal im "Gipfel der überzogenen Erwartungen".
Von der Analyse der Massendaten wird also noch nicht das Heil erwartet, denn es gibt noch zu viele offene Fragen. Zwei wichtige Punkte: Die Daten müssen irgendwo gespeichert werden und sie müssen zusätzlich auch in Backups archiviert werden. Das belastet selbst die IT-Budgets von großen Unternehmen sehr deutlich, so dass sie auf Abhilfe sinnen.
"Virtualisierung und Cloud Computing setzen sich immer mehr durch. Deshalb verlagern immer mehr Firmen ihre Daten von den Arbeitsplatzrechnern in leistungsstarke interne oder externe Rechenzentren mit einem hohen Sicherheitsstandard", sagt Volker Smid von der Bitkom. So lässt sich der Speicherbedarf flexibel dem Wachstum der Datenmenge anpassen. Damit werden Investitionen in Hard- und Software sowie eine aufwändige Wartung der Systeme überflüssig - für die einzelnen Unternehmen.
Den Investitionsbedarf haben nun externe Rechenzentren und Cloud-Anbieter. Und die kaufen fleißig Terabyte-Festplatten. Laut Bitkom sank der Umsatz mit Speicherlösungen 2009 bedingt durch die Wirtschaftskrise um 7,4 Prozent; im vergangenen Jahr stieg er allerdings wieder - um satte 14 Prozent.
"Die rasant wachsenden Datenmengen und der Nachholbedarf an Investitionen in IT-Infrastruktur sorgen für ein anhaltendes Wachstum im Storage-Markt", bewertet Volker Smid die Marktentwicklung. In diesem Jahr steige der Umsatz voraussichtlich um rund 2,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Für 2012 wird eine Steigerung um 1,5 Prozent erwartet.
Bildquelle: Rolf van Melis / pixelio.de