Claxeda EnergyCore: Server mit Handy-Technik
Cloud Computing ist nicht mehr das nächste große Ding. Der Hype von gestern ist längst im Alltag der Rechenzentren und Unternehmen angekommen. Die Folge: die Serverparks wachsen und wachsen, der Stromverbrauch steigt und steigt. Und damit schießen auch die Kosten in die Höhe.
Rechenzentren benötigen Strom für die Server und die Kühlung. Vor allem Letzteres kann die Kosten noch einmal um 50 bis 100 Prozent steigern. Da ist es eine nahe liegende Idee, Server mit energieeffizienten Prozessoren auszustatten, die außerdem eine deutlich geringere Kühlleistung benötigen.
Bisher waren Rechenzentren die Domäne der klassischen Intel-Architekturen. Grund dafür ist die große Verbreitung der Prozessoren und damit die relativ niedrigen Anschaffungskosten. Doch inzwischen sind Stromsparprozessoren wie Atom, Opteron oder ARM-Systeme ausreichend leistungsfähig für den Einsatz in Servern.
So entstand eine völlig neue Rechnergattung: Microserver. Sie bestehen aus einer mit stromsparenden Chips bestückten Steckplatine und können wie ein Computercluster zu größeren Einheiten zusammengefasst werden. Das jüngst von AMD aufgekaufte Unternehmen
SeaMicro hat diesen Markt erschlossen. Und inzwischen gibt es sogar Startups wie
Calxeda, die Microserver auf der Basis des Smartphone-Prozessors A9 bauen.
In diesem Jahr sollen sich die Verkaufszahlen der Winzlinge verdreifachen, meint
IHS iSupply. Ein beeindruckendes Wachstum, aber die Verkaufszahlen sind relativ niedrig und werden am Ende des Jahres 2013 wohl noch unter 300.000 liegen. Zum Vergleich: 2012 sind fast 8,5 Millionen Server verkauft worden.
Doch zahlreiche IT-Experten prophezeien den Microservern eine große Zukunft. So ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Rechenzentren in wenigen Jahren sehr stark
wandeln werden. Vor allem
Webserver und andere Anwendungen ohne hohen Leistungsbedarf dürften in naher Zukunft die Domäne der Serverzwerge werden.
Dies wird auch von den beiden Herstellern von Prozessoren für klassische "Bigserver" so gesehen. AMD hat jetzt einen neuen SeaMicro-Server mit seiner Opteron-Technologie angekündigt und Intel stellte vor wenigen Wochen einen Atom-Prozessor mit einer Leistungsaufnahme von nur sechs Watt vor. Die nächste Generation der Microsoerver steht also schon vor der Tür.
Bildquelle: Calxeda