Ausweg aus dem Dilemma

Fitnessplan für die IT

Nahezu jeder Geschäftsprozess ist heute IT-abhängig. Gleichzeitig ist die IT-Infrastruktur ein erheblicher Kostenfaktor, weshalb die Zeichen oftmals auf Konsolidierung stehen. Doch die hauseigene IT-Abteilung ist damit meist überfordert – Methoden externer Dienstleister bieten einen Ausweg aus diesem Dilemma.

Fitnessmann, Bildquelle: iStockphoto.com/ivan101

Viele Unternehmen verfügen über gewachsene, komplexe IT-Landschaften. Diese sind zudem in vielen Fällen an einzelne Geschäftsbereiche oder Abteilungen gebunden. Die Folgen: Probleme mit unterschiedlichen Schnittstellen, inkonsistente Datenbestände, ein ineffizienter Einsatz von Ressourcen und letztlich höhere Kosten sowie eine niedrigere Flexibilität.

Laut einer Studie der Beratungs- und Marktforschungsgesellschaft Gartner lassen sich die Kosten für den Betrieb einer IT-Infrastruktur um bis zu 25 Prozent senken, wenn ein Unternehmen die Hard- und Softwarelandschaft konsolidiert, etwa mithilfe von Cloud Computing und Virtualisierung. Anbieter von Virtualisierungslösungen wie VMware, Citrix und Microsoft geben das Einsparpotential sogar mit bis zu 50 Prozent an. Die Kosten lassen sich zusätzlich senken, wenn Aufgaben wie die Verwaltung der IT-Infrastruktur und von IT-Services an externe Dienstleister ausgelagert werden – von Servicedesk-Diensten bis hin zum Betrieb ganzer Rechenzentren.

Viele Manntage – dürftige Ergebnisse

Doch die Konsolidierung einer bestehenden IT-Infra­struktur ist alles andere als trivial. Viele Unternehmen, selbst solche mit großen IT-Abteilungen, scheitern häufig daran. Ein Grund dafür ist, dass es häufig an grundlegenden Informationen mangelt, etwa wie viele Server und Speichersysteme tatsächlich benötigt werden, wo überflüssige Rechen- und Speicherkapazitäten vor sich hin schlummern, welche Systeme für künftige Anforderungen gerüstet sind und welche geschäftskritischen Anwendungen oder Prozesse mit welchen IT-Systemressourcen verknüpft sind.
Um eine IT-Infrastruktur ganzheitlich bewerten zu können, ist im ersten Schritt eine umfassende Analyse des Ist-Zustandes unabdingbar. Sie bringt Aufschluss darüber, inwieweit sich neue Technologien wie Virtualisierung und Cloud Computing in die Unternehmens-IT integrieren lassen.

Umfassendes Bild der Infrastruktur

Es bietet sich an, diese Evaluierung von einem externen Dienstleister vornehmen zu lassen. Dies hat mehrere Vorteile: Zum einen verfügen IT-Dienstleister über die entsprechende Expertise und Erfahrungswerte aus vielen Projekten, zum anderen ist die Gefahr der „Betriebsblindheit“ bei der Bewertung durch externe Fachleute ausgeschlossen. Desweiteren besteht keine Gefahr, dass die Evaluierung mangels personeller Ressourcen der hauseigenen IT-Abteilung scheitert oder unzureichende Resultate bringt.

Ein Manko beim Outsourcing der Analyse und Transformation einer IT-Infrastruktur an externe Dienstleister besteht darin, dass sich die meisten von ihnen auf manuelle oder erfahrungsgeleitete Modelle stützen und nicht auf einen automatisierten Transformationsansatz, wie ihn beispielsweise Tata Consult­ancy Services (TCS) mit iReadiness anbietet. Das Resultat: Der Anwender muss viele Beratertage ordern, die entsprechend Geld kosten.

Ein Framework für das IT-Infrastructure-Management wie iReadiness verkürzt die Assessments für die Analyse der Informationsinfrastruktur auf sechs bis acht Wochen, wobei nur zwei externe Mitarbeiter erforderlich sind. Das Resultat einer solchen Analyse ist ein umfassendes Bild der IT-Infrastruktur: An welchen Standorten welche Server, Speichersysteme, Netzwerkkomponenten und Applikationen im Einsatz sind, in welchem Umfang User diese Anwendungen und IT-Ressourcen nutzen und welche Geschäftsprozesse mit einzelnen Komponenten verknüpft sind. Auf Basis der Daten lassen sich individuelle Vorschläge für die Optimierung der IT-Systemlandschaft erarbeiten und auf Wunsch des Anwenders realisieren. Ein solcher Transformationsplan enthält Details zur technischen Projektumsetzung sowie Vereinbarungen zum zeitlichen Ablauf, zu Service Level Agreements (SLA) und zu Geschäftsprozessen, die für ein Unternehmen besonders wichtig sind.

Wie sich eine solche Methode in der Praxis einsetzen lässt, wird am Beispiel eines US-amerikanischen Herstellers von orthopädischen Produkten deutlich, der Niederlassungen in mehr als 25 Ländern unterhält. Das Unternehmen beauftragte TCS, eine Enterprise Cloud aufbauen. Zudem sollten Systeme und Daten aus der vorhandenen IT-Infrastruktur in eine virtualisierte IT-Umgebung überführt werden.

Nach einer Detailanalyse entwickelten Fachleute des Dienstleisters auf Basis der erwähnten Methode einen Migrationsplan und transferierten die Umgebung in eine Enterprise Cloud. Dabei wurden zwei VMware-ESX-Server mit zwölf Virtual Machines sowie 1,75 TByte Daten abgelöst. Zudem richtete der Dienstleister ein Load-Balancing-Konzept ein, um die Verfügbarkeit der Produktivsysteme zu erhöhen. Abschließend setzte er Managed Services auf Basis des ICC-Tool-Frameworks für die Cloud-Umgebung sowie die vorhandene dedizierte IT-Systeminfrastruktur auf. Für den Anwender hieß dies: Mithilfe der Methode konnte er die Grundlage für einen sauber strukturierten „Neustart“ seiner IT-Systemumgebung legen, was automatisierte und standardisierte Prozesse und verbesserte Service Levels mit einschließt.


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