Pixomondo setzt auf Dell-Technologien

Business-IT fürs Filmgeschäft

Beim Visual-Effects-Spezialisten Pixomondo befinden sich die Technologien von Dell im permanenten Härtetest.

Office, Bildquelle: Pixomondo

Der Frankfurter Visual-Effects-Spezialist Pixomondo realisiert Produktionen für Kino und TV, aber auch für Werbespots oder Live-Media-Inszenierungen.

Spätestens seit dem Gewinn des Oscars in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ in der Kinoproduktion „Hugo Cabret“ ist der Name Pixomondo auch vielen Menschen außerhalb der Filmbranche ein Begriff. Denn der Award ist eben auch ein Beleg für die hohe Kunst, die Pixomondo beherrscht: die Realisierung von Bildwelten, in denen eine für den Betrachter kaum mehr wahrzunehmende Symbiose von digital konstruierter und real gefilmter Welt gelingt. Rund 50 Mio. Euro setzt der Frankfurter Visual-Effects-Spezialist (VFX) mit solchen Produktionen für Kino und TV, aber auch für Werbespots und Live-Media-Inszenierungen bedeutender Markenunternehmen um.

Gemeinsam mit seinem IT-Lieferanten Dell erläuterte Pixomondo im Rahmen eines Pressegesprächs im Juli 2012 die Hintergründe des VFX-Geschäfts und die Anforderungen an die IT. Pixomondo-COO Christian Vogt betonte zunächst das Alleinstellungsmerkmal des mehr als 670 Mitarbeiter zählenden Unternehmens. Es ist die Fähigkeit, dank weltweiter Präsenz an 14 Standorten in fünf Ländern auf drei Kontinenten rund ums Jahr einen 24x7-Produktionsprozess bieten zu können.

Die Bearbeitung einzelner Projekte kann damit über Zeitzonen hinweg auf verschiedene Standorte verteilt werden. Erster Vorteil: Der Tag hat wirklich 24 Stunden, selbst enge Terminvorgaben können damit eingehalten werden: An einem in Schanghai begonnenen Job arbeiten Mitarbeiter in Frankfurt und danach in Los Angeles weiter. Zweiter Vorteil: Pixomondo kann für jedes Projekt die jeweils geeignetsten Kreativ- und Effektspezialisten weltweit leichter einbinden.

Von diesem Netzwerk hat auch „Hugo Cabret“ profitiert: 480 Pixomondo-Mitarbeiter haben dafür an neun Standorten mitgewirkt. Insgesamt 854 Einstellungen wurden berechnet. Informationstechnisch stecken dahinter der Transfer von über 3.000 Terabyte an Daten zwischen den Studios sowie die Berechnung von über 300 Mrd. Pixel und vier Mio. Einzelbildern. Für das Rendering, also die Erzeugung der Filmsequenzen aus Rohdaten und digitalen Modellen, wurden 354.000 Tage Rechenzeit benötigt; ein einzelner Computer wäre damit fast 970 Jahre beschäftigt gewesen. Tatsächlich konnte Pixomondo diese Aufgaben auch dank massiver Rechenpower in einer Produktionszeit von 432 Tagen bewältigen. 

Bewältigung der Daten

Und die Anforderungen an die IT im VFX-Geschäft steigen laut Vogt ständig weiter an. Schon die Entscheidung Scorseses, „Hugo Cabret“ als seinen ersten 3D-Film zu produzieren, bedeutete wegen der zwei Kameraperspektiven pro Einstellung schon eine Verdopplung der Datenmenge. Und es gibt noch andere Parameter, die das Datenvolumen in die Höhe treiben können: Bestimmte vom Kunden gewünschte Datenformate, die Erhöhung der Bildauflösung oder der Bildfrequenz. Neben den anfallenden Datenmengen nannte Vogt eine weitere Herausforderung: Energieeffizienz. So beginnt „Hugo Cabret“ mit einer für Scorsese typischen langen Kamerafahrt: Anflug über das alte, digital rekonstruierte Paris hinein in den damaligen ­Gare Montparnasse. Stromkosten für die Berechnung dieser 45-sekündigen Sequenz: 35.000 US-Dollar.

Trotz der besonderen Anforderungen des VFX-Geschäfts setzt Pixomondo nicht auf Spezialhardware, sondern einheitlich in allen Standorten auf zwar hochgerüstete, aber standardisierte und damit einfach und schnell zu administrierende Technologien von Dell. Angefangen bei (3D-)Monitoren über Desktops und Workstations bis hin zu den Server- und Speichersystemen, die in den Rechenzentren der einzelnen Standorte betrieben werden. Doch die Leistungsfähigkeit der Technik ist nur ein Aspekt. Vogt schätzt vor allem den Support. In Uwe Wiest, Advanced Solution Group Director bei Dell, hat er einen zentralen Ansprechpartner für Pixomondos weltweite IT-Infrastruktur. So können auch kurzfristige Anforderungen im hektischen Filmgeschäft schnell gelöst werden. Und Tests und Einsatzplanungen für neue Dell-Technologien koordiniert Wiest zentral in Deutschland.

Gegenwärtig prüfen die beiden die Chancen, die sich für Pixomondo durch das Cloud Computing in einem Dell-Rechenzentrum ergeben könnten. Die Vorteile – Verringerung der lokal vorgehaltenen Serverressourcen etwa oder eine leichtere Administration der heute noch täglich zu synchronisierenden dezentralen Datenbestände – leuchten zwar ein. Gelöst werden muss aber noch die Frage der Verbindungskosten. Denn laut Vogt müssten zu den Standorten schon mindestens zehn teure Gigabit-Leitungen aufgebaut werden. Insofern wollten sich Vogt und Wiest noch nicht auf einen Termin für die Cloud-Einführung festlegen lassen. Fest stand dagegen schon ein anderer Termin: die Verleihung der Emmy-Awards am 23. September. Und rechtzeitig zum Redaktionsschluss traf die Nachricht ein, dass Pixomondo den Preis für die visuellen Effekte in der US-amerikanischen TV-Serie „Game of Thrones“ gewonnen hat.

Bildquelle: Pixomondo

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