Interview mit Roger Illing, Opentext

Die Evolution von ECM

Interview mit Roger Illing, der seit Januar 2013 die Position des Vice President Sales DACH bei Opentext bekleidet, über Enterprise Information Management (EIM).

Roger Illing, Opentext

Roger Illing, Opentext

IT-DIRECTOR: Herr Illing, wie stellt sich das unternehmensspezifische Informationsmanagement aktuell dar?
R. Illing:
Die Welt des Contents ist im Umbruch. Immer mehr Medienarten, Inhaltstypen und konsumentenorientierte Nutzungsmodelle führen zu einer Zunahme neuer Inhalte. In dieser Welt des „Big Content“ greift Enter­prise Content Management zu kurz. Was wir heute brauchen, ist die Evolution von ECM, d.h. ein ganzheitliches Enterprise Information Management (EIM). Opentext bewegt sich durch Eigenentwicklungen sowie strategische Zukäufe schon seit einigen Jahren in Richtung EIM. Mit unseren Lösungen werden Informationen zu wertvollen Anlagegütern, weil sie Wertschöpfungsbeiträge leisten.

IT-DIRECTOR: Was bedeutet das konkret?
R. Illing:
Daten, die in unterschiedlichster Form in einem Unternehmen vorliegen, müssen „konsumierbar“ werden. Erst dann verbessern sie die Qualität von Entscheidungen und erhöhen deren Schlagkraft, sie beschleunigen Prozesse, helfen bei der Erfüllung sämtlicher interner sowie externer Regularien und schützen das geistige Eigentum.

IT-DIRECTOR: Wie lassen sich derartige EIM-Konzepte in der Unternehmenspraxis technologisch und organisatorisch umsetzen?
R. Illing:
Unternehmen, die glauben, sie könnten alles auf einen Schlag erreichen, werden scheitern. Die Implementierung derartiger Konzepte passiert gewöhnlich stufenweise. Man kann mit einer ECM-Lösung beginnen und anschließend unsere Info­fusion-Plattform implementieren, über die Daten auch von vorhandenen „Fremdsystemen“ zugeführt werden. Weitere Schritte könnten die Einrichtung eines klar definierten Government Risk Managements sowie einer Process Engine sein

IT-DIRECTOR: Wer unterstützt die Kunden bei der Umsetzung solcher Konzepte?
R. Illing:
Unser eigenes Team sowie unsere Partner. Künftig werden wir das Consultant weiter ausbauen und die technische Beratung verstärken. Da wir wachsen wollen, kommt aber auch den Partnern eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere bei branchenspezifischen Anwendungen, etwa im Bereich BPM, ist das vertikale Know-how hochspezialisierter Partner unverzichtbar.

IT-DIRECTOR: Welche Wachstumsziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?
R. Illing:
Unser erklärtes Minimalziel ist es, das Geschäft in der DACH-Region innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln. Diese Vorgabe, die umgerechnet jährliche Wachstumsraten von 20 Prozent – bei Akquisitionen sogar weniger – voraussetzt, halte ich für realistisch. Zwar werden die Zuwachsraten bei klassischen ECM-Lösungen aufgrund der bereits vorhandenen Marktdurchdringung unter diesem Wert liegen, das Potential im Bereich der intelligenten Informationsverarbeitung oder des Prozessmanagements wird das aber kompensieren. Weitere ausbaufähige Umsatzpotentiale sehe ich zudem im Ausbau strategischer Partnerschaften.

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