16.02.2017 Nicht praxistauglich

Bundesagentur für Arbeit stoppt IT-Projekt Robaso

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat ihr millionenschweres IT-Projekt "Robaso" (Rollenbasierte Oberflächen) gestoppt. Nach vier Jahren Entwicklung merkte man im Praxiseinsatz, dass Kontonummern nicht geändert werden konnten.

Die 60 Millionen Euro teure Software, die eine Plattform für 14 verschiedene Anwendungen sein wollte, werde nun doch nicht in den Arbeitsagenturen eingesetzt, so die Bundesbehörde am Mittwoch. Ziel war es, den Mitarbeitern das Arbeiten auf einer einzigen IT-Plattform ohne Doppeleingaben und Programmwechsel zu ermöglichen und zu vereinfachen. Die rund 90.000 Mitarbeiter nutzen nun allerdings wie bisher die 14 Einzelanwendungen.

Das nun gestoppte System hatte die Bundesagentur in den letzten vier Jahren  selbst entwickelt. Abläufe sollten beschleunigt werden, im praktischen Einsatz sei aber das System nicht „ausreichend flexibel“ gewesen. So habe sich gezeigt, das nachträgliche Änderungen, etwa die Korrektur einer Kontonummer, in dem System schlicht nicht möglich seien.  Der Projektabbruch wurde durch ein unabhängiges externes Audit bestätigt, so die BA. Die Schwachstellen der Software seien erst bei ihrer Verwendung unter realen Bedingungen erkannt worden.

Künftig sollen solche Programme früher in den Praxistest gehen, kündigte die Bundesagentur an.

Die IT-Landschaft bei der BA ist groß: Mit rund 120 eigens entwickelten IT-Verfahren wird die Arbeitsvermittlung unterstützt, Fördermaßnahmen abgewickelt und Geldleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld ausgezahlt. Für die Weiterentwicklung und den Betrieb einer der größten IT-Landschaften Deutschlands hat die BA allein zwischen 2011 und 2016 etwa 4,5 Milliarden Euro aufgewendet.

Bildquelle: BA

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