Alexander Springer, CEO bei Prevero
Während die deutsche Wirtschaft im Mai ihre Produktion entgegen aller Analystenerwartungen überraschend gesteigert hat, warnt der IWF bereits wieder vor einer nahenden Abkühlung der Weltwirtschaft. Wer heute die Berichterstattung in den einschlägigen Medien verfolgt, stellt vor allem eines fest: Das Tempo und die Dynamik, mit der sich die eng verwobenen Weltmärkte nach oben und unten bewegen, ist enorm. So ist zumindest ein Faktor zum täglichen Begleiter in der unternehmerischen Praxis geworden: die Unsicherheit. Plötzlich ändern sich Parameter, deren Auswirkung auf das Jahresergebnis völlig unbekannt ist und im Ex-tremfall eine völlig neue Situation bedeuten kann. Die gängige Planungs- und Budgetierungspraxis steht damit vor einem Wandel. Eine starke Fixierung auf die Geschäftsperiode sowie eine Vergangenheits- statt Zukunftsorientierung sind weitere Gründe, weshalb die Planungsprozesse oft nicht über eine reine operative Pflichtübung hinausgehen. Umständliche und langwierige Abstimmungsprozesse bei gleichzeitiger Detailtiefe, die einen hohen Einsatz an personellen Ressourcen fordern, tun ihr Übriges. Betroffen sind dabei nicht nur das Controlling, sondern auch die nachgelagerten und berichtenden Fachabteilungen.
Was ist zu tun? Ein generelles Umdenken in der Planung von einer rein operativen Pflichtübung hin zu einem echten Steuerungsinstrument ist ein erster Schritt. Die meisten Firmen nehmen die Planungsthemen aus den genannten Gründen viel ernster als noch vor wenigen Jahren. Sie wollen und müssen mehr Sicherheit in den Zahlen haben, flexibel auf Veränderungen reagieren und auf den ersten Blick sehen, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Durch eine häufigere Simulation können sich abzeichnende Trends identifiziert werden, Anbieter wie Prevero fassen dies unter dem Ansatz des „Predictive Planning“ zusammen. Dazu gehören das regelmäßige Planspiel und die Simulation, wodurch die Sicht auf künftige Entwicklungen ermöglicht wird.
Predictive Planning bietet die Möglichkeit, mittels Softwaretools unterjährig ständig eine Prognose auf die nächste Zeitperiode – Monat, Quartal oder Jahr – generieren zu lassen. Diese Technik ist notwendig, da die wirtschaftlichen Zyklen sich tendenziell immer schneller abwechseln und immer heftiger ausschlagen. Ein Unternehmen kann mit diesem Ansatz frühzeitig ermitteln, wie sich Umsatz und Kosten zum Jahresende entwickeln werden. Und je früher dieses Wissen vorhanden ist, umso flexibler kann etwa mit einer Anpassung der Produktion oder Lagerbestände reagiert werden. Je näher eine Organisation also „an der Zukunft dran“ ist, umso erheblicher das Einsparpotential.
Predictive Planning ist das Echolot für die sichere Navigation des Unternehmens. Durch eine regelmäßige, unterjährige Zwischenprognose erhalten Controller immer wieder eine Rückmeldung über den aktuellen Status. Sogenannte „Rolling Forecasts“ in kürzeren Abständen – dafür aber mit überschaubaren Details – verschaffen allen Verantwortlichen einen besseren Überblick und die strategische und operative Planung werden stärker verbunden. Eine zu detaillierte Planung vermittelt eher eine gefühlte Sicherheit. Rasche Veränderungen erfordern zudem die Flexibilität, bestehende Planungs- und Forecasting-Prozesse schnell und verlässlich an dynamische Rahmenbedingungen anpassen zu können. Insofern ist es ratsam, eine Planung tendenziell eher weniger detailliert, dafür aber öfter durchzuführen. Ein sicherer Planungsprozess hilft Unternehmen dabei, die Zukunft in die Gegenwart zu bringen und damit beherrschbar zu machen.