24.07.2017 Werbebotschaften zielgenau vermitteln

Digital Signage in der Kundenkommunikation

Von: David Pain, Lea Sommerhäuser

Die größte Hürde für Unternehmen heutzutage ist es, bei der zunehmenden Werbeflut Wege zu finden, Verbrauchern Werbebotschaften zielgenau zu kommunizieren. Welche Rolle spielt hierbei die Außenwerbung?

Digital Signage

Digital Signage steht für jede Art der Werbung, die für Passanten digital und außerhalb ihrer persönlichen Wohnstätte geschaltet wird

Mit zunehmender Diversifizierung der Plattformen wird es für Unternehmen zu einer immer anspruchsvolleren Aufgabe, die eigenen Werbebotschaften gezielt zu kommunizieren und Kunden effektiv zu erreichen. Laut des „Mere-Exposure-Effekts“ zeigen die Menschen im Bezug auf Wahrnehmung die gleichen Muster: Das wiederholte Auseinandersetzen mit einem bestimmten Reiz bzw. Inhalt soll dazu führen, dass man diesen als besonders angenehm wahrnimmt und als besser empfindet – und zwar unabhängig von dargestellten Inhalten. Kundenkommunikation wird genau dann am effektivsten, wenn sie sich auch diesen Effekt zunutze macht. Eine wirkungsvolle Methode dafür kann die Außenwerbung sein. Um die Methode effektiv nutzen zu können, sind laut Omnimundus sechs Punkte essentiell:

1. Messbarkeit: Besonders Display-Werbung und Bewegtbild haben ein objektives Qualitätsproblem hinsichtlich der Messbarkeit, Transparenz und Kontrolle. Werbekontakte können nicht gezählt werden und es gibt keine Informationen zur Werbewirkung. Jedoch ist genau das ein einschneidendes Erfolgskriterium. Gefordert sind neutrale Messergebnisse mit Währungscharakter.

2. Zielgruppenansprache: Eine Zielgruppe ist eine Gruppe von Menschen oder Organisationen mit gleichen Problemen, Bedürfnissen oder Wünschen. In der Praxis werden diese viel zu groß ausgewählt. Die Bedürfnisse der Zielgruppe sind inhomogen, sodass sie nicht richtig adressiert werden können.

3. Response: Mangelhafte Auffindbarkeit eines geeigneten Kundenkontakts, nicht zeitgemäße Möglichkeiten der Datenmitnahme und zu lange Durchlaufzeiten können für die interessierten Kunden ein großes Ärgernis darstellen. Diese Probleme können jedoch durch das Internet einfach eliminiert werden.

4. Aktivierung: Plakate, Anzeigen in Zeitschriften und Flyer sind zu passiv. Der Inflation kommunikativer Maßnahmen kann nur durch die Integration konkreter Kundenaktivierung entgegengewirkt werden. Konsumenten verlassen sich zunehmend auf die Qualität austauschbarer Angebote und somit kann die Passivität das „Aus“ bedeuten.

5. Sendung/Schaltung: Besonders zu beachten sind auch die Langfristigkeit der Planung, die meist in die Kampagnen fließt, sowie die zeitlich starr und örtlich zerstreute Art der Außenwerbung. Es ist wichtig, sich nicht zu lange an eine Art der Kampagnenführung zu binden, um evaluieren zu können, ob die geplante Maßnahme gewünschte Erfolge erzielt.

6. Kosten: Besonders Außenwerbung geht oft mit immens hohen Kosten der Anzeigenschaltung einher. Doch nicht für jede Art der effektiven Kundenkommunikation muss tief in die Tasche gegriffen werden.

Außenwerbung – auch Digital Signage genannt – steht für jede Art der Werbung, die für Passanten digital und außerhalb ihrer persönlichen Wohnstätte geschaltet wird, etwa am Bahnhof oder im Supermarkt. Ausgestrahlt wird der Content hierbei über LED-Anzeigen, Plasmabildschirme oder Monitore, mit denen auf verschiedene Art und Weise interagiert werden kann.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 06/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Nutzer können individuell angesprochen und somit Informationen der Zielgruppe angepasst werden. Ziel ist es hierbei, Werbebotschaften konzentrierter an Konsumenten weitergeben zu können. Auch wenn bis jetzt das Setzen auf Altbewährtes für Geschäftsleute von Vorteil gewesen sein konnte – im Zuge der Industrialisierung 4.0 hat sich das Blatt gewendet. Und genau diese fehlende Flexibilität gegenüber Neuem könnte nun zum risikoreichsten Schritt von allen werden.

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