05.05.2017 Ricoh-Studie: Veränderung der Arbeitswelt

Die Digitalisierung als Chance sehen

Von: Oliver Sturz

Im Kurzinterview äußert sich Niculae Cantuniar, CEO von Ricoh Deutschland, zu den Veränderungen der Arbeitswelt, die sein Unternehmen in einer groß angelegten Studie untersuchte.

Niculae Cantuniar, Ricoh

Niculae Cantuniar, CEO von Ricoh Deutschland, sieht keinen Anlass für eine übertriebene Sorge um Arbeitsplätze in Zeiten der Digitalisierung.

IT-DIRECTOR: Herr Cantuniar, beim Thema ­Digitalisierung wird häufig über lang­ristige Veränderungen gesprochen, die unser ­Arbeitsleben prägen werden. Werden wir doch einmal konkret: Was wird 2017 alles in Deutschland passieren?
N. Cantuniar:
Digitalisierung ist natürlich technologiegetrieben und somit wesentlich von Investitionen in Hard- und Software abhängig. Das geschieht nicht über Nacht, nicht beim Großkonzern und nicht beim agilen Mittelständler. Dennoch beeinflussen neue Anschaffungen der IT und damit verbundene neue Arbeits- und Kommunikationsabläufe schon heute und ganz konkret die täglichen Prozesse. Unsere aktuelle europaweite Studie „World of Change“ zeigt, dass 96 Prozent der befragten Arbeitnehmer schon für 2017 Veränderungen erwarten, die sich auf ihre Arbeit auswirken. Bis zu 20 Prozent des gesamten IT-Budgets werden heute für neu aufgesetzte Prozesse bereitgestellt. Und: Der digitale Wandel ist kein Thema, das von oben aufgedrückt wird. Arbeitnehmer sehen die Chancen und blicken positiv in die Zukunft.

IT-DIRECTOR: Digitalisierung und der Umbau des Informationsmanagements wird viel aus dem Blickwinkel technologiegestützter Effizienz und wachstumsorientierter ­Effektivität betrachtet. Wie hoch ist die Gefahr eines Jobkillers Digitalisierung, der Angestellte eher verun­sichert?
N. Cantuniar:
Die düstere Prognose, dass Digitalisierung Arbeitsplätze überflüssig machen könnte, trifft nicht zu. Digitale Disrup­tion und wirtschaftliche Unsicherheit sind große Herausforderungen. Trotzdem, so zeigt unsere Studie, sehen Arbeitnehmer die aktuelle Zeit der Veränderungen nicht als Bedrohung.

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Neue Wege sind gefragt. Viele Arbeitnehmer erkennen diesen Umstand und wünschen sich neue Technologien, um erfolgreich und effektiv arbeiten zu können. 57 Prozent der Befragten erwarten eine kreativere Nutzung von Ressourcen und ebenso viele sind zuversichtlich, dass sich ihr Unternehmen zum Jahresende in einer stärkeren Position befindet als momentan. Fast zwei Drittel sind überzeugt davon, dass neue Technologien die Vernetzung deutlich erhöhen. Der Optimismus überwiegt!

IT-DIRECTOR: Welche konkreten Lösungen und Tools liegen hierbei im Trend?
N. Cantuniar:
Es geht im Kern um kooperativere, flexible Arbeitsformen. Mobiles Arbeiten, effektive Vernetzung für Teamwork und Kundenkommunikation sowie verbesserte Konnektivität von Hard- und Software: Wichtige Schnittstellen für die Informationsverarbeitung, wie beispielsweise unsere Multifunktionssysteme, müssen von überall zugänglich sein, egal ob über die app-basierte Touchscreen-Oberfläche, über Smart Devices oder nahtlose Cloud-Integration. Wir nennen das bei Ricoh „Workstyle Innovation Technology“. Ein weiteres gutes Beispiel hierfür sind unsere neuen kognitiven Interactive Whiteboards mit IBM-Watson-Sprachtechnologie, welche die Zusammenarbeit und Kommunikation in Arbeitsgruppen und Meetings deutlich verbessern und erleichtern werden.

Bildquelle: Ricoh

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