BPM-Day von Seven Principles

„Big Processes“ fordern Agilität

„Quo Vadis BPM – Status, Trends & Strategien“ lautete die Überschrift einer BPM-Veranstaltung, zu der das Beratungsunternehmen Seven Principles nach ­München eingeladen hatte.

  • Prof. Dr. Kai Höhmann, Chief Sales Officer der Seven Principles AG, begrüßte mehr als 80 Teilnehmer zum ersten BPM-Day seines Unternehmens.

  • Dr. Frank Piller, Professor an der RWTH ­Aachen, empfiehlt Open Innovation zur ­Steigerung des Innovationspotentials.

Mehr als 80 Teilnehmer aus Industrie, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung nutzten auf der Veranstaltung die Gelegenheit, sich von Unternehmen der BPM-Branche über neue Entwicklungen informieren zu lassen. „So werden Business Intelligence (BI) und Analysewerkzeuge immer wichtiger, wenn es darum geht, Business Process Management (BPM) agiler zu machen. Wird BI mit BPM kombiniert, profitieren Anwender von Instant-Analyse- und Prozessanpassungs-Möglichkeiten. Sie gewährleisten, dass die Geschäftsprozesse immer auf die strategischen Unternehmensziele abgestimmt sind und dass Firmen in der Lage ist, flexibel und umgehend auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren“, fasst Luis Praxmarer, Analyst bei der Experton Group, die steigende Relevanz dieser Disziplinen zusammen.

„Wettbewerbsvorteile durch Agilität“ war deshalb auch das Thema der Keynote des BPM-Days, die von Dr. Christian Neubaur, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum Management Consultants, und Günter Nieuwenhuis, Chief Operating Officer bei Seven Principles, gemeinsam vorgetragen wurde. „Wir möchten Unternehmen Wege aufzeigen, wie mittels Process Innovation die gewünschte Agilität erreicht werden kann“, erklärt Nieuwenhuis. Wie derartige Wege aussehen können, erklärten in Fachvorträgen und Produktdemonstrationen mehrere Anbieter von BPM-Lösungen wie Oracle, SAP, Microsoft, Opentext und die Software AG.

Welche konkreten Wettbewerbsvorteile Unternehmen durch ein hohes Maß an Agilität erzielen können, machte Neubaur in seinem Vortrag deutlich. An Beispielen von zwei „Erfolgsunternehmen“ wie Apple und Porsche zeigte er auf, dass Agilität auf verschiedensten Ebenen zur Basis eines Geschäftserfolgs werden kann. Dazu zählt die Agilität auf allen Ebenen des Geschäftsmodells – in der Entwicklung von Geschäftsfeldern, in der Nutzung von Technologien und Kompetenzen oder in der Produkt-innovation.

Während Apple zeitnah grundlegende Technologien und Kompetenzen für zahlreiche eigene Produktinnovationen genutzt hat, also eine Innovationsstrategie verfolgt, setzt Porsche – nicht weniger erfolgreich – auf eine Individualisierungsstrategie. „Porsche erfüllt seinen Kunden jeden individuellen Wunsch und verfügt somit über eine theoretisch unbegrenzte Anzahl von Varianten. Voraussetzung für die Umsetzung einer Individualisierungsstrategie ist die konsequente Ausrichtung der Prozesse auf die Kunden“, so Neubaur. Unternehmen stecken nach den Worten von Günter Nieuwenhuis vielfach in einem „Prozessdilemma“. Zu den Herausforderungen zählen zunehmend komplexere und knapp kalkulierte Kundenprojekte genauso wie verkürzte Produktlebenszyklen. Auch die Erfüllung aller Anforderungen rund um das Thema Governance stellt hohe Ansprüche an das Prozessmanagement.

Mit dem „Process Efficiency Scan“ präsentierte Seven Principles eine Analysemethode, die es Anwendern ermöglicht, den Status quo spezifischer Prozesse zu bestimmen. Gleichzeitig zeigt sie auch Möglichkeiten zur Verbesserung der Geschäftsprozesse sowie zur Optimierung der unterstützenden IT auf. Um Erfolge bei der Prozessoptimierung messbar zu machen, hat der Anbieter in Zusammenarbeit mit Dr. Hans Zangl, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule München, zudem die Process Scorecard (PSC) entwickelt. Diese ermöglicht es Unternehmen, transparente Wirkungsgefüge der Prozesslandschaft zu erhalten. Dabei werden die Prozesse und ihre Stellhebel mit dem größten Einfluss auf bestimmte strategische Erfolgskräfte identifiziert, messbar gemacht und mit Zielgrößen und den entsprechenden Maßnahmen in verschiedenen „Scorecards“ hinterlegt und überwacht. Diese – im ersten Schritt – IT-unabhängige Methode führt Herstellerangaben zufolge zu wertvollen Erkenntnissen und lässt sich modular entwickeln.

Dass die Komplexität des Prozessmanagements stetig zunimmt und neue Methoden und Werkzeuge unverzichtbar sind, war unter den Referenten unumstritten. Gunther Rothermel, Vice President Head of Product Unit Integration & Orchestration bei der SAP AG, sieht Parallelen zur wachsenden Datenflut. „Analog zur Big-Data-Thematik haben wir es bei BPM immer häufiger mit einer Big-Processes-Thematik zu tun“, so sein Fazit. Eine vergleichsweise neue Methode, um dieser Problematik zu begegnen, liegt laut Dr. Frank Piller, Professor an der RWTH Aachen und Mitglied der MIT Smart Customization Group, in der Open Innovation. Dahinter verbirgt sich die Öffnung des Innovationsprozesses und damit die aktive strategische Nutzung der Außenwelt – z. B. sozialer Netzwerke – zur Vergrößerung des Innovationspotentials. „Die systematische Kombination von internen Ressourcen und Open Innovation können das Technologie- und Innovationsmanagement beflügeln“, ist Professor Piller sicher.

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok