26.04.2017 Im Gespräch mit Helmut Fleischmann, Voquz

Der richtige Dreh beim SAP-Lizenzmanagement

Von: Ina Schlücker

Interview mit Helmut Fleischmann, Vorstand der Voquz Group, über den richtigen Dreh beim SAP-Lizenzmanagement und den Stellenwert frühzeitiger Sicherheitstests bei der Software-Entwicklung

  • Helmut Fleischmann, Voquz

    „Wir besitzen eine breite Angebotspalette angefangen bei der SAP-Beratung über die SAP-Implementierung, den Rollout und Release-Wechsel bis hin zu Wartung und Support“, so Helmut Fleischmann von Voquz.

  • Helmut Fleischmann, Voquz

    „Mit SamQ bieten wir ein spezielles Produkt für das SAP-Lizenzmanagement und die SAP-Berechtigungsverwaltung“, erklärt Helmut Fleischmann, Voquz.

  • Helmut Fleischmann, Voquz

    Helmut Fleischmann, Voquz: „SAP-Anwender können sich vielfach nicht sicher sein, ob sie sich inner- oder außerhalb des legalen Lizenzrahmens bewegen. Ein Beispiel stellt die indirekte Nutzung dar.“

  • Helmut Fleischmann, Voquz

    Helmut Fleischmann, Voquz: „Mit unseren Tests lassen sich bereits in einem frühen Stadium mögliche Schwachstellen bei der Software-Entwicklung aufspüren.“

  • Helmut Fleischmann, Voquz

    Helmut Fleischmann, Voquz: „Von sauberen Stammdaten hängen unzählige Unternehmensprozesse ab, beispielsweise in der Produktion oder der Fertigung.“

Die Voquz Group mit Sitz in München agiert als internationaler Lösungsanbieter und Systemintegrator mit rund 400 Mitarbeitern. Angeboten werden verschiedene Lösungen u.a. in den Bereichen SAP Business Solutions, Asset-Management und Datenqualität. Die Unternehmensgruppe entstand im Jahr 2014 durch den Zusammenschluss der beiden Anbieter Cloud7 und DV-Ratio und verfügt damit über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Neben klassischen SAP-Services konzentriert man sich auf die Entwicklung eigener Produkte, die bei großen SAP-Projekten wichtige Hilfestellungen leisten sollen. „Alles in allem stammen 80 Prozent unseres Umsatzes im SAP-Bereich aus dem Projektgeschäft, die übrigen 20 Prozent generieren sich aus dem Lösungsangebot“, erklärt Helmut Fleischmann. Aufgrund dieses Verhältnisses will man sich auch in Zukunft nicht zu einem reinen Software-Anbieter entwickeln, sondern als Lösungsanbieter agieren, wie Helmut Fleischmann im Interview mit IT-DIRECTOR erklärt.

IT-DIRECTOR: Herr Fleischmann, auf welche Lösungen legen Sie Ihr Augenmerk?
H. Fleischmann:
Wir bieten verschiedene Services für IT-Sicherheit, Lizenzmanagement, Business Intelligence (BI) und die Software-Entwicklung an. Unsere Schwerpunkte liegen dabei auf SAP-Lösungen und der sogenannten „Application Quality“. Im Zuge dessen realisieren wir viele Entwicklungsprojekte im SAP- sowie im Java- und C#-Bereich. Großes Augenmerk legen wir dabei auf umfassende Sicherheits- und Funktionstests der entwickelten Anwendungen.

IT-DIRECTOR: Was bieten Sie speziell SAP-Anwendern an?
H. Fleischmann:
Hier besitzen wir eine breite Angebotspalette angefangen bei der SAP-Beratung über die -Implementierung, den Rollout und Release-Wechsel bis hin zu Wartung und Support. Neben dem klassischen SAP-Projektgeschäft offerieren wir Application Managed Services.  Wir übernehmen dabei über Jahre hinweg die Betreuung von SAP-Bestandssystemen zu fest vereinbarten Service Levels und Preisen, sodass sich die Kunden auf ihr Kerngeschäft oder neue IT-Projekte konzentrieren können.

Daneben realisieren wir die Einführung und Umstellung von Data-Warehouse-Systemen auf „Hana for SAP Business Warehouse (BW)“, um den Anwendern den Einstieg ins In-Memory Computing zu ermöglichen. Der Hintergrund: Business Analytics wird heutzutage immer wichtiger, da immer mehr Daten generiert werden, die im nächsten Schritt auch ausgewertet werden müssen. Wir bemerken innerhalb der Unternehmen einen richtiggehenden „Hunger“ nach Daten. Auf diese Weise möchten die Verantwortlichen ihre Entscheidungen zielgenauer treffen, sei es im Hinblick auf verbesserte Produktionsprozesse oder die Unternehmenssteuerung.

IT-DIRECTOR: In welchen Ländern sind Sie aktiv?
H. Fleischmann:
Historisch betrachtet liegen unsere Wurzeln in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei wir uns zuletzt international vergrößert haben. Bereits im Januar 2016 starteten wir mit einem neuen Standort in den USA, wo wir große Kunden wie Aryzta, Capsule oder Waters gewinnen und so bereits im vierten Quartal profitabel arbeiten konnten.

Über Partnerkonzepte versuchen wir überdies weitere Länder abzudecken. So arbeiten wir mit Anbietern u.a. in Brasilien, Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Spanien, Frankreich, Chile und Kanada oder den Balkanstaaten zusammen. Nicht zuletzt sind wir über unseren Partner Software One auch in den asiatischen Märkten vertreten.

Hierzulande haben wir während der Cebit vergangenen März eine neue Partnerschaft mit der Deskcenter Solutions AG verkündet. Die Kooperation ermöglicht zentrales Software-Asset-Management für alle Lizenzarten und -metriken. Dabei wird SamQ, unsere Spezialanwendung für das Management von SAP-Lizenzen, in die Deskcenter -Management-Suite integriert. Die Integration wird es Anwendern ermöglichen, unter der einheitlichen Oberfläche der Suite auch die Nutzung ihrer SAP-Lizenzen zu messen, abzubilden und zu verbessern sowie die Compliance sämtlicher Unternehmenslizenzen sicherzustellen.

IT-DIRECTOR: Wer zählt zu Ihren Kunden?
H. Fleischmann:
Wir arbeiten vorrangig mit Großkunden und gehobenen Mittelständlern zusammen. Denn diese besitzen in der Regel komplexe Prozesse, weshalb sie gerne mit langfristigen Service-Partnern zusammenarbeiten, die die Abläufe beim Anwender aus jahrelanger Zusammenarbeit kennen. Viele dieser Kunden setzen überdies auf unsere verschiedenen Produkte, z.B. auf SamQ für das SAP-Lizenzmanagement

IT-DIRECTOR: Was ist das besondere an diesem Tool?
H. Fleischmann:
Das Lizenzmanagement der Walldorfer verfolgt im Gegensatz zu anderen Software-Anbietern eine sehr spezielle Lizenzstruktur: Die Kunden nutzen die SAP-Systeme in vielfältiger Weise im täglichen Betrieb, indem sie Nutzer autorisieren und lizenzieren. Nach einem Jahr müssen sie eine Lizenzvermessung vornehmen und dem Anbieter melden, welche Lizenzen im Einsatz sind. Haben größere Kunden diverse SAP-Lösungen mit mehreren tausend Usern im Einsatz, gestaltet sich dies recht kompliziert. Auch da die Nutzer parallel mit unterschiedlichen Rechten auf verschiedene SAP-Systeme – z.B. als Professional User oder per Employee-Lizenz – zugreifen können. Da man stets die teuerste genutzte Lizenz bezahlen muss, sollten die Kunden genau wissen, welche User zu welchem Zweck mit welchen Systemen arbeiten.

IT-DIRECTOR: Wie kann man dabei den Überblick behalten?
H. Fleischmann:
Vielfach orientieren sich SAP-Kunden bei der Lizenzvergabe an der Berechtigungsstruktur. Anhand von Berechtigungen, die man einmal an die Mitarbeiter vergeben hat, wird deren Nutzung und folglich die entsprechende User-Lizenz abgeleitet. Dies ist jedoch höchst ungenau, da die aktuelle und damit tatsächliche Nutzung meist völlig anders aussieht. Außerdem orientieren sich die SAP-Lizenzbestimmungen nicht an den Berechtigungen, sondern vielmehr an den getätigten Transaktionen. Ein Beispiel: Der Leiter der Finanzbuchhaltung besitzt alle Zugriffsmöglichkeiten auf das SAP-System, wird aber nie oder nur höchst selten eigene Buchungen vornehmen. Von daher bietet sich die Verwendung einer Employee-Lizenz an, die ca. 350 Euro pro Nutzer kostet. Entscheidet man sich hingegen für eine Professional-Lizenz liegt man bei über 3.000 Euro.

Das Beispiel zeigt das noch immer große Optimierungspotential im Lizenzmanagement auf. Mit unserem Tool lassen sich sämtliche SAP-Zugriffe automatisiert auswerten. Dies funktioniert dank einer Transaktionsdatenbank,  die alle möglichen SAP-Transaktionen mit einem User-Lizenztyp bewertet So können wir innerhalb weniger Stunden nach der Installation des Tools erste Optimierungspotentiale beim Lizenzmanagement heben. Überdies können in unserem Tool unternehmensspezifische Vereinbarungen mit der SAP, wie zum Beispiel Sonderuser-Lizenzen, hinterlegt und folglich für die Lizenzvermessung und Optimierung genutzt werden.

IT-DIRECTOR: Gibt es weitere Vorteile?
H. Fleischmann:
Mit dem Tool ist eine kontinuierliche Lizenzüberwachung und -steuerung möglich, wobei die Kunden regelmäßige Auswertungen erhalten, welche Nutzer auf welchen Ebenen unterwegs sind. Dies ist u.a. für die Einhaltung von Compliance-Vorgaben wichtig. So lässt sich beispielsweise erkennen, wenn ein Mitarbeiter die Position oder Abteilung wechselt, aber seine Berechtigungen nicht angepasst wurden. Zudem kann man Unter- und Überlizenzierungen vermeiden, was den Kunden insbesondere bei den sogenannten „Unfriendly Audits“ von SAP in die Karten spielt.

IT-DIRECTOR: Audits schweben oftmals wie ein Damoklesschwert über SAP-Anwendern. Was macht die Lizenzmetriken der Walldorfer so kompliziert?
H. Fleischmann:
Vielfach können sich die Kunden nicht sicher sein, ob sie sich inner- oder außerhalb des legalen Lizenzrahmens bewegen. Ein Beispiel stellt die indirekte Nutzung dar. Dies bedeutet, dass SAP – aber auch andere Software-Hersteller – nicht nur messen, ob die eigenen Mitarbeiter die Software nutzen, sondern auch, ob über Fremdsysteme ein Zugriff darauf erfolgt. Dies könnten Online-Shops sein, die Daten aus der Warenwirtschaft ziehen, oder Business-Intelligence-Portale, die dem Management Finanzzahlen zur Verfügung stellen. Die SAP-Systeme selbst bemerken, dass von außen zugegriffen wurde, womit eine indirekte Nutzung gegeben ist.

Solche Vorgänge führen nicht selten zu großen Diskussionen mit dem Hersteller. Denn mitunter kann man nicht genau nachvollziehen, wie viele User des Fremdsystems über die Schnittstelle auf SAP zugreifen. Mit unserem Tool hingegen lässt sich genau feststellen, über welche Schnittstellen SAP-Daten genutzt werden und wie diese Nutzung konkret aussieht. In Kombination mit einer Recherche in der Drittsoftware haben  die Kunden damit eine gute Basis für die Lizenzverhandlungen mit dem Hersteller. Generell lautet unsere Empfehlung, für die auf SAP zugreifenden Portale oder Fremdapplikationen stets einen Festpreis auszuhandeln.

IT-DIRECTOR: Ein Blick in Ihre Projektpraxis: Wie weit sind die Anwender mit dem Umstieg auf S4/Hana?
H. Fleischmann:
S4/Hana steht erst am Anfang und es gibt bislang nur wenige Anwender, die bereits komplett darauf umgestiegen sind. Die meisten unserer Kunden nutzen die Version ERP 6.0, die von SAP auch weiterhin gepflegt wird. Der Plan des Herstellers ist es, dass die Unternehmen bis zum Jahr 2020 auf S4/Hana umgestellt haben. Dies wäre in weniger als drei Jahren, was sich in unseren Augen kaum umsetzen lässt.

IT-DIRECTOR: Bieten Sie Migrationspfade für den Hana-Umstieg an?
H. Fleischmann:
Wir unterstützen die Unternehmen beim Umstieg von SAP BW auf BW on Hana. Hierfür haben wir Migrationspfade, Tools und Schnelltests entwickelt, mit denen die Kunden sehen, wo sie heute stehen und wie sie am einfachsten umsteigen können.

IT-DIRECTOR: Worauf sollte beim Umstieg geachtet werden?
H. Fleischmann:
Bei der Migration gilt es, die Daten rationalisiert vorzuhalten, denn bei Hana gibt es zwei Möglichkeiten der Lizenzierung: Entweder bezahlt man  volumenabhängig  Wartungsgebühren oder man nutzt ein Modell, bei dem die Lizenzkosten anhand der Nutzung der Daten innerhalb der Hana-Datenbank ermittelt werden. Letzteres kommt deutlich günstiger, wenn sich die Anwender fragen, welche Daten sie „in memory“ halten müssen: Welche Standarddaten gibt es, auf die ein stetiger und schneller Zugriff möglich sein muss? Welche Daten können außerhalb von Hana vorgehalten werden?

IT-DIRECTOR: Welche Daten sollten in Hana verfügbar sein?
H. Fleischmann:
Das kommt auf das Unternehmen an. Wichtig sind ihnen oftmals Material- und Produktionsdaten, um eine Just-in-Time-Fertigung zu ermöglichen.

IT-DIRECTOR: Sollten eine Hana-Datenbank und ein klassisches Business Warehouse parallel betrieben werden?
H. Fleischmann:
Verschiedene Systeme parallel vorzuhalten und zu pflegen ist immer mit hohem Aufwand verbunden. Auch müsste man dabei Prioritäten setzen, welche Systeme welche Daten beinhalten, was sich ebenfalls schwierig gestaltet. Daher sollte man bestenfalls die gesamte Datenhaltung mit Hana abdecken können.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Stellt man bei der Migration jedoch Applikation für Applikation auf Hana um, wird man es nicht vermeiden können, dass über einen gewissen Zeitraum hinweg manche Daten noch auf dem alten Business Warehouse laufen. Von daher sollte die Transformation in Richtung In-Memory Computing möglichst schnell gehen.

IT-DIRECTOR: Welche Branchen gehen Sie gezielt an?
H. Fleischmann:
Wir konzentrieren uns beispielsweise auf die Applikationsentwicklung im E-Commerce-Umfeld, wo wir Online-Shops und -Marktplätze entwickeln, die wiederum auf SAP-Daten z.B. für Bestellungen, Lagerverwaltung, Versand und Logistik zugreifen müssen. Auf diese Weise können wir das reibungslose Zusammenspiel zwischen Shopping- und SAP- Applikationen gewährleisten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Finanzmarkt. Hier sorgt der Gesetzgeber mit seinen regelmäßigen Vorgaben wie Basel III oder Solvency II dafür, dass uns die Arbeit nicht ausgeht.

IT-DIRECTOR: Worauf kommt es beim elektronischen Handel derzeit besonders an?
H. Fleischmann:
Es gilt, die Applikationen sicher und verfügbar zu entwickeln. Dafür sollten bestenfalls direkt bei der Software-Entwicklung regelmäßige Tests vorgenommen werden. Speziell hierfür bieten wir Tools, die alle Codezeilen auf deren Sicherheit überprüfen, sodass weder Trojaner eingeschleust noch Zero Day Exploits ausgeführt werden können. Auf diese Weise lassen sich bereits in einem frühen Stadium mögliche Schwachstellen aufspüren und somit die Robustheit der Anwendung deutlich steigern.

IT-DIRECTOR: Wie funktioniert das Vorgehen in der Praxis?
H. Fleischmann:
Die Kunden übermitteln uns  den neu entwickelten Quellcode, den wir von unseren Systemen testen lassen.  Danach übertragen wir die geprüften Codezeilen zurück. Inbegriffen sind entsprechende Protokolle, die die zu behebenden Schwachstellen aufzeigen. Möchte man die Entwicklungsphase erst vollständig abschließen, überprüfen wir mit unserem „Dynamic Test System“ die Gesamtapplikation, bevor das System live geht.

IT-DIRECTOR: Mit welchen Ansprechpartnern haben Sie es auf Kundenseite in der Regel zu tun?
H. Fleischmann:
In unseren Projekten sind zwar oftmals Lizenzmanager und SAP-Administratoren involviert. Die Entscheidung zur Einführung unserer Tools fällen allerdings in der Regel die IT-Verantwortlichen, da sich die Investitionen insbesondere bei Großkonzernen durchaus im sechsstelligen Bereich bewegen können. Generell handelt es sich dabei eher um einen geringen Betrag, wenn man bedenkt, dass Konzerne mitunter bis zu 15 Millionen Euro jährlich an SAP-Lizenzkosten bezahlen müssen.

IT-DIRECTOR: Ein Blick nach vorne. Welche Ziele wollen Sie in naher Zukunft angehen?
H. Fleischmann:
Wir wollen weiterhin international wachsen. Neben den erwähnten Aktivitäten auf dem US-Markt, betreiben wir seit Anfang 2016 auch ein Nearshore- und Shared-Services-Center in Rumänien, das zentrale Aufgaben übernimmt. Dazu zählen Personalrekrutierung, Buchhaltung, Fakturierung, Produktentwicklung sowie Teilbereiche von Marketing und Vertrieb. Auch werden dort die erwähnten Sicherheitstests im Rahmen der Software-Entwicklung abgewickelt. Derzeit beschäftigen wir 17 Mitarbeiter in Rumänien, Tendenz steigend.

IT-DIRECTOR: Warum haben Sie sich für diesen osteuropäischen Standort entschieden?
H. Fleischmann:
Zum einen aufgrund der regionalen Nähe und der schnellen Erreichbarkeit. Denn lagert man Prozesse in ein Offshore-Land wie Indien aus, erweisen sich die Zeitverschiebung  und die Flugdistanz als Hürde. Zum anderen haben wir uns aufgrund kultureller Gemeinsamkeiten für Rumänien entschieden. Desweiteren besitzt das Land sehr gute Universitäten und wird nicht umsonst als „Silicon Valley“ des Ostens bezeichnet. Vor diesem Hintergrund bemerken wir nicht nur in Deutschland, sondern auch in Osteuropa eine zunehmend gestiegene Nachfrage nach qualifizierten IT-Fachkräften.

IT-DIRECTOR: Welche Spezialisten werden aktuell gesucht?
H. Fleischmann:
Häufig werden Software-Entwickler nachgefragt, die mit agilen Methoden und modernen Programmiersprachen wie Java arbeiten. Darüber hinaus bleiben SAP-Spezialisten begehrt, besonders für die Bereiche Business Warehouse, Materialwirtschaft oder das Stammdatenmanagement.

IT-DIRECTOR: Speziell für die Stammdatenqualität bieten Sie mit DatQ ein weiteres Produkt an. Was kann man sich von dessen Nutzung versprechen?
H. Fleischmann:
Mit dessen Hilfe kann nicht nur die Qualität der Stammdaten deutlich gesteigert, sondern auch kontinuierlich auf dem neuesten Stand gehalten werden. Denn von sauberen Stammdaten hängen unzählige Unternehmensprozesse ab, beispielsweise in der Produktion oder der Fertigung. Sind fehlerhafte Daten hinterlegt, wird bei Zulieferern falsches Material eingekauft, wodurch sich die Produktion verzögern oder gar stillstehen kann.

 

Helmut Fleischmann
Alter: 58 Jahre
Familienstand: verheiratet
Werdegang: Helmut Fleischmann startete seine Karriere Anfang der 80er Jahre bei IBM in Österreich, um sich vier Jahre später als IT-Berater in Deutschland mit der Firma Brainforce selbstständig zu machen. Mit steigender Auftragslage wuchs Brainforce kontinuierlich, sodass man 1999 an die Börse ging. 2007 verkaufte Fleischmann seine Anteile am Unternehmen, das zum damaligen Zeitpunkt rund 2.000 Mitarbeiter in 13 europäischen Ländern beschäftigte und einen Umsatz von über 100 Mio. Euro generierte. Anschließend begründete er mit Cloud7 im Jahr 2009 ein weiteres Start-up, welches 2014 mit DV-Ratio fusionierte und woraus die heutige Voquz Group entstand.
Derzeitige Position: CEO und Vorstand Voquz Group
Hobbys: Motorsport, Kampfsport, aber auch ruhigere Sportarten wie Jogging und Krafttraining, Reisen und die mediterrane Lebensart genießen


Bildquelle: Andreas Schebesta

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