Thomas M. Fleissner, Business Development Europe bei Omni Technology Solutions
ITD: Herr Fleissner, Bankangestellte verkaufen CDs mit Daten über Steuersünder, Regierungsmitarbeiter geben vertrauliche Dokumente an die Internetplattform Wikileaks weiter und regelmäßig kursieren Kundendaten aller möglichen Unternehmen – vom Einzelhändler bis zur Telefongesellschaft – im Internet und auf dem Schwarzmarkt. Von welcher Seite droht die größte Gefahr für sensible Unternehmensdaten?
Thomas Fleissner: Die größte Gefahr wird immer der Mensch bleiben – und vor allem der Mensch, der einfach an sensible Unternehmensdaten gelangen kann. Mitarbeiter sind sich oft nicht über die Sensibilität gewisser Daten im Klaren und selbst Compliance-Schulungen der Mitarbeiter können versehentliche oder vorsätzliche Weitergabe von internen Daten nicht hundertprozentig verhindern.
ITD: Lösungen für das Identitäts- und Zugriffsmanagement, die mit digitalen Identitäten arbeiten, kennen unterschiedliche Authentisierungsmerkmale. Welche Authentisierungsmethoden bieten die größte Sicherheit? Warum sind in bestimmten Fällen vielleicht weniger sicherheitsstarke Methoden empfehlenswert?
T. Fleissner: Administratoren müssen wertvolle Arbeitszeit oft auf zeitaufwendige Routinearbeiten der Nutzerkontenverwaltung verwenden. Damit Administratoren sich auf wichtigere Aufgaben wie eine umfassende Compliance-Strategie konzentrieren können, müssen sie bei Aufgaben wie etwa der Eingabe oder dem Updaten von Nutzerkonten entlastet werden. Einfache Arbeiten sollten mehr der Nutzerselbstverwaltung oder Nicht-IT-Mitarbeitern übertragen werden – ohne dabei jedoch Administrationsrechte vergeben oder Sicherheitsrisiken eingehen zu müssen. Zudem sollte der Admin stets die Kontrolle über durchgeführte Änderungen in einem Audit File erhalten. Webbasierte Software-as-a-Service-Tools für diese einfachen Identity-Management-Aufgaben können helfen, Kosten zu sparen und den Administratoren endlich die Zeit geben, die sie für unternehmenskritische Aufgaben benötigen.