„Wir fahren derzeit ca. 20 bis 30 parallele Projekte im Entwicklungsbereich“, berichtet Dr. Matthias Wegner, Senior Projektmanager bei der Testo AG.
IT-DIRECTOR: Herr Dr. Wegner, welche Bedeutung hat Multiprojektmanagement im IT-Bereich für Ihr Unternehmen?
M. Wegner: Je nach Hardwarenähe zum kundennutzbaren Endgerät ist in unserem Unternehmen das Multiprojektmanagement mehr oder weniger involviert. Je softwarelastiger das Thema ist, umso agiler ist die Projektdurchführungslogik bezüglich Scope-Erreichung. Je hardwarenäher ein Projekt ist, desto hybrider ist die Durchführungslogik, wodurch dann Meilensteine, Liefergegenstände (Verweis PMI) erforderlich sind.
IT-DIRECTOR: Wie viele IT-Projekte stemmen Sie parallel? Welche konkreten Projekte sind das?
M. Wegner: Wir fahren derzeit ca. 20 bis 30 parallele Projekte im Entwicklungsbereich. Diese reichen von einem einfachen Treiber, UI-Standards bis hin zu komplexen Embedded-Funktionslösungen.
IT-DIRECTOR: Welche Projektmanagement-Lösung (PM) kommt dabei zum Einsatz?
M. Wegner: Wir nutzen CA Clarity für die übergreifende Netz-, Termin- und Kostenplanung. Polarion ist unsere Lösung für das Anforderungsmanagement und die Testplanung inklusive Bugfixing.
IT-DIRECTOR: Welche Kriterien sollte die Software erfüllen und wie sind Sie bei der Auswahl des PM-Anbieters vorgegangen?
M. Wegner: Bei der Software-Auswahl steht bei uns weniger der einzelne Funktionsaspekt als vielmehr der für uns erreichbare bzw. erforderliche Nutzen im Vordergrund der Entscheidungsfindung. Auf dieser Basis wurden auch Clarity und Polarion als Lösungen ausgewählt.
IT-DIRECTOR: Wie gestaltete sich die Einführung der Lösung in Ihr Unternehmen? Welche Herausforderungen mussten Sie bewältigen?
M. Wegner: Letztlich gelten hier die Herausforderungen, wie wir sie aus anderen Projekten kennen. Die vielleicht wichtigste: Ist der operative Ablaufprozess nicht klar oder nicht optimal, so hilft auch kein Software-Tool. Da gilt das Motto: „A fool with a tool is still a fool“. Aber das liegt in aller Regel nicht am Unwillen der Mitarbeiter und Kollegen, sondern meist an mangelhafter Führung. Wir reden hier über Veränderungen von alten Gewohnheiten. Dieser Wechsel muss gut nachvollziehbar und unter Einbeziehung der Beteiligten vorbereitet und umgesetzt werden.
IT-DIRECTOR: Welche Vorteile haben Sie durch den Einsatz von Multiprojektmanagement?
M. Wegner: Ist die Multiprojektstruktur entsprechend geplant, so sind Kostentransparenz und ein Einblick in den kritischen Pfad gegeben. Diese Transparenz erleichtert uns die gesamtheitliche Steuerung des Projektportfolios und eine zielführende Unterstützung von Projekten – trägt also zum Erfolg der Projekte bei.
IT-DIRECTOR: Welche IT-Projekte raten Sie anderen Unternehmen,besser nacheinander durchzuführen?
M. Wegner: Was bedeutet hier „nacheinander“? Hat man kritische Ketten zwischen den Projekten, sollte der Work Breakdown zwischen den Projekten entsprechend detailliert und damit steuerbar gehalten werden. An diesem Punkt bietet es sich an, in kurzen Zyklen (zwei bis vier Wochen) die erwarteten Übergabeergebnisse zwischen den Projekten zu besprechen, um dann die weiteren Schritte aus Multiprojekt- und Ressourcensicht zu planen. Ob man hier strenger oder weniger streng sequentiell arbeitet, hängt davon ab, wie hoch die Prioritäten und der Zeitdruck der verschiedenen Projekte sind.