Neue Enterprise Services von Level 3

Großes Netzwerk, grüne Rechenzentren

Das Unternehmen Level 3 Communications erweitert sein Angebot um neue ­Dienstleistungen, die sogenannten „Enterprise Services“.

Weltkarte, Bildquelle: Gerd Altmann/pixelio.de

Seit der Gründung im Jahr 1998 hat Level 3 vorrangig Glasfaserkabel vergraben und unterhält nach eigenen Angaben das größte internationale Backbone für die IP-basierte Übertragung von Daten. Das „Intercity-, Metro- und Unterwasserglasfasernetz“ des Tier-1-Anbieters misst rund 265.000 Kilometer. Die Kabel verbinden drei Kontinente und zwischen den USA und Europa liegen mehrere Glasfaserkabel auf dem Boden des Atlantiks.

In Deutschland reicht das „Backbone“ von Level 3 von Hamburg über Düsseldorf, Frankfurt und München nach Berlin. Wer im Internet surft oder in einer Firma große Datenmengen überträgt, nutzt heute vielfach die Infrastruktur des Anbieters, ohne dies zu wissen. Denn die Kunden des Unternehmens sind bislang überwiegend regionale und überregionale Kabelnetzbetreiber (Tier-2- und 3-Anbieter), die als Kunden von Level 3 Firmen und Privatverbrauchern Internetanschluss, Telefonie und andere Leistungen verkaufen.

Ruinöser Wettbewerb

Nach Darstellung von Dennis Straub, Director Business Development, ist der Konkurrenzkampf zwischen den wenigen Tier-1-Kabelnetzbetreibern „wettbewerbsstark“ und „ruinös“. Level 3 profitiere von starkem Umsatzwachstum und müsse damit jährlich einem Preisverfall von 20 bis 30 Prozent „trotzen“. Besonders scharf sei der „Rüstungswettkampf“ in den Metropolen des „Algotrading“ (computergestützter Börsenhandel), zum Beispiel London. Hier werde monatlich veröffentlicht, wer die Börsenkurse mit der geringsten Verzögerung in Milli- oder sogar Mikrosekunden zu übertragen wisse, sagte Straub bei einem Pressegespräch in München.

Vor diesem Hintergrund bemüht sich Level 3, neue Geschäftsfelder zu erschließen und insbesondere mehr Dienstleistungen für Unternehmen zu bieten. Ein neuer Investitionsschwerpunkt liegt im Ausbau der Rechenzentren. Zwei seien bereits als „grüne Data Center“ zertifiziert, so Dennis Straub. Allerdings habe man Greenpeace nicht als Kunden gewinnen können, da nicht alle Rechenzentren „grün“ seien, erklärte der für Deutschland und Osteuropa verantwortliche Geschäftsentwickler.

Stellfläche, Strom und Services

Als neue Kunden möchte Level 3 große und mittlere Unternehmen aus Metropolen gewinnen. Man will  Firmen ansprechen, die Übertragungsbandbreite sowie Stellflächen und Strom in einem Rechenzentrum benötigen. Als Beispiele nennt Straub einen Anbieter von Cloud Computing für Endnutzer oder Fluglinien mit vielen Onlinebuchungen sowie TV-Unternehmen mit großer Mediathek. Das Level-3-Portfolio für Firmen umfasst unter anderem Virtual Private Network Services und die Beschleunigung von Internetseiten. Außerdem kann ein Kunde Storage Area Networking Services sowie Managed Services in Anspruch nehmen. Einer der neuesten Kunden ist der Nachrichtensender N24. Laut Pressetext schickt sich der Sender an, „die Effizienz und Leistung seiner Webseite zu steigern“.

Bildquelle: Gerd Altmann/pixelio.de

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