11.04.2017 Digitale Transformation

Digitalisierung ist mehr als ein Facebook-Account

Was ist Digitalisierung? Nicht mehr als die Übersetzung eines analogen Prozesses in elektronisch gesteuerte Datenflüsse, oder? Und dies ist per se ein alter Hut. Daher stellt Andreas Bachmann, CIO bei Adacor Hosting, in seinem Kommentar fest, dass es bei Unternehmen, die sich mit der „Digitalisierung“ beschäftigen, um weit mehr geht – nämlich um die digitale Transformation.

  • Digitale Transformation

    Nicht ein mit bunten Nachrichten gefütterter Facebook-Account oder der Einsatz von „Kollege Roboter“ machen die digitale Transformation aus.

  • Andreas Bachmann, Adacor Hosting

    Andreas Bachmann ist CIO und Mitgründer der Adacor Hosting.

Nicht eine schicke Internetseite, ein mit bunten Nachrichten gefütterter Facebook-Account oder der Einsatz von „Kollege Roboter“ machen die digitale Transformation aus. Das Ziel, effizienter zu produzieren oder kundengerechter Dienstleistungen anbieten zu können vor Augen, entwickeln Unternehmen, die Prozesse strategisch digitalisieren, auch neue Angebote. Sie verändern Kundenverhalten, sich selbst und häufig ganze Branchen.

Deutlich wird das zum Beispiel an der Entwicklung des Unternehmens Netflix. 1997 ging Netflix im Internet als DVD-Verleih mit Flatrate an den Start. Und während Konkurrenten wie die Videotheken-Kette Blockbuster in die Pleite schlitterten, transformierte Netflix sein Geschäftsmodell in immer schnelleren Zyklen. Ab 2005 stellte Netflix Filme als Download bereit. 2007 stieg das Unternehmen ins Online-Streaming ein. Seit 2013 produziert Netflix auch eigene Inhalte.

Keine Digitalisierung ohne agile Methoden

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck und auch kein reines IT-Projekt“, mahnte die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Deloitte 2013 in ihrer “Studie Digitalisierung im Mittelstand”. Bei vielen Unternehmen ist diese Botschaft inzwischen angekommen. In einer aktuellen repräsentativen Studie hat das Analystenhaus Techconsult ermittelt, dass fast drei Viertel der mittelständischen Firmen die Digitalisierung als wichtig oder sehr wichtig für ihre Firma einschätzen. „Wer seine Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen will, muss die Beziehungen zu seinen Kunden, die internen Prozesse und sein Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen und mit digitalen Technologien weiterentwickeln“, heißt es dort.

Das Thema „Digitalisierung“ ist demnach für jedes Unternehmen von Bedeutung. Und wer sich den Herausforderungen stellen will, der muss strategisch agieren. Sich dem Prozess der Digitalisierung zu widmen, bedeutet an erster Stelle, die Kunden kompromisslos in den Fokus zu rücken. Um gezielt, schnell und flexibel auf die Kundenanforderungen reagieren zu können, muss nicht nur der bisherige Workflow analysiert werden. Auch agile Managementmethoden wie DevOps oder Scrum müssen Einzug halten.

Ein solcher Kulturwandel fordert Wertschätzung für alle Disziplinen in einem Unternehmen. Interdisziplinäre Teams aus Vertrieb, Produktentwicklern, Marketingfachleuten und IT-Experten müssen – gestärkt von einem mutigen und innovationsfreudigen Management – strategisch zusammenarbeiten, um ihrem Unternehmen gemeinsam Nutzen zu bringen. Die Time-to-Market-Zyklen werden kürzer. Konfliktfähigkeit, Kundenorientierung, flexibles, schnelles und vernetztes Denken machen Unternehmen wettbewerbsfähig.

Das Handwerkszeug für die digitale Transformation

Kanal und Motor der Digitalisierung ist die internet-basierte intelligente Vernetzung. Ob unternehmenseigener Server, der über Schnittstellen weltweit vernetzt ist, oder elaborierte Cloud-Lösung – für den digitalen Transformationsprozess benötigen Unternehmen externe Partner, die Know-how, Effektivität, Sicherheit und Zuverlässigkeit garantieren. Adacor Hosting unterstützt seine Kunden beispielsweise dabei, dynamische Technologiekonzepte zu realisieren, indem man Development-Methoden flexibel gestaltet und während des Entwicklungsprozesses stets Änderungen zulässt. Das Ziel ist, den Kunden zeitnah funktionstüchtige Anwendungen bereitzustellen und diese dann kontinuierlich den Kundenbedürfnissen entsprechend weiterzuentwickeln. Extra für für DevOps-nahe Kundenprojekte wurde daher mit der Private Cloud ein neuer Service entwickelt.

Die agile Infrastruktur der Private Cloud ermöglicht auf der Basis von automatisierten Prozessen und Abläufen hinsichtlich Codeverwaltung, Testing und anschließendem Rollout fortlaufende Verbesserungen und kontinuierliche Auslieferungen. Die neue Infrastruktur basiert im Wesentlichen auf einer KVM-Virtualisierung in Kombination mit Open Nebula – einer Open-Source-Werkzeugsammlung, die 2005 aus einem EU-Forschungsprojekt hervorgegangen ist – sowie weiteren Tools. Diese Basisausstattung wird ergänzt durch individuell für die jeweiligen Kunden entwickelten Playbooks, die zentral verwaltet und gepflegt werden.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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