29.08.2017 Expertise für Analytics und Data Science

DLR eröffnet Datenzentrum in Jena

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eröffnet in Jena ein eigenes Institut für Datenwissenschaften.

DLR eröffnet Datenzentrum

Datenmengen im Bereich der Forschung wachsen nicht mehr linear an, sondern exponentiell.

Erdbeobachtungen aus dem All produzieren sie, aber auch die Klimaforschungen oder Studien zum Verkehrsaufkommen auf den Straßen und in der Luft: Große, heterogene Datenmengen, deren Speicherung, Vernetzung und Analyse immer aufwendiger werden. Mit dem neuen Institut für Datenwissenschaften will sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) künftig verstärkt den Herausforderungen widmen, die Digitalisierung und Industrie 4.0 mit sich bringen. Vor diesem Hintergrund eröffnete DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund heute das neue Institut in Jena.

„Die Datenmengen, auch und gerade im Bereich der Forschung, wachsen nicht mehr linear an, sondern exponentiell“, betonte Ehrenfreund die Notwendigkeit, auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Das neue Institut wird sich daher mit Konzepten für Big und Smart Data, den Anforderungen der Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge beschäftigen. Speziell geht es dabei um Methoden zum Management, der Verarbeitung und Analyse von Daten. Zudem soll das Institut als „Zentrum des Wissens und der Expertise für Data Science“ mit allen DLR-Instituten sowie Partnern aus Industrie und Forschung in Verbindung stehen.

Konzepte und Methoden rund um Big Data

Das neue Institut wird mit jährlich 7,8 Mio. Euro durch den Bund und das Land Thüringen finanziert, der Bund trägt dabei 90 Prozent. Das Land Thüringen stellt darüber hinaus in der Aufbauphase des Instituts die Mittel für die Unterbringung des Instituts in Jena bereit.

Zu Beginn verfügt die Einrichtung über vier Abteilungen: Die Abteilung für „Datenmanagement und -analyse von Big Data“ wird erforschen, wie heterogene und unstrukturierte Daten automatisch analysiert und verarbeitet werden können oder auch wie zukünftige Datenbanken für den Umgang mit diesen Daten aufgebaut sein müssen. Die Abteilung „Smart Systems“ ist u.a. auf die Digitalisierung der Industrie 4.0 und das Internet der Dinge ausgerichtet. Bereiche, in denen zunehmend Produkte miteinander vernetzt sind und Daten austauschen.

Desweiteren sollen – vergleichbar mit der Produktion in der Luftfahrt – auch Raumfahrtmissionen von der ersten Idee über die Konstruktion bis hin zur Durchführung verstärkt über gemeinsame Plattformen virtuell und vernetzt erfolgen. Forschung und Entwicklung sollen in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und Raumfahrtagenturen erfolgen. Weitere Abteilungen setzen ihren Fokus auf die IT-Sicherheit sowie die „Citizen Science“, bei der z.B. Daten der Bürger zur Bodenfeuchtigkeit genutzt und verarbeitet werden, um Satellitendaten zur Erdbeobachtung zu kalibrieren.

Bildquelle: DLR

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