05.05.2017 Kontinuierliche Software-Tests

ERP-Systeme automatisiert testen

Mit automatisierten Tests lässt sich bei der Weiterentwicklung von ERP-Software bares Geld sparen. Wie dies genau funktioniert erläutert Neil Batstone, General Manager EMEA bei Worksoft.

ERP-Systeme automatisiert testen

Automatisierte Tests beschleunigen die Weiterentwicklung von ERP-Systemen.

Im Zuge der Digitalisierung werden im ERP-Bereich (Enterprise Resource Planning) neue Technologien in einem rasanten Tempo entwickelt und auf den Markt gebracht, z.B. Applikationen für mobile Geschäftsbereiche oder das Internet of Things (IoT). Damit ERP-Anbieter und ERP-Anwenderunternehmen hierbei nicht den Anschluss verlieren, sind zügige Software-Tests gefragt. Viele Firmen führen solche Tests noch manuell und ad hoc durch, dabei könnte ein automatisiertes, kontinuierliches Testen einige Vorteile mit sich bringen.

In der Praxis schaffen IT-Leiter zahlreiche Vorkehrungen, um Software- oder Applikationsfehler zu vermeiden. Denn Störungen sind Gift für die laufenden Geschäftsprozesse. Von daher muss jede IT-Plattform rund um die Uhr fehlerlos arbeiten. Aber wie stellen Unternehmen sicher, dass z.B. die genutzte ERP-Plattform immer voll funktionsfähig ist? Entsprechende Qualitäts- und Software-Tests finden in der Praxis größtenteils manuell statt, mit Hilfe von QA- und skriptbasierenden Tools. Das IT-Personal investiert in der Regel viel Energie und Zeit in solche Tests. Trotzdem kommt es nicht selten zu „menschlichen Fehlern“ bei der Umsetzung. Die Marktanalysten von IDC geben daher den Rat, die Tests künftig zu automatisieren. Es sei „einfach nicht möglich, die benötigte Geschwindigkeit und Genauigkeit mit nicht automatisierten Ansätzen zu erreichen, insbesondere nicht bei heutigen geschäftlichen Prozessen“, gibt IDC zu Protokoll. „Mit dynamischen, automatisierten Tests lassen sich Störungen der Geschäftsprozesse vermeiden, die allgemeine Transparenz erhöhen und Projekte schneller erfolgreich abschließen.“

Den kompletten Geschäftsprozess betrachten

ERP-Plattformen erweitern sich ständig: eine neue Applikation hier, eine digitalisierte Technologie-Ergänzung da. Wenn IT-Leiter diese Integrationen vornehmen, müssen die damit verbundenen, kritischen Geschäftsprozesse trotzdem weiterlaufen. Die zunehmenden Veränderungen der Infrastruktur machen die Arbeit für den IT-Leiter komplexer. Er darf nicht wie bisher einzelne Applikationen auf ihre Qualität und Performance testen, sondern muss jetzt den kompletten, vernetzten Geschäftsprozess betrachten, an dem die Applikation beteiligt ist. Denn vom Anfang bis zum Ende kann ein Geschäftsprozess Dutzende Unternehmensapplikationen und digitale Plattformen umfassen. Firmen müssen sicherstellen, dass jeder Bestandteil eines Prozesses genau das leistet, was er leisten soll. Viele IT-Leiter testen daher bereits den kompletten Geschäftsprozess mit Hilfe automatisierter Testlösungen, die kontinuierlich testen und somit prompt auf Software-Updates einer ERP-Plattform reagieren können.

Ein automatisierter Testansatz unterstützt Unternehmen dabei, ihre ERP-Landschaften ruhigen Gewissens verändern zu können. Die Performance kritischer Geschäftsprozesse wird dabei vorab gründlich überprüft. Da Firmen ihre ERP-Plattformen mitunter individuell für einzelne Abteilungen konfigurieren, sollte die automatisierte Software-Testlösung möglichst flexibel sein. Schließlich muss sie die Prozesse so testen, wie sie auch in der Praxis genutzt werden. Das ist von Abteilung zu Abteilung verschieden.

Zudem eliminieren automatisierte Testlösungen die Fehleranfälligkeit manueller Testvorgehen mit dem Faktor „menschlicher Fehler“. Somit verbessert sich auch die Planbarkeit von Tests. IT-Leiter können vorab feste Deadlines für die Software-Tests definieren und die Testlösung dementsprechend konfigurieren. Zudem erhöht der automatisierte Ansatz das Vertrauen der Anwender von ERP-Plattformen. Weil die Testlösung alle getesteten Geschäftsprozesse transparent dokumentiert, wissen die Nutzer, dass die neue ERP-Applikation funktioniert, und sind offener für die deren Einführung. Durch diese Transparenz können Firmen die Kosten für ERP-Upgrades um bis zu 50 Prozent senken.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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