Due Diligence

Den richtigen Cloud-Anbieter wählen

Cloud Computing spielt mittlerweile eine tragende Rolle in verschiedenen Bereichen – von Start-ups über Mittelständler bis hin zu Großkonzernen – und kann auch bedingen, dem Service-Provider geschäftskritische Daten anzuvertrauen. Um sich für den richtigen Anbieter zu entscheiden, sollte eine „Due Diligence“ durchgeführt werden.

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Ein Datenzentrum zu führen, erfordert laufend große Investitionen und zieht substantielle Personalkosten und operationelle Auslagen mit sich.

Wie die kürzlich erfolgte Auflösung von Nirvanix zeigt, ist es wichtig, die finanzielle Lage eines potentiellen Cloud-Anbieters zu überprüfen; und zwar sowohl in der Vergangenheit als auch gegenwärtig und prospektiv in der Zukunft. Der Anbieter muss aufzeigen, dass er in der Vergangenheit finanziell stabil war und dies auch in Zukunft sein wird. Entscheider sollten deshalb nach Anhaltspunkten für finanzielle Stabilität und Wachstum über die Zeit suchen. Zusätzlich sollte beim Anbieter nachgefragt werden, wie es um die ­finanzielle Perspektive des Unternehmens steht. Ein Datenzentrum zu führen, erfordert laufend große Investitionen und zieht substantielle Personalkosten und operationelle Auslagen mit sich. Ist der Provider in der richtigen Position, um die eigenen IT- und Business­ziele langfristig zu unterstützen?

Empfehlungen sind nicht alles

Kundenempfehlungen sind zwar wichtig, um Anbieter zu bewerten, doch sie sind nicht alles. Es gilt dabei zu überprüfen, wie gut diese zur tatsächlichen Leistung des Anbieters passen. Erscheint etwas nicht stimmig, sollte man vorsichtig sein und weitere Nachforschungen anstellen. Bei Cloud-Services ist der wichtigste Hinweis schon im Namen enthalten: Es ist ein Service, ein Engagement – ein komplexes und umfassendes zudem, das große Auswirkungen auf den Erfolg des eigenen Unternehmens haben kann. Die Kernfrage ist also: Kann der Cloud-Anbieter den Track Record eines Unternehmens mit großer Service-Affinität aufzeigen? Und bürgen seine Kunden auch dafür?

Crew neben der Rennstrecke

Eine erfolgreiche Cloud aufzubauen und zu managen, ist wie ein Formel-1-Rennen zu gewinnen: Egal wie gut der Rennfahrer ist, es braucht auch eine fähige Boxencrew auf und neben der Rennstrecke, und zwar während und nach dem Rennen. Übertragen heißt das, dass der Cloud-Anbieter jederzeit Zugang zu technischen Experten bieten muss, nicht nur für den Support, sondern auch um beim Design, Aufbau und operativen Management der Cloud-Applikation helfen zu können. Wer auf der Suche nach dem passenden Partner in diesem Gebiet ist, sollte sich über die Expertise und den Support beim Cloud-Provider informieren. Ein guter Test ist der Anruf bei der Telefonzentrale: Werde ich mit jemandem verbunden, der weiß, von was er spricht?

Besonders wenn der Geschäftserfolg stark von der Qualität der Webpräsenz und den Webapplikationen abhängt, sollten sich Interessenten die historische Uptime – die Betriebszeit – der potentiellen Anbieter genau ansehen. Wie oft kommen Ausfälle vor und wie geht der Provider damit um? Hier sollte besonderes Augenmerk auf den angebotenen Garantien liegen, insbesondere den Service Level Agreements (SLA). Diese müssen verständlich sein, mit einfach zu verstehenden Zusicherungen. Wer etwas mehr Flexibilität benötigt, sollte auch prüfen, ob nur grundlegende Services angeboten werden oder ein breitgefächertes Portfolio von dedizierten und öffentlichen Servern, privaten und hybriden Clouds, die von fachkundigem Supportpersonal gesichert werden. Hierbei muss auch bedacht werden, dass die eigenen Ansprüche wachsen könnten und ein einfacher Service nicht mehr ausreicht. Große Betriebe sollten eine hybride Cloud in Betracht ziehen, welche die Sicherheit einer privaten Cloud und die Skalierbarkeit einer Public Cloud vereint.

Konzentration auf die Ziele

Es gibt „offene“ und „geschlossene“ Clouds. Mit einer Cloud, die auf einer Open-Source-Plattform wie z.B. Openstack basiert, vermeiden Nutzer die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter. Zudem können sie so die mit einer geschlossenen, proprietären Cloud einhergehenden Grenzen im Preis, bei den Services und der Innovationsrate umgehen. Applikationen können von einem Open-Cloud-Anbieter wie etwa Rackspace zum nächsten oder sogar in die eigene Cloud verschoben werden. Dies ist eine zentrale Überlegung bei der Auswahl des Anbieters. Außerdem: Anstatt auf die Kosten sollten Interessenten sich zuerst auf ihre Geschäftsziele konzentrieren. Erst im zweiten Schritt sollten Anbieter und ihre Preise danach beurteilt werden, was dafür geboten wird. Eine einfache Preistabelle, welche die Miet- und Storage-Kosten für einen bestimmten Zeitrahmen aufzeigt, vernachlässigt womöglich erfolgsentscheidende Kostenpunkte wie z. B. Cloud-Migration und -Support.

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