Eine wichtige Waffe gegen Internetverbrecher sind Lösungen, die prüfen, wer sich Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk verschafft. Network-Access-Control-Lösungen (NAC) sind in Form von Hardware-Appliances oder als Softwarelösung erhältlich und geben IT-Managern einen Überblick über das gesamte Netzwerk, einschließlich virtueller Instanzen. Mit einer zentralen Konsole können die Verantwortlichen damit Hunderte und Tausende von Geräten im Netzwerk kontrollieren, egal ob virtuell oder physikalisch.
Ist das Gerät dem Unternehmen bekannt und darf es Zugang zu vertraulichen Informationen erhalten? Welches Betriebssystem und welche Anwendungen sind auf dem Gerät installiert? Ist seine Antivirensoftware auf dem neuesten Stand? Verhält es sich ungewöhnlich, verschickt etwa eine verdächtige Anzahl von E-Mails? Solche und andere Fragen beantwortet eine NAC-Lösung automatisch und schickt bei Bedarf eine Warnmeldung an das IT-Team.
Geräte, die den vom Unternehmen definierten Sicherheitsstandards nicht entsprechen – beispielsweise nicht erlaubte Software enthalten – werden erst gar nicht ins Netz gelassen oder erhalten nur einen beschränkten Gastzugang. So wird verhindert, dass Nutzer und Anwendungen nicht unbefugt auf Daten zugreifen können, die auf den Unternehmensservern oder in einer virtuellen Umgebung gespeichert sind. Die NAC-Lösung sitzt dabei quasi am Empfang, schützt also alle Eingänge und arbeitet unabhängig davon, wie die virtuelle Infrastruktur aufgebaut ist. Weil sie jeglichen IT-Verkehr im Unternehmensnetzwerk sichtbar macht, werden gleichzeitig oft bisher unerkannte Sicherheitslücken aufgedeckt.
Beispiel Wellington College in Großbritannien: Das Internat hatte zu einer VMWare-Umgebung migriert und brauchte eine IT-Sicherheitslösung, die Computerviren und unbefugte Netzwerkzugriffe unterbinden würde. Die Wahl fiel auf die virtuelle NAC-Lösung Forescout CounterACT. Sie war innerhalb eines Tages installiert; seither kann das Internat automatisch die bis zu 4.000 Endgeräte am Tag identifizieren, die sich mit dem Netzwerk zu verbinden versuchen. Als Nebeneffekt fand das IT-Team heraus, dass zwei- bis dreimal so viel Datenverkehr als erwartet über das Netzwerk lief: Die Schüler verbanden sich nicht nur mit ihren Laptops und PCs, sondern auch mit mobilen Endgeräten.
Letztlich geht es beim Schutz der virtuellen Umgebung, genau wie beim Schutz der physikalischen Umgebung, darum, Sicherheitskontrollen zu installieren, die Nutzer nicht bei ihrer Arbeit hindern, sondern möglichst unsichtbar quasi im Hintergrund die Bedrohungen aus dem Internet abwehren.
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