10.01.2017 Greenpeace-Ranking

Erneuerbare Energien: Lob für Apple, Kritik an AWS

Greenpeace hat Apple, Facebook und Google gute Noten beim Einsatz erneuerbarer Energien bescheinigt. Amazon mit seinen Webservices AWS setze jedoch weiterhin auf Kohle- und Atomstrom, heißt es im Greenpeace-Report «Grüner Klicken».

Mit 83 Prozent genutztem Strom aus regenerativen Quellen belege Apple dabei das dritte Jahr in Folge den Spitzenplatz in der Rangliste, teilte die Umweltschutz-Organisation mit.

Dagegen setze Amazon mit seinen Webservices AWS weiterhin auf Kohle- und Atomstrom, heißt es im Greenpeace-Report «Grüner Klicken».

«Schon jetzt verbrauchen Internetnutzer beim Streamen von Musik und Filmen gigantische Mengen an Strom», sagte Niklas Schinerl, Energieexperte bei Greenpeace. «Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch.»

Amazons Webservice AWS, weltweit Marktführer im Cloud Computing, betreibt auch Dienste für Netflix, Pinterest und Spotify. Zu Spitzenzeiten machten über Netflix gestreamte Serien und Spielfilme heute bereits mehr als ein Drittel des Datenverkehrs in Nordamerkia aus, so Greenpeace. Dabei setze Amazon vorwiegend auf Kohle und Atomstrom, nur 17 Prozent stammten aus erneuerbaren Quellen. Doch hat sich nach Angaben von Greenpeace bei Amazons als führendem Cloud-Anbieter im vergangenen Jahr einiges getan. Hierzu zähle auch die Unterstützung einer sauberen Energiepolitik. «Nach wie vor fehlt es AWS jedoch an Transparenz», bemängelt Greenpeace in seinem Report.

«Wenn Amazon, Netflix und andere nicht schnell und konsequent auf erneuerbare Energien umsteigen, werden sie zur Schmuddelecke im Klimaschutz», sagt Schinerl.

Das rasante Wachstum des Konzerns, etwa im US-Staat Virginia, basiere weitgehend auf der «Nutzung schmutziger Energie». Insofern sei unklar, ob die AWS Cloud tatsächlich auf einem guten Weg sei, sich völlig durch erneuerbare Energie zu versorgen. Bei Apple oder Google steige die Versorgung mit sauberer Energie dagegen parallel zum Unternehmenswachstum oder übertreffe dieses noch.

Facebook auf Platz 2, Google auf 3

Nach Apple folgen im Greenpeace-Ranking Facebook mit 67 Prozent genutzter erneuerbarer Energie, Google mit 56 Prozent und HP mit 50 Prozent. Unter den Anbietern von Musik-Streaming-Diensten führt Apples iTunes, Soundcloud ist mit 17 Prozent Nutzung erneuerbarer Energien in der schlechtesten Kategorie positioniert, noch hinter Spotify, das 56 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzt.

Unternehmen wie Salesforce, Microsoft und IBM rangieren unter den Top 15 der Greenpeace-Tabelle noch auf den Platzen fünf bis sieben. Schlusslichter sind Amazon (Platz 12) und der IT-Dienstleister Samsung SDS, gefolgt vom Datenbankanbieter Oracle und der südkoreanischen Suchmaschine Naver.

«Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch.» Niklas Schinerl, Energieexperte bei Greenpeace

Viele neue Cloud-Anbieter schießen wegen der wachsenden Nachfrage derzeit förmlich aus dem Boden, schreibt Greenpeace. Diese arbeiten zwar oft deutlich energieeffizienter als früher oder Firmen in anderen Bereichen, und die Betreiber verpflichteten sich, zu hundert Prozent auf erneuerbare Energie zu setzen. Doch fehlender Zugang zu diesen Energiequellen stünden dem oft entgegen. Deshalb würden viele oft zu denen mit dem niedrigsten Anteil regenerativen Stroms in den USA zählen.

«Durch den Wechsel zur Cloud könnte die Nachfrage nach Kohle und anderen fossilen Brennstoffen sogar noch steigen», warnt Greenpeace in seinem Report.

Link: Greenpeace Pressemitteilung zum Report

dpa/rs

Bildquelle: Thinkstock / iStock

 

 

©2017 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH