07.09.2017 Geht auch mit Open Source:

Die Überwachung der Cloud

Von: Steffen Rieger*

Cloud-Infrastrukturen stellen das IT-Monitoring vor neue Aufgaben. Dabei sind leistungsfähige Tools auch als Open-Source-Systeme zu haben.

Open-Source-Tools fürs Cloud-Monitoring

Mit Open-Source-Tools die Cloud überwachen

Das Konzept der Cloud bringt alle Ressourcen des klassischen Rechenzentrums in neue Zusammenhänge. Wo früher einfache Client-Server-Strukturen herrschten, wechseln nun alle Komponenten virtualisiert, dynamisch, agil Kapazitäten und Plätze: Hardware-Ressourcen lassen sich jetzt ebenso dynamisch bereitstellen wie virtuelle Maschinen, Speicher, große Applikationen oder spezialisierte in Containern laufende Microservices – und das alles für verschiedene Anwenderszenarien und Endgeräte. Vor diesem Hintergrund müssen die Monitoring-Tools der neuen Cloud-Generation folgende Anforderungen erfüllen:

  • Monitoring agiler Workloads: Monitoring-Systeme müssen in der Lage sein, agile Workloads in der Cloud zu überwachen. Wenn kurzfristig 20 zusätzliche Web-Server für die Bewältigung des Ansturms einer Web-Kampagne eingesetzt werden, dann müssen diese ohne manuellen Aufwand sofort in die Überwachung übergehen. Dies kann nur funktionieren, wenn das Monitoring der Systeme mit den Bereitstellungsprozessen Hand in Hand arbeitet.
  • Standards und offene Schnittstellen: Standardkonformität und offene Schnittstellen für verschiedene Funktionen und Anschlussbereiche sind für Monitoring-Systeme in der Cloud unerlässlich, denn sie sollen ja gut in die heterogenen Cloud-Landschaften von heute passen: Dazu müssen sie Daten und Checks über standardisierte Schnittstellen einfach mit verschiedenen anderen Modulen in der IT-Architektur austauschen können, so dass individuelle Anpassungen im besten Fall überflüssig sind.
  • Microservice statt Monolith: Moderne Monitoring-Werkzeuge für die Cloud müssen nicht mehr alle Facetten des Monitorings selbst erledigen. Vielmehr sollte es möglich sein, verschiedene Tools mit speziellen Funktionen und standardisierten Schnittstellen als Microservices mit anderen Microservices in der Cloud zu kombinieren. So muss beispielsweise nicht jedes Monitoring-System eine eigene Graphen-, Workflow- und Analyse-Engine haben. Dafür lassen sich andere spezialisierte Microservices nutzen und so gemeinsam zu einer leistungsfähigen Lösung kombinieren und orchestrieren.
  • CMDB unterstützt Automatisierung: Um alle Prozesse rund um das Monitoring gut automatisieren zu können, ist eine zentrale Configuration Management Datenbank (CMDB) wichtig. Sind dort erst einmal alle Assets inklusive Zuweisung von Applikationen, Wartungsverträgen, Lizenzen und Verfahren zur Abbildung von IT-Services dokumentiert, werden auch angrenzende Prozesse wie Ticketing oder Configuration Management automatisch mit diesen Informationen und Abhängigkeiten versorgt. So lassen sich fehlerbehaftete, manuelle und stets wiederkehrende Prozesse vermeiden.

Klassische Monitoring-Systeme sind den Anforderungen des Cloud-Zeitalters oftmals nicht gewachsen, weil sie einer proprietären Philosophie folgen und sich nur mit viel Aufwand einbinden lassen. Open-Source-Tools bringen demgegenüber schon naturgemäß Eigenschaften mit, die für die Cloud besser passen. So entsprechen sie etablierten Standards, besitzen offene Schnittstellen und kommen häufig mit ergänzenden Plugins, die andere Anbieter aus der Open-Source-Community bereitstellen. Vor diesem Hintergrund charakterisiert etwa der „Open Source Monitoring Guide: Entscheidungshilfe für den Einsatz von Open Source Monitoring Lösungen“ neun verschiedene Tools, die vom Open-Source-Monitoring-Klassiker Nagios bis hin zu Newcomern wie Prometheus und Sensu reicht.

* Der Autor Steffen Rieger ist Geschäftsführer der Becon GmbH.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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