Die Schockwellenreiter sind da
Das Internet hat unseren Alltag verändert: Wir arbeiten anders, wir kaufen anders ein, wir informieren uns anders als noch vor zwanzig Jahren. Trotzdem gibt es noch viele Dinge, die wie Anfang der 1990er funktionieren. Vor allem in die Industrie stellt viele Geräte her, die nicht vernetzt sind.
Doch in den letzten Jahren entwickelte sich in einigen Branchen Neues: Selbstfahrende Autos, Fernüberwachung von Kranken via iPhone, smarte Stromnetze und nicht zuletzt die Maker-Bewegung, bei der alles in 3D gedruckt wird. “Die Grenzen zwischen Software und Dingen fallen”, meint Jon Bruner, Chefautor bei O'Reilly Media und Experte für Industrietechnologie.
In seiner Analyse “Industrial Internet. The machines are talking” fasst er die neuesten Entwicklungen bei der zwischenmaschinellen Vernetzung und Kommunikation zusammen. In diesem neuen “Industrial Internet” ist es einfacher einfacher geworden, Großgeräte mit Netzwerken zu verbinden, Daten bei ihnen einzusammeln und sie aus der Ferne zu steuern.
Für Bruner zeigen sich in diesen Entwicklungen ähnliche Prinzipien wie beim bisherigen Aufstieg des Internets: Modularität, offene Standards und breit verfügbare Programmierschnittstellen (APIs). Diese Regeln bewirken eine Dezentralisierung, bei der auch kleinere Unternehmen leistungsfähige Produkte oder Services herstellen können.
Ein gutes Beispiel dafür sind die zahlreichen Ein-Personen-Startups wie Instapaper oder Pinboard. Sie schaffen neue Dienste oder setzen - wie zum Beispiel die App “Mr. Reader” - erfolgreich auf anderen Diensten auf. Das offene und für jeden verfügbare Internet hat zu einer wahren Schockwelle aus Innovationen geführt.
Bruner erwartet in den nächsten Jahren eine ähnliche Innovationswelle bei Großgeräten und Industriemaschinen. Ausgangspunkt sind webartige Benutzeroberflächen, die den Umgang mit Maschinen erleichtern und die Komplexität von Maschinendaten verringern. Jon Bruner: “Das erlaubt es Innovatoren, auch ohne Spezialwissen die Arbeitsweise von Geräten zu verbessern.” Er erhofft sich dadurch vor allem eine Rückkehr der Garagenerfinder in die Großindustrie.
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