Der zEnterprise EC12 – neben Leistungssteigerungen und anderen Neuerungen zeigt das System ein ungewöhnliches Design.
Das jüngste Highend-System der Mainframe-Klasse verspricht im Vergleich zu seinem Vorgänger „50 Prozent mehr Gesamtleistung“, berichtet Andreas Wodtke, Vice President Systems & Technology Group, kürzlich vor der Presse in München. Über eine Mrd. Dollar habe man in Forschung und Entwicklung investiert, um das „bisher leistungsfähigste und technologisch am weitesten entwickelte Großrechnersystem von Big Blue“ auf den Markt zu bringen. Der „6-Core-Prozessorchip“ ist laut Roland Trauner, Brand Manager für das System z, der „weltweit schnellste kommerziell verfügbare Chip“. Er taktet mit 5,5 Gigahertz. „Bis zu 25 Prozent mehr Leistung“ sei pro Core geboten, erklärte Trauner, außerdem habe man auf den Chip „noch mehr Cache draufgepackt“.
Um der Kundschaft den Umstieg von den beiden letzten Modellen zu erleichtern, hat der Hersteller die Leistungsaufnahme nicht erhöht. Somit lässt sich bereits verfügbare Peripherie auch bei einem Umstieg auf den neuen Großrechner nutzen. Ein „doppelter Boden“ im Rechenzentrum ist zur Verkabelung und Kühlung nicht mehr erforderlich, der leistungsfähige Mainframe lässt sich erstmals von oben verkabeln, was gemäß Herstellerangaben den Interessen von Weltregionen mit heftigen Erdbeben sowie Schwellenländern entspricht.
Unter der Bezeichnung „Flash Express“ haben die IBM-Ingenieure in einer eigenen Schicht zwischen Prozessor-Cache und Hauptspeicher erstmals einen „nicht flüchtigen Speicher“ in Gestalt eines Solid State Drive (SSD) angeordnet. Mit diesem „Memory“ lassen sich Lastspitzen besser bewältigen, z.B. extreme Lastspitzen an Systemaktivität bei der Eröffnung von Finanzmärkten. Mit einem „manipulationsresistenten kryptografischen Koprozessor“ („Crypto Express4S“) hat der Hersteller zudem ein Werkzeug entwickelt, um Transaktionen und sensible Daten abzusichern. Der Kryptoprozessor soll künftig im Zusammenhang mit der Einführung hochwertiger digitaler Signaturen und intelligenter Ausweise sowie bei Onlinerechtsgeschäften eine gewichtige Rolle spielen.
Im Vergleich zum Vorgängermodell verträgt der zEC12 eine um 30 Prozent gesteigerte Leistung bei Analytik-Workloads. So können Anwender gleichzeitig komplexe Geschäfts- und Systembetriebsanalytik laufen lassen. Die Technologie für eine „annähernde Echtzeitsicht auf den Systembetrieb“ heißt zAware. Diese Software lernt von Systembotschaften, erkennt Muster, vermerkt Abweichungen und identifiziert ungewöhnliches Systemverhalten. Das System bietet Operatoren rechtzeitig alle Informationen, die notwendig sind, um präventive Maßnahmen ergreifen zu können.
Neben Banken und Börsen hat Big Blue weitere Branchen im Fokus. Dazu gehören vor allem Großstädte, Versicherungen und Krankenkassen. Auch Energieversorger, die aufgrund von „Smart Metering“ kontinuierlich mit einer gigantischen Datenmenge konfrontiert sind, sollen laut Andreas Wodtke bei dem Anbieter den passenden Großrechner finden.
Unabhängig von Branchen soll das neue System sowohl das reine Cloud Computing als auch das Hybrid Computing optimieren. Ein einzelnes zEC12-System weist die Kapazität eines Multiplattformrechenzentrums auf und eignet sich daher für Linux- und Windows-Konsolidierungsprojekte. Für das neue Modell gibt es keinen Listenpreis und die Preise variieren je nach individueller Ausstattung. Neben Setup- und Migrationsservices unterbreitet der Hersteller aber „maßgeschneiderte Finanzierungsangebote“.
Bildquelle: IBM