14.06.2016 Cloud-Management-Plattformen (CMP)

Fit fürs Multi-Cloud-Modell

Von: Gesa Müller

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, empfiehlt sich ein flexibler Mix aus Legacy-, On-Premise- und Cloud-Lösungen. Cloud-Management-Plattformen bewahren Unternehmen vor der Komplexitätsfalle.

Ohne Cloud geht heute in den meisten Unternehmen nichts mehr. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob, sondern vielmehr in welcher Ausprägung und Kombination die Cloud genutzt wird. Der Multi-Cloud-Ansatz ist schon weit verbreitet.

René Buest, Analyst von Crisp Research, zufolge nimmt das Multi-Cloud-Sourcing auch in Deutschland immer mehr Fahrt auf. So beschäftigten sich bereits über zwölf Prozent der deutschen mittelständischen Unternehmen mit dieser Deployment-Variante, 36 Prozent planten mit Multi-Cloud-Architekturen. Grund hierfür sei, dass es derzeit (und wohl auch künftig) keinen Anbieter mit einem vollständigen Portfolio an Cloud-Services und -Lösungen gibt. Er rät auch zur Minimierung des Ausfallrisikos davon ab, sich von nur einem oder wenigen Cloud-Anbietern abhängig zu machen. Vielmehr empfiehlt er, sich das Innovationspotenzial mehrerer Provider zunutze zu machen, u.a. auch im Sinne einer Performance-Optimierung.

Dieses Vorgehen ebnet der Unternehmens-IT den Weg in die digitale Transformation. Doch gleichzeitig erhöht sich damit die Komplexität, die damit einhergeht, verschiedene Provider auf konsistente Weise zu managen. Fallstricke lauern rund um Service-Level sowie das erhöhte Risiko eines Compliance-Verstoßes aufgrund einer mangelnden einheitlichen Regelsetzung. Nachteilig wirken sich auch höhere Kosten für Ressourcen und Personal aus, nicht zuletzt weil der Überblick über die Ausgaben nur mangelhaft oder schlicht gar nicht vorhanden ist.

Für die Unternehmen bedeutet dies eine doppelte Herausforderung: Zum einen versuchen sie, die traditionelle Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in die Cloud zu migrieren, um die Effizienz ihrer IT-Prozesse zu steigern und die Kosten zu optimieren. Zum anderen implementieren sie – unter dem Einfluss mobiler, sozialer, Big-Data- und IoT-getriebener digitaler Technologien – in und für die Cloud erstellte sogenannte Cloud-native Applikationen.

Auf diese Weise entwickeln sie sich in Richtung einer DevOps-Kultur, die zu schneller Innovation beiträgt. Wollen sie jedoch all diese Herausforderungen meistern, benötigen sie eine umfassende Plattform, die für das Multi-Cloud-Management ausgelegt ist und es im besten Fall vereinfacht.

Cloud-Management-Plattform (CMP)

Eine Cloud-Management-Plattform (CMP) ermöglicht das Management von Public-, Private- und Hybrid-Cloud-Umgebungen. Sie sollte Unternehmen jeglicher Größe eine ganzheitliche Sicht und Kontrolle über eine immer unübersichtlichere IKT-Infrastruktur eröffnen.

Worauf kommt es dabei an, und welche Funktionen muss sie bieten, um ihrem Anspruch gerecht zu werden?
In einem weit reichenden IT-Management-Ansatz erfasst eine solche Plattform unterschiedliche Ressourcen, sowohl im unternehmenseigenen Rechenzentrum als auch in den virtualisierten Infrastrukturen verschiedener Cloud-Services- Anbieter. Ihre Hauptbestandteile sind die Elemente Discovery, Visibility und Management. Ziel ist, die gesamte IT-Landschaft zu erfassen, sichtbar zu machen und zu managen – und Daten nicht nur zu sammeln, sondern im jeweiligen Kontext als aussagekräftige Informationen darzustellen.

„Im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten adressiert unsere CMP das Multi-Cloud-Management in einem Top-Down-Ansatz. Ausgangspunkt sind die Schwachstellen der CIOs. Uns war es daher wichtig, dass sich die IT-Ressourcen in gemischten On-Premise- und Cloud-Umgebungen nachvollziehbar sichtbar machen und grafisch darstellen lassen“, so Jens Leuchters, Regional General Manager Central & East Europe bei NTT Europe Ltd., Germany. „Wir wollen der IT-Umgebung die Komplexität nehmen. Bei Bedarf soll die gesamte Organisation mit der Plattform arbeiten können. Auch verfolgen wir eine bi-modale Strategie, denn nur wenige Unternehmen setzen auf eine hundertprozentige Cloud-Umgebung. Auf Basis historischer Daten prognostiziert das System die Nutzung und benachrichtigt, bevor Kosten überschritten werden.“

Dabei gewährt eine Self-Service-Management-Konsole den erforderlichen Einblick in umfangreiche Informationen rund um Status, Performance und Events innerhalb und im Umfeld der Infrastruktur. Dank eingebauter Kontrollelemente erfolgt eine unmittelbare Reaktion auf etwaige Ereignismeldungen. Flexibel lassen sich z.B. Ressourcen nach Anwendungen gruppieren und Abteilungen zuordnen, um die entsprechenden Kosten und eine ggf. umgebungs- und betreiberübergreifende Nutzung aufzuzeigen. Dank RBAC-Funktionalität (Role Based Access Control) können jedem Mitarbeiter Funktionen und Daten aufgaben- und rollenbasiert zugeordnet werden. Mit der Servicekatalog-Funktion können Unternehmen zudem bedarfsgerecht maßgeschneiderte Dienste erstellen.

Das Potenzial einer CMP erschließt sich zum einen, wenn Unternehmen mit unterschiedlichen IaaS-Anbietern zusammenarbeiten. Zum anderen wenn sowohl On-premise- als auch Legacy-Infrastrukturen sowie verschiedene Hypervisoren – beispielsweise von VMWare, Microsoft (Hyper V) oder auf Basis der Open-Source-Plattform OpenStack – einzubinden bzw. mehr als 50 physische oder virtuelle Server zu verwalten sind. Der Nutzer behält stets den Überblick über seine Workloads – ob sie sich nun im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud befinden. Zudem behält er die Kosten im Griff und kann alle genutzten Dienste über ihren vollständigen Lebenszyklus hinweg effektiv administrieren.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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