Führungsfähigkeit im Social Business

Es geht nicht mehr ohne …

Kommentar von Johan Zetterström, CEO bei Projectplace, über unverzichtbare Führungsfähigkeiten in Zeiten des Social Business

Johan Zetterström, Projectplace

Johan Zetterström, CEO bei Projectplace

Die modernen Medien haben Kommunikation und Miteinander nachhaltig verändert. Zuerst im privaten Umfeld, seit geraumer Zeit sind die Einflüsse jedoch auch im Geschäftsalltag spürbar: traditionelle Kommunikationskanäle werden als ineffizient beurteilt. McKinsey geht sogar so weit zu prognostizieren, dass Unternehmen mit einer vollständigen Einführung sogenannter Social Technologies, die Produktivität ihrer Manager und Mitarbeiter bis zu 25 Prozent steigern könnten. Fakt ist allerdings, dass zwar heute schon 72 Prozent der Unternehmen diese Technologien am Rande einsetzen, durch die geringe Abdeckung allerdings kaum positive Effekte spüren.

Ziel muss es sein, Mitarbeitern sämtliche Möglichkeiten dieser Tools an die Hand zu geben und damit ein Miteinander zu prägen, in dem alle bestmöglich ausgestattet sind und gemeinsam an einem Strang ziehen. Damit dies möglich wird, sind von Managern und Abteilungsleitern ganz neue Führungsfähigkeiten gefordert: Sie müssen in der Lage sein, Netzwerke zu schaffen und feste Verbindungen zwischen externen Partnern und Mitarbeitern herzustellen.

Kollaborativer Führungsstil

Laut einer Gallup-Studie zum Mitarbeiterengagement profitieren Unternehmen davon, wenn sie den Dialog der Mitarbeiter optimieren. Denn dies wirkt sich positiv auf deren Engagement und das Ergebnis aus. Die Studie zeigt außerdem, dass ihre Kundenbindung größer ist, sprich die Kunden kaufen mehr und dem Unternehmen länger treu sind. Beobachtungen, die auch McKinsey teilt und deshalb die Prognose wagt, dass durch den vollständigen Rollout von Social Technologies Produktivität und Gewinn nachhaltig gesteigert werden könnten.

Mit einem kollaborativen Führungsstil kann der Kommunikationsfluss geöffnet werden, so dass die Wertschöpfung dann durch die „Masse“ erfolgt und nicht wie bisher durch wenige Denker. Diese Herangehensweise nutzt die Ideen und Kapazitäten aller unter folgender Prämisse: Wenn gemeinsam geplant wird, entstehen neue und vor allem bessere Konzepte. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Externen. Mit den neuen Technologien wird auch hier eine Kultur aus Echtzeitinformationen, Feedback und Transparenz geschaffen, die es bislang nur in der physikalischen Welt gab. Das Führungspersonal muss in der virtuellen Welt dafür sorgen, dass alle  eingebunden sind. Dazu gehört beispielsweise auch, externen Zugriff auf eine Projektumgebung zu geben, damit sie den Fortschritt beobachten können.

Transparenter Führungsstil

Auch Führungskräfte entwickeln sich. Neue Positionen eröffnen neue Möglichkeiten, aber allein die Tatsache, noch mehr Verantwortung zu tragen, machen noch keinen guten Chef. Ein guter Boss befähigt vielmehr seine Mitarbeiter, Entscheidungen zu treffen. Er sorgt für ein Klima, in dem Erfahrung und Informationen miteinander geteilt werden. Nur mit einem transparenten Führungsstil kann man auch im gesamten Unternehmen Transparenz schaffen.

Eine Studie von AIIM Market Intelligence aus dem Jahr 2011 hat gezeigt, dass das Schaffen und Teilen von Erfahrung sowie der Abbau von geografischen und Abteilungsgrenzen zentrale Faktoren bei der Schaffung von Social Business sind. Die Studie zeigt aber auch, dass 38 Prozent der Unternehmen wichtige Informationen und Ideen von ganz unerwarteter Seite generieren und zwar über Social Collaboration Tools.

Denn wie kommt es, dass viele Menschen heute via Facebook mehr darüber wissen, was die Kollegen am letzten Wochenende gemacht haben, als darüber wie die Ergebnisse ihrer Arbeit waren? Transparenz ist ein neues Mantra in Sachen Führungsstil. So sollen erfolgreiche Organisationen sein: fähig, wertvoll und nachhaltig. Damit das gelingt, sollten Führungskräfte eine offene Kultur des Miteinanders erzeugen in der jeder mit unterstützenden Technologien ausgestattet ist und diese zu nutzen weiß.

Generationsübergreifender Führungsstil

Bei der Vernetzung verschiedener Generationen können die modernen Technologien eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Generationen schlagen und ihre Wünsche in Einklang bringen. Wie geht das? Die viel zitierte Generation Y, die mit Social Media und Internet aufgewachsen ist, drängt  ins Berufsleben. Für sie ist es normal, Informationen aufzunehmen und auf verschiedenen Plattformen zu teilen – wo auch immer sie sind. Sie sind an offene Kommunikation gewöhnt und fühlen sich in flachen Hierarchien mit wenigen Managementebenen wohl. Auf der anderen Seite stehen die älteren Mitarbeiter, die immer länger arbeiten müssen. Aufgabe des Führungspersonals ist es, den unterschiedlichen Erwartungen gerecht zu werden und die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch zu fördern. Am leichtesten ist das durch den Einsatz von Social-Business-Technologien möglich, die den Anforderungen aller Generationen entsprechen und eine gemeinsame Plattform sein können.

Vernetzter Führungsstil

Der Manager von heute muss sich zunehmend in einem internationalen Umfeld orientieren, denn sein Markt ist selten nur selten auf ein Land begrenzt. Doch auch wenn viele Meetings heute schon online stattfinden, seine Zeit reicht für die vielen Aufgaben einfach nicht aus. Deshalb müssen sich Führungskräfte vernetzen, d.h. auch wenn jemand persönlich nicht anwesend ist, muss er stets informiert und ansprechbar sein. Er sollte Entscheidungen treffen, Feedback geben und stets für das Team da sein.

Alle Organisationen haben das Ziel, Wertschöpfung durch die Schaffung und Pflege von menschlichen Beziehungen zu erzeugen. Der Mensch braucht es, mit anderen zusammen zu arbeiten, denn er ist altruistisch und hat das Bedürfnis zu helfen, zu teilen und zu einer Gemeinschaft zu gehören. Im modernen Management geht es vor allem darum, eine Kultur des Miteinanders zu gestalten. Deshalb sollten Führungskräfte sozial, offen, flexibel und transparent sein. Nur so kann der Wandel zu einer sozialen Organisation gelingen, denn nur das Verhalten des Führungspersonals kann diesen Prozess legitimieren.

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