Ulrich Hamm, Cisco

Energiemanagement heißt das Zauberwort

Interview mit Ulrich Hamm, Consulting System Engineer Data Center and Virtualisation European Markets, Cisco Systems

Ulrich Hamm, Cisco

IT-DIRECTOR: Inwiefern fragen Anwenderunternehmen heute noch Hardware nach – etwa unter dem Aspekt, dass sie beim flexiblen Auslagern der IT in eine Cloud keine eigenen Hardware-Ressourcen mehr vorhalten müssen?
U. Hamm:
Hardware ist nach wie vor gefragt. Die Angebote von IT-Diensten aus der Cloud, die für Anwenderunternehmen zur Verfügung stehen, sind noch nicht so ausgereift, dass auf eigene Hardware-Ressourcen verzichtet werden kann. Man darf nicht vergessen, dass in diesem Zusammenhang Unternehmen Herausforderungen in Bezug auf Sicherheit und Verfügbarkeit meistern müssen. Daher starten die Anwenderunternehmen in der Regel mit einer Private Cloud. So können sie bereits kurzfristig eine Steigerung der Effizienz und eine bessere Ausnutzung der Hardware-Ressourcen erreichen.

IT-DIRECTOR: Welche Hardware-Projekte setzen Großunternehmen aktuell am häufigsten um?
U. Hamm:
Derzeit ist ein Trend in Richtung Migration zu 10 Gigabit/s-Ethernet (10GbE) zu erkennen. Das hat wiederum wesentliche Auswirkung auf das Netzwerk und die Server. Neue Anwendungen, wie Virtual Desktop Infrastructure (VDI), generieren außerdem zusätzliche Hardware-Projekte, wie zum Beispiel für neue Server, zusätzliche Storage-Systeme und teilweise sogar weitere Netzwerk-Technologie.

IT-DIRECTOR: Stichwort Energieeffizienz: Wie kann moderne Hardware derzeit die Bemühungen der Kunden unterstützen, Energiekosten zu senken?
U. Hamm:
Das ist immer eine Kombination von Hardware und Software. Ein Beispiel: Mit einem leistungsfähigeren Server können durch Virtualisierung mehr virtuelle Server auf einem einzigen physikalischen System betrieben werden und das trägt zur Senkung der Energiekosten bei. Damit hilft Virtualisierung in allen Bereichen die Effizienz zu steigern, den Stromverbrauch zu reduzieren und damit die Energiekosten zu senken.

Auch im Netzwerk gibt es viele Funktionen, die wir zur Verfügung stellen und die zur Energieeffizienz beitragen, darunter Nexus Switche, VDC, I/O-Konsolidierung, Unified Fabric, usw. Energiemanagement heißt hier das Zauberwort: Cisco EnergyWise misst und reduziert den Energieverbrauch für Server, PCs, Drucker oder aktive Netzwerkkomponenten wie Switches oder Router. Mithilfe dieser Managementlösung schalten sich bei Nicht-Nutzung, beispielsweise nachts oder an Feiertagen, IP-Telefone oder Access-Points automatisch aus. Aber auch Klimaanlagen oder das Licht kann so über das Netzwerk direkt gesteuert werden. Ziel ist es, durch das automatisierte Zusammenspiel von IT- und Gebäudemanagement den Energieverbrauch auf dem gesamten Firmengelände eines Unternehmens zu messen, zu berichten, zu regulieren und vor allem zu optimieren.

IT-DIRECTOR: Welche Servertechnologien bzw. -komponenten tragen hauptsächlich zu einem geringen Energieverbrauch bei?


U. Hamm: Das sind in erster Linie die Prozessoren und Speicherkomponenten, die mit Funktionen zur Reduktion des Stromverbrauchs ausgestattet sind. Eine weitere wesentliche Komponente sind die Festplatten. Durch den Einsatz von SSD (Solid State Disks) kann der Energieverbrauch ebenfalls gesenkt werden.

IT-DIRECTOR: Ein Blick in die Zukunft: In welche Richtung werden sich Hardware-Technologien in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
U. Hamm:
In Zukunft wird es noch schnellere Prozessoren mit noch mehr Cores geben. Die Speicherchips werden noch größere Kapazitäten bekommen – also, mehr Performance und Kapazitäten in größerer Dichte. Auf der Server-Seite wird sicher schnell 10GbE zum Standard werden. Damit wird auch die I/O-Konsolidierung ihren Weg machen, ein Interface für alle Protokolle die auf der Server-Seite benötigt werden. Die Bandbreiten werden sich dementsprechend von 40Gig nach 100Gig entwickeln.

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