OpenStack-Lösungen von Red Hat

“Es ist kaum möglich, die Software zu manipulieren”

Red Hat bringt im Juli neue Cloud-Lösungen auf Basis von OpenStack auf den Markt. Die Open Source Software bringt neben Kosteneffizienz vor allem Sicherheit, meint Frederik Bijlsma, EMEA Business Unit Manager Cloud bei Red Hat.

Frederik Bijlsma, EMEA Business Unit Manager Cloud bei Red Hat

Red Hat propagiert die “Open Hybrid Cloud”? Was ist darunter zu verstehen?

Hinter dem Begriff verbirgt sich einerseits eine Cloud-Umgebung, die Cloud-Services und herkömmliche Datacenter-IT-Umgebungen verbindet. Bestimmte Anwendungen und Daten werden dabei auf die traditionelle Weise im Unternehmen betrieben. Der Begriff Open verweist darauf, dass die Cloud mit Open Source Software betrieben wird. Das Produkt der Wahl ist hierbei OpenStack.

Was ist der Vorteil von OpenStack gegenüber anderen Lösungen?

OpenStack sowie unsere ganze Cloud-Lösung sind vollständig Open Source. Es gibt keine geschlossenen Komponenten darin. Das ist für Unternehmen, die eine Private Cloud aufbauen wollen, ein Riesenunterschied zu anderen Lösungen. Es gibt keine Lizenzkosten und für Unternehmen ist ein gradueller Einstieg relativ problemlos möglich.

Welche Lösungen bietet Red Hat dafür an?

Wir bieten zwei OpenStack-basierte Lösungen für Open Hybrid Clouds. Zum einen ist das die “Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform” für Unternehmen, die eine Cloud-Infrastruktur selber aufbauen und betreiben wollen.

Zum anderen die “Red Hat Cloud Infrastructure (RHCI)”, für Unternehmen, die eine Virtualisierungslösung suchen und gleichzeitig den Schritt in die Cloud gehen wollen. RHCI umfasst die CloudForms Lösung als Manager der Virtualisierungslösungen vSphere, RHEV und OpenStack um eine schrittweise Migration auf OpenStack zu ermöglichen.

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen mit der Kombination Linux und OpenStack?

Unsere OpenStack Platform besteht aus zwei Bausteinen: “Red Hat Enterprise Linux Server” ist das Fundament für den Betrieb von OpenStack-Servern und virtuellen Maschinen. “Red Hat OpenStack” ist eine für den Einsatz mit dem Linux Server optimierte Plattform für den Aufbau und den Betrieb von Private oder Public Clouds und den dafür geeigneten Applikationen. Unternehmen und Partner können damit eine eigene OpenStack-Infrastruktur entwickeln.

Wie unterscheidet sich davon die “Red Hat Cloud Infrastructure”?

Unternehmen stehen vor zwei Herausforderungen: Sie müssen erstens den langfristigen Wechsel von der traditionellen Datacenter-Virtualisierung zu Cloud-fähigen Architekturen vollziehen und zweitens alle Anwendungen von der einen in die andere Architektur migrieren. Gleichzeitig müssen sie auf die Verwaltbarkeit und Sicherheitsstandards achten.

Die “Red Hat Cloud Infrastructure” orientiert sich genau an diesem Bedarf. Sie ermöglicht Unternehmen den Aufbau und Betrieb einer IaaS-Lösung (Infrastruktur as a Service) als Private Cloud, die auf Datacenter-Virtualisierung und Managementtechnologie für herkömmliche Applikationen basiert.

Welche Lösung ist für welches Unternehmen geeignet?

Es kommt wirklich auf den Einzelfall an. Unternehmen müssen sich eine Reihe von Fragen stellen: Welche Daten habe ich, wo sind die Daten gespeichert, wo werden sie genutzt? Entsprechend kann die Art der Lösung gewählt werden. Für Mittelständler gibt es ja auch noch OpenShift als PaaS-Lösung (Platform as a Service), die den Betrieb von Anwendungen in einer Private oder Public Cloud erlaubt.

Insgesamt geht es um ein strategisches Investment für den Einstieg ins OpenStack-Ökosystem und den Aufbau einer Private Cloud. Das ist auf jeden Fall besser als der überstürzte und unsichere Einstieg in die Public Cloud.

Können Unternehmen sicher sein, dass ihre Daten wirklich gut geschützt sind - ohne Hintertüren für Geheimdienste?

Da unsere Produkte grundsätzlich Open Source sind und die Quelltexte mitgeliefert werden, ist es kaum möglich, die Software zu manipulieren. Außerdem gibt es ja noch die Entwickler-Community, die an der Programmierung mitwirkt.

Der Code befindet sich in einer extrem breit angelegten Review durch bekannte Konzerne, aber auch engagierte Einzelentwickler. Etwa die Hälfte des Quellcodes von OpenStack stammt von Privatleuten.

Dadurch ist es einerseits fast unmöglich, etwas an den Entwicklern vorbei zu schmuggeln und andererseits kann jeder Kunde die Quellen prüfen. Der Code befindet sich in einer extrem breit angelegten Review, die Manipulationen so gut wie verhindert.

Bildquelle: Red Hat

 

 

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