01.09.2017 Internet of Things

Die Bordmittel fürs IoT-Monitoring

Von: Ina Schlücker

Worauf es bei den Bordmitteln für das Monitoring im Internet of Things (IoT) besonders ankommt, erläutert Sebastian Krüger von der Paessler AG.

Sebastian Krüger, Paessler AG

Sebastian Krüger, Partner Account Manager bei der Paessler AG

IT-DIRECTOR: Herr Krüger, worauf kommt es bei der Überwachung und Verwaltung von IoT-Geräten inklusive verschiedener Sensoren an?
S. Krüger:
Einerseits müssen alle wichtigen Parameter jedes einzelnen IoT-Gerätes erfasst werden. Andererseits sollten alle Werte und Geräte in einer Anwendung bzw. einer Übersicht zusammengeführt werden. Das erfordert eine sehr breit aufgestellte Lösung, die umfassende Bordmittel plus die Möglichkeit zu individuellen Anpassungen bieten muss.

IT-DIRECTOR: Welche Tools gibt es für die Überwachung und Verwaltung von IoT-Geräten und IoT-Netzen?
S. Krüger:
IoT ist ein Sammelbegriff für die unterschiedlichsten Bereiche: über intelligente Autos, vernetzte Verkehrsleitsysteme bis hin zu intelligenten Fabriken (Industrie 4.0). Ebenso gibt es unterschiedliche Ansätze für das Management von IoT-Netzen und -Geräten. Viele arbeiten eventlog-basiert, andere über SNMP. Eine nicht so verbreitete, aber sehr interessante, weil vielseitige Lösung ist das Monitoring mittels HTTPS.

IT-DIRECTOR: Inwieweit lassen sich klassische Netz- bzw. Systemmanagement-Systeme dafür nutzen?
S. Krüger:
Die Funktionalität von klassischen Management-Tools lässt sich im Grunde auf drei Basisfunktionen herunterbrechen: 1. Daten sammeln, 2. Daten auswerten, 3. Daten publizieren bzw. Aktionen auslösen. Unterstützt die Netzwerk- oder Systemmanagement-Lösung das Sammeln der Daten von IoT-Geräten, dann liefert sie normalerweise auch die komplette Funktionalität, die man für das Management derselben braucht.

IT-DIRECTOR: Welches sind Ihrer Erfahrung nach häufige Fehlermeldungen in IoT-Netzen?
S. Krüger:
Nachdem IoT ein so breites Feld bietet, reicht es hier nicht, nur Fehlermeldungen (in der Regel einfache Ja/Nein-Abfragen) zu sammeln, sondern die Monitoring-Lösung muss in der Lage sein, auch komplexere Werte zu ermitteln und anzuzeigen. Das reicht von unterschiedlichen Zuständen über diverse Messwerte bis hin zu GPS-Informationen oder aufwendigen Rechenergebnissen (Edge Computing).

IT-DIRECTOR: Worauf kommt es bei der Problembehebung an, sollten das IoT-Netz oder einzelne IoT-Komponenten einmal ausfallen?
S. Krüger:
Zuerst muss natürlich die Benachrichtigung bzw. Alarmierung der zuständigen Stellen gewährleistet sein. Dabei sollte auch ein Eskalationsmechanismus möglich sein (z.B. erst E-Mail an Administrator, bei Nicht-Reaktion innerhalb eines definierten Zeitraums SMS an IT-Team). Bei vielen, vor allem komplexeren, IoT-Geräten kann möglicherweise ein Neustart Performance-Probleme lösen. Dazu muss die Managementlösung die entsprechenden Funktionen wie das Auslösen von Skripten anbieten.

IT-DIRECTOR: Worauf sollte man bei der Benutzerverwaltung im IoT-Bereich besonderes Augenmerk legen?
S. Krüger:
Die meisten IoT-Geräte gehören nicht zur klassischen IT. Nutzer verfügen daher oft nicht über tiefgehende IT-Kenntnisse. Die Managementlösung muss eine Benutzerverwaltung bieten, die über Rollen und Rechte eine granulare Zuweisung von Schreib- und Leserechten erlaubt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit, ermittelte Daten zielgruppengerecht verständlich und übersichtlich zu publizieren.

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