Ein unbeabsichtigter Datenabfluss lässt sich mit Data-Loss-Prevention-Tools verhindern.
Intrusion-Detection-Systeme, Firewalls oder Virenscanner sind heute Standard in der IT. Allerdings sichern sie das Unternehmensnetz primär vor Angriffen von außen. Einen wirksamen Schutz für einen Datenverlust von innen – sei es aus Böswilligkeit, schlichter Unachtsamkeit oder Unwissen – bieten sie nicht. Zudem bleiben solche Vorfälle oft völlig unbemerkt. Abhilfe schaffen hier Data-Loss-Prevention-Lösungen (DLP), mit denen Anwender den Datenfluss vom eigenen Netzwerk in das Internet zuverlässig kontrollieren und gegebenenfalls unterbinden können. Die verfügbaren Anwendungen in diesem Bereich unterstützen in der Regel eine Überwachung von „Data at Rest“, das heißt inaktiven, ruhenden Daten, „Data in Motion“, das heißt von Daten, die gerade übertragen werden, und „Data in Use“, das heißt aktiven Daten, die gerade bearbeitet werden.
Netzwerk-DLP-Lösungen bieten aber nur Sicherheit, wenn sich ein Gerät auch im Netzwerk befindet. Je mehr das mobile Arbeiten zum Alltag wird, desto seltener ist das der Fall. Dadurch haben sich auch die Risiken massiv erhöht. DLP-Lösungen müssen folglich über das eigene Netzwerk hinausreichen und die Endgeräte selbst erfassen. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass eine Lösung zur Endgeräteverwaltung und -sicherheit genutzt wird und ein durchgängiger Schutz der Geräte und Daten sichergestellt ist; das heißt, es muss eine Lösung im Bereich „Governance, Risk Management und Compliance“ (GRC) implementiert werden. Eine solche Endpunkt-GRC-Applikation sollte auf jeden Fall Funktionalitäten in den Bereichen Geräte- und Bestandsverwaltung, Sicherheit und Datenschutz, Bestimmung des Gerätestandortes und Computerforensik bereitstellen.
Eine GRC-Lösung muss die Verwaltung sämtlicher Endpunktgeräte unterstützen, das heißt nicht nur die Softwarebestandsaufnahme, Problembehebung, Konfiguration und Aktualisierung von Desktop-PCs und Notebooks unterstützen, sondern auch von Tablets und Smartphones. Eine derartige Lösung ist allein schon deshalb von Bedeutung, da sich immer mehr Unternehmen mit dem Thema „Bring your own Device“ (BYOD) beschäftigen.
Wird ein Endpunktgerät beschädigt, geht es verloren oder wird es gestohlen, müssen Unternehmen die Möglichkeit haben, auf gespeicherte Daten zuzugreifen, um regulatorische und gesetzliche Vorschriften zu erfüllen. Es wird deshalb eine Endpunkt-GRC-Lösung benötigt, mit der Sicherungskopien der Endpunktdaten erstellt werden können. Außerdem sind Unternehmen verpflichtet, im Falle des Verlustes eines Gerätes zu gewährleisten, dass alle Daten sicher sind, die unter gesetzliche Datenschutzbestimmungen oder Regelungen zum Schutz der Privatsphäre fallen. Folglich sollte eine Endpunkt-GRC-Lösung auch eine Datenlöschung auf mobilen Endgeräten ermöglichen.
Der physische Standort eines Geräts kann häufig Auskunft darüber geben, ob es sicher oder gefährdet ist. Nützliche Funktionen einer entsprechenden Lösung sind deshalb z.B. die Möglichkeit zur Nachverfolgung von Geräten mit der Anzeige von aktuellen und ehemaligen Standorten sowie zur Festlegung von geografischen Grenzen, bei deren Überschreitung eine Warnmeldung ausgegeben wird. Ferner muss ein geeignetes Tool die Daten eines gestohlenen Computers unabhängig vom Standort auswerten können, beispielsweise durch die Erfassung von Tastatureingaben oder durch das Durchsuchen von Dateien. Damit lässt sich auch nachvollziehen, ob ein Gerät bestimmungsgemäß genutzt wurde.
Generell muss eine Lösung für die Endgerätesicherheit heute nicht nur Grundfunktionalitäten wie die Fernlöschung von Daten im Falle eines Verlustes oder Diebstahles bieten. Erforderlich ist ein umfassender Schutz der Geräte und Daten mittels einer integrierten GRC-Lösung. Nicht zuletzt sollte eine GRC-Lösung natürlich auch eine DLP-Funktionalität bieten. Zu Endpunkt-DLP-Features gehören die Identifizierung vertraulicher Daten auf den Endgeräten, das Blockieren des Transfers unternehmenskritischer Daten – z. B. durch Verhinderung eines E-Mail-Versandes oder einer Speicherung auf externe Storage-Geräte – oder das Web-Filtering.
Insgesamt betrachtet reicht heute im „mobilen Zeitalter“ eine Netzwerk-DLP-Anwendung, die grundlegende Sicherheitsmaßnahmen bietet, nicht mehr aus. Ebenso wichtig als komplementärer Bestandteil ist eine Endpunkt-DLP-Lösung. Sie sollte integraler Bestandteil einer umfassenden GRC-Applikation sein, die nicht nur aktuelle Anforderungen abdeckt, sondern auch eine hohe Flexibilität für die problemlose Bewältigung neuer Problemstellungen bietet. Nur so kann künftig sichergestellt und vor allem auch nachgewiesen werden, dass IT-Compliance-Prozesse für Endpunkte ordnungsgemäß implementiert sind.
Glossar
DLP – mit den Begriffen „Data Loss Prevention“ oder „Data Leakage Prevention“ (DLP) werden Lösungen und Schutzmaßnahmen bezeichnet, mit denen ein unerwünschter Datenabfluss vom Unternehmensnetz ins Internet verhindert werden kann. Im Einzelnen ermöglichen DLP-Lösungen eine Lokalisierung vertraulicher Daten, eine Überwachung von Datenbewegungen und eine Verhinderung von Datenmissbrauch und -diebstahl.
GRC – mit dem Begriff „Governance, Risk Management und Compliance“ (GRC) werden generell Themen und Prozesse rund um die Unternehmenssteuerung, das Risikomanagement und die Einhaltung von Vorgaben zusammengefasst. Der Begriff Governance bezieht sich dabei auf die Unternehmensführung durch Richtlinien. Risk Management bezeichnet Strate-gien zur Risikoanalyse und -minimierung. Der Begriff Compliance zielt auf die Einhaltung interner Normen und Anforderungen sowie externer Regularien und Vorgaben ab.
Quelle: Absolute Software
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