Nicht ohne Standardschritte

Erst Standardisierung, dann Desktop-Virtualisierung

Ohne eine vorherige Standardisierungsinitiative können Unternehmen kaum von den Vorteilen der Desktop-Virtualisierung – wie höhere Sicherheit und geringere Kosten – profitieren.

Desktop-Virtualisierung ist eine Möglichkeit, Fat Clients im Unternehmen abzulösen. Ziel ist es, das Management einer großen Anzahl von Clients zu vereinfachen. Bei der Desktop-Virtualisierung werden vollständige PCs als virtuelle Maschinen (VM) auf einem Server betrieben. Dabei ist die Desktop-Virtualisierung auf dem Vormarsch: Laut Gartner soll der Hosted-Virtual-Desktop-Software-Markt (HVD) bis 2014 um das Zehnfache ansteigen. Wer von den vielen Vorteilen der Desktop-Virtualisierung – etwa höhere Sicherheit oder schnellere Bereitstellung und Wartung der Desktop-Landschaft – profitieren will, muss allerdings Vorarbeit leisten: Ohne eine Standardisierungsinitiative ist Desktop-Virtualisierung selten erfolgreich. Der Grund: Eine konsequente Vereinheitlichung der Client-Ausstattung ist eine zwingende Voraussetzung für die effiziente Verwaltung des Master Images.

Zudem kann Desktop-Virtualisierung teils deutliche Mehrausgaben bei Hardware und Lizenzen verursachen, abhängig davon, wie gut die Infrastruktur bereits ausgebaut ist. Gartner gibt als Faustregel für anfallende Mehrkosten einen Faktor zwischen 1,4 und 1,7 pro PC für zusätzliche Server-, Storage-, Netzwerk-, Rechenzentrums- und Lizenzkosten an. Desktop-Virtualisierung nutzt in der Regel teure SAN-Kapazität im Rechenzentrum, um die abgelegten Nutzerdaten schnell aus der Speicherarchitektur abzurufen; überdies benötigt sie eine konstant hohe Bandbreite für die „Always-on“-Anbindung: Die „Standard-Büro-Ausstattung“ aus Betriebssystem, Office-Anwendungen, Web-Browser und datenbankbasierten Applikationen benötigt z.B. etwa 75kB/s bis 85kB/s Bandbreite, Multimedia-Anwendungen etwa 500kB/s pro User. Zwar können Geräte auch „ausgecheckt“ und dann offline verwendet werden, jedoch müssen alle Daten des Virtualisierungs-Images heruntergeladen und beim erneuten Einchecken zeitaufwendig synchronisiert werden. Damit ein Ausfall nicht zum Stillstand führt, müssen eventuell Redundanzen geschaffen werden. Ein potentieller Kostenfaktor ist auch die Anschaffung neuer Thin Clients, alternativ lassen sich auch vorhandene herkömmliche Desktop-PCs zu Thin Clients umfunktionieren. Schließlich fallen die – derzeit noch beachtlichen – Lizenzkosten an.

Keine Desktop-Virtualisierung ohne Master Image ...

… und kein Master Image ohne Standardisierung: Da es immense Speicherkapazitäten erfordern würde, im Rahmen der Desktop-Virtualisierung jeden Client als vollständige Maschine im RZ abzulegen, arbeiten die Virtualisierungslösungen mit einem Master Image. Darin ist eine einheitliche Konfiguration für eine ganze Client-Gruppe definiert; nutzerspezifische Konfigurationen oder Daten werden separat pro Anwender gespeichert und konfiguriert. Damit fällt deutlich weniger Speicherkapazität pro User an. Allerdings beginnen hier die Schwierigkeiten für die Administration: Denn welche Applikationen sollen Teil des Master Images werden? Für Master Images mit vielen Anwendungen stehen häufiger Updates an. Ein Master Image „à la Grundausstattung“ (Office-Anwendungen, grundlegende Enterprise-Systeme) birgt dagegen die Gefahr, dass eine größere Anzahl von Applikationen pro Client zur Verfügung gestellt werden muss. Dies erhöht die Komplexität und so auch den Administrationsaufwand.

Klärungsbedarf herrscht auch bei der Frage, wie die Benutzer Zugriff auf Applikationen bekommen, die nicht Teil des Master Images sind. Eine Möglichkeit wäre die Bereitstellung durch Terminal-Server. Zu klären ist, ob die Terminal-Services ergänzend zu einer HVD-Infrastruktur aufgebaut werden müssen – was die Kostenersparnis relativiert – oder ob ein Umsteigen auf Terminal-Server die Desktop-Virtualisierung vollständig ersetzen könnte. Ein Vorteil von HVDs ist dabei, dass sie isoliert sind und unabhängig voneinander verwendet werden können. Dadurch eignen sie sich auch für Anwendungen, die inkompatibel zueinander sind oder nicht über Terminal-Server bereitgestellt werden können.

Eine Standardisierung von Master Image und Client-Ausstattung ist komplex, aber unentbehrlich: Sie ist die Grundlage für eine profitable HVD-Infrastruktur. Neue Anwendungen, Versions-Updates oder Patches werden nur in das Master Image eingespielt und nicht auf allen Clients einzeln. Die Desktop-Bereitstellung mit HVDs geht deutlich zügiger vonstatten, da in der Regel nur der Thin Client neu bestellt oder aus dem Bestand zugewiesen werden muss. Bei einem Hardware-Ausfall ist ein Ersatzgerät meist sofort verfügbar. Um die Performance für eine Vielzahl von Anwendern zu verbessern, reicht es, einen Server im Hintergrund gegen ein leistungsfähigeres Modell auszutauschen; für die Konfiguration eines neuen HVD stehen die vordefinierten Master Images bereit. Das alles spart Zeit und Ressourcen.

Übrigens: Die „Turnschuhadministration“ ist kaum der geeignete Vergleichsmaßstab, da größere Unternehmen Client-Management-Lösungen wie Frontrange Desktop & Server Management einsetzen. Sie unterstützen die IT-Abteilungen bei der Standardisierung der IT-Infrastruktur und automatisieren Abläufe wie Konfigurations- und Software-Management. Deswegen sind in der Regel bereits automatisierte Abläufe der Vergleichszustand, an dem sich die Vorzüge einer HVD-Infrastruktur messen lassen müssen.

Unternehmen, die aktuell noch keine Standardisierungsinitiative gestartet haben, werden sich schwer tun, Desktop-Virtualisierung erfolgreich einzusetzen. Die Standardisierung ist eine zwingende Voraussetzung für die effiziente Image-Verwaltung.

 

Vorteile einer Lösung für das Desktop- und ­Server-Management:

- Einheitliche Lösung für physische und virtuelle Assets
- Multiplattformunterstützung für Windows, Mac, Linux und Citrix
- Automatisierung von komplexen Aufgaben wie Scripting und Paketierung
- Integration mit IT-Asset-Management und Service-Management-Lösungen
- Software-Installationspakete für alle Bereitstellungsarten (Fat Clients, Citrix Server, HVD Clients) verwendbar
- Dadurch identische Konfiguration und einheitliches Erscheinungsbild für den Nutzer – unabhängig von der Bereitstellungsmethode

Quelle: www.frontrange.com/de

 

Bildquelle: © oleg 66/iStockphoto.com

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