Desktop-Virtualisierung ohne Hardware-Upgrade
In jedem Virtualisierungsprojekt gibt es einen typischen Stolperstein, nämlich die vorhandene Client-Hardware. Optimale Ergebnisse bringt die Desktop-Virtualisierung nur dann, wenn die gesamte Hardware auf allen Arbeitsplätzen angepasst ist. Anders ausgedrückt: Zur richtigen Virtualisierungsstrategie gehört auch ein Hardware-Rollout.
Das hört sich zunächst nur nach einem Koordinierungsproblem an. Irgendwann steht in jedem Unternehmen ein Austausch der vorhandenen Client-Rechner an. Und genau in diesem Moment sollte eine Virtualisierungsstrategie greifen. Doch nicht jedes Unternehmen ist groß genug, um einen Totalrollout so einfach zu stemmen.
Das Problem - vor allem bei etwas in die Jahre gekommenen XP-Installationen - sind die gestiegenen Hardware-Anforderungen der Betriebssysteme. Zwar hat Microsoft mit dem schlanker und effizienter gewordenen Windows 8 die Notbremse gezogen, doch das hilft bei einem älteren Rechner nur wenig. Microsoft bietet aber eine entsprechende Betriebssystemvariante an. Sie heißt "Windows Thin PC" und orientiert sich an Windows 7.
Mit Blick auf einen Einsatz in Geräten unterhalb der offiziellen Hardwareanforderungen hat Microsoft diese Windows-Version radikal abgespeckt. Die Mindestanforderungen sind ein Rechner mit einem Pentium 3 mit 800 MHz und 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Dies erlaubt einerseits den Einsatz stark veralteter Hardware und andererseits den Rückgriff auf weniger leistungsfähige Geräte wie Low-End-PCs (Nettop, Mini-PC).
Damit besitzen diese Geräte die neuesten Sicherheitsfunktionen und können mit den gleichen Administrationswerkzeugen verwaltet werden wie die übrigen Desktops, zum Beispiel mit den Windows Server Update-Services und Gruppenrichtlinien. Zwar entspricht der "Look and Feel" dem bekannten Windows 7, doch der Funktionsumfangs ist stark verringert.
Bei Windows Thin PC fehlen die Auslagerungsdatei und der Ruhezustand ebenso wie das Media Center, Teile des .NET Frameworks, die Systemwiederherstellung, Windows Defender und der Diagnostic Service Host. Windows Explorer, Internet Explorer und Media Player sind allerdings vorhanden. Außerdem lassen sich alle Anwendungen installieren, die mit der Hardware-Basis klarkommen.
Softwarefilter machen das Magersystem für Unternehmen sehr interessant. So können sie Schreibzugriffe und Tastenkombinationen wie Strg+Alt+Entf sperren. Außerdem lassen sich Veränderungen an der Konfiguration verhindern.
Enterprise-Funktionen wie BitLocker und AppLocker sind vorhanden und helfen bei der Gerätesicherung. Auch DirectAccess für den Zugriff auf Businessdaten ist auf dem Thin-Windows vorhanden. Insgesamt eine perfekte Lösung für den Einstieg in die Virtualisierung.
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