Alles wird anders

Der Computermarkt wandelt sich

Die Geräte werden flacher, stromsparender und mobiler, die Anwender anspruchsvoller. Microsoft und Intel reagieren.

Bald veraltet: Ein typischer Prozessorsockel für einen PC

Seit ein paar Tagen schwirren zwei bisher noch nicht bestätigte Gerüchte über zwei Marktführer im PC-Markt durch die Blogs: Microsoft Opens external link in new windowplane jährliche, aber kostengünstige Versionen von Windows und Intel Opens external link in new windowgehe zu fest verlöteten und nicht separat erhältlichen Chips für Desktop-PC über.

Die Änderung in der Veröffentlichungspolitik von Microsoft bedeutet schlicht, dass der Softwareriese aus Seattle die Lektionen der "App Economy" gelernt hat. Ein besonders wichtiges Merkmal von Apps: Sie werden relativ häufig aktualisiert. Die Entwickler erweitern sie schrittweise um genau die Funktionen, die sich begeisterte Vielnutzer wünschen.

Im Prinzip kann dieses Vorgehen auch bei einem Betriebssystem funktionieren. So könnte Microsoft durch eine "Jahresversion" von Windows deutlich schneller als bisher auf die Wünsche von Anwendern und auf neue IT-Trends eingehen. Denn inzwischen sind die Ansprüche gestiegen. Niemand will mehr zwei oder drei Jahre auf interessante Features warten.

Microsoft hat mit Windows 8 rasch und konsequent auf veränderte Marktbedingungen reagiert. Die Gerüchte über jährliche Updates passen also ins Bild. Scheinbar nicht passend sind dagegen die Gerüchte über Intel. Der Hardware-Hersteller verabschiedet sich anscheinend vom modularen Desktop-PC, der auch vom Endkunden zusammengebaut oder aufgerüstet werden kann.

Doch wer macht das überhaupt noch? Außer einigen Bastelfreaks, die auf vergoldete Kontakte stehen und Gehäuseschrauben liebevoll mit einem Silikonring abfedern? In der Vergangenheit war Hardware recht teuer und der Selbstbau eines PCs hatte durchaus Vorteile. Wer geschickt Preise verglich, konnte Geld sparen oder ausgewählte Hochleistungsbauteile nutzen.

Ein Blick in die Herstellerkataloge bringt Aufklärung. So kostet zum Beispiel ein ausreichend leistungsfähiger und jeden Schreibtisch schmückender All-in-One-PC unter 400 Euro. Und genau um diese Geräte (und um Tablets sowie Convertibles) geht es Intel. Denn der klassische Desktop-PC stirbt aus. In Wirklichkeit war er nämlich ein lästiges Tower-Gehäuse unter dem Schreibtisch und mit viel Kabelsalat.

Die meisten Heimanwender wollen so etwas nicht mehr. Wer überhaupt noch einen PC und kein Tablet haben will, entscheidet sich häufig für Minigehäuse oder gleich für einen der superflachen All-in-One-PC. Und auch Unternehmen rüsten ihre Büros beim nächsten Hardwarerollout lieber mit Slimline-Technik aus.

Die Welt der Computer ändert sich, die Geräte werden "luftiger" und mobiler. Entscheidend sind niedrige Verbrauchswerte, geringes Gewicht und ein "flaches" Produktdesign. Durch das touch-optimierte Windows 8 Pro sind jetzt auch leistungsfähige Tablets möglich, die den vollen Windows-Funktionsumfang haben. Wer die einschlägigen Marktzahlen studiert, kommt zu dem Schluss: Hier liegt die Zukunft für den Massenmarkt der Computerhardware.

Bildquelle: Rakatack / sxc.hu

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