Die Auswahl einer VPN-Lösung für sicheren Remote Access gleicht mitunter der Arbeit eines Perlentauchers. Denn eine Vielzahl Produkte und Möglichkeiten lässt einen schnell den Überblick verlieren. Auf folgende Aspekte sollte man vor der Entscheidung einen genaueren Blick werfen:
1. Bedarf bestimmen
Zunächst einmal sollten die allgemeinen Ansprüche an eine VPN-Lösung für Remote Access definiert werden. Hierzu zählen zum Beispiel die Anzahl der Nutzer, die eingesetzten Zugriffsgeräte und die Standorte (national/international), von denen aus ein Fernzugriff ermöglicht werden soll.
2. Outsourcing oder „Do-It-Yourself“
Cloud Computing ist ein aktueller Trend. Immer mehr Unternehmen lagern Daten in eine (Public) Cloud aus. Abhängig davon, wie viele Daten das Unternehmen managen muss, und wie bzw. wo die Daten gespeichert werden, ist ein auslagern der Remote-Access-Lösung an einen Drittanbieter hilfreich.
3. Anbieterauswahl
Auch bei der Anbieterauswahl lauern einige Stolperfallen. Während im Sinne des deutschen Datenschutzgesetzes deutsche Anbieter meist unproblematisch sind, können Anbieter mit Sitz außerhalb Europas problematisch sein. Hier sollte man aufpassen, was im Vertrag festgelegt ist.
4. Soft- oder Hardware?
Bei der Art der VPN-Lösung hat der Kunde die Qual der Wahl: Hardware-Appliance, Software-Appliance oder eine „reine“ Softwarelösung. Grundsätzlich ist eine reine Softwarelösung flexibler. Sie kann auf Standardhardware installiert werden, passt sich an bestehende IT-Strukturen an und ist beliebig skalierbar. Ein weiterer Vorteil: Reine Softwarelösungen können auch virtualisiert betrieben werden.
5. Funktionsumfang und Konfigurationsmöglichkeiten
Die unternehmensspezifischen Bedürfnisse definieren letztlich auch den benötigten Funktionsumfang und Konfigurationsmöglichkeiten. Mandantenfähigkeit, Anbindung an ein LDAP-Verzeichnis oder zentrale Administrations- und Konfigurationsmöglichkeiten sind nur einige Beispiele für eventuell benötigte Funktionen.
6. Bedienbarkeit
Bei der Auswahl einer VPN-Lösung sollte auch die Usability nicht vernachlässigt werden. Wenn Anwender mit der Anwendung überfordert sind, steigt nicht nur das Stressniveau, sondern auch die Support-Anfragen. Darüber hinaus kann eine Load-Balancing-Funktion dafür sorgen, dass alle Serveranfragen gleichmäßig auf die verfügbare Hardware verteilt werden, und Performanceschwankungen vermieden werden.
7. Sicherheit
In modernen VPN-Lösungen sind eine Vielzahl an Sicherheitsfeatures integriert. Die Bandbreite der Funktionen reicht dabei von einem absoluten Muss bis hin zu „Nice-to-have“. Unternehmen müssen hier entsprechend ihrer Policies einen Mittelweg zwischen Bedienbarkeit und Sicherheit finden, der alle Beteiligten zufriedenstellt.
8. Betriebskosten
Die Kosten für eine VPN-Lösung sind oft ein wichtiges Auswahlkriterium. Hierbei ist es wichtig, nicht nur die Anschaffungskosten zu berücksichtigen, sondern auch indirekte Kosten, beispielsweise für Schulungen oder erhöhten Administrationsaufwand. Bei einer ganzheitlichen Betrachtung der Kosten (Total Cost of Ownership) relativieren sich Preisunterschiede in der Anschaffung häufig.
9. Hochverfügbarkeit
Wie unternehmenskritisch ist der Remote Access für das Unternehmen? Wenn unternehmenskritische Geschäftsaktivitäten durch einen Ausfall zum Erliegen kommen, sollte hierauf besonderes Augenmerk gelegt werden. Eine VPN-Lösung sollte dann die Möglichkeit bieten, Cluster aufzubauen, die eine äußerst hohe Verfügbarkeit gewährleisten. Im Fall einer Auslagerung sollte ein Service Level Agreement (SLA) mit einer garantierten hundertprozentigen Verfügbarkeit unterzeichnet werden.
Das E-Book findet sich hier zum Download.