Offline wie online ein Ärgernis: unerwünschte Werbung
“Unterschreiben Sie bitte Ihren neuen Krankenversicherungsvertrag.” - “Extra für Sie haben wir viele Produkte stark im Preis reduziert.” - “ Wenn Sie nicht auf unseren Service verzichten möchten, bestätigen Sie bitte hier Ihre Daten.” Drei Beispiele für der unerwünschten E-Mail-Werbung (Spam) und zwar nur auf Deutsch.
Die englischsprachigen Beispiele sind noch zahlreicher. Auf der Mailadresse eines durchschnittlich aktiven Internetnutzers trudeln pro Woche sicher gut hundert überflüssige, nervende und teils sogar gefährliche Werbemails ein. Ein kleiner Teil solcher Mails hat Anhänge mit Schadprogrammen dabei, doch es gibt auch Spam mit Links zu virenverseuchten Webseiten.
Das Magdeburger AV-Test Institut hat über einen Zeitraum von 18 Monaten insgesamt 550.000 als Spam klassifizierte Mails näher untersucht. Fast 14.000 dieser Mails enthielten Malware, das sind etwa 2,5 Prozent. Da mehr als 30.000 der untersuchten Mails einen Anhang enthielten, war also etwa jeder Dritte dieser Anhänge verseucht.
Neben Spam mit Schadprogrammen sind vor allem Phishing-Mails ein Ärgernis. Sie fangen mit gefälschten Bankseiten Passwörter ab. Die Absender solcher Mails haben leider immer wieder Erfolg und sorgen bei den Opfern für ein leer geräumtes Konto. Spam und Phshing gelten inzwischen als die größten Probleme bei der Kommunikation mit E-Mails.
Dabei sind die typischen Quellen von Spam-Mails druchaus bekannt. Nach einer Untersuchung der niederländischen Universität Twente stammen etwa die Hälfte des weltweiten Spams lediglich von rund 20 Internetprovidern aus Nigeria, Indien, Vietnam und Brasilien.
Doch trotz aller Gegenmaßnahmen gibt es keine Aussicht auf Besserung. Das Problem verschärft sich offenbar in diesem Jahr, hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco festgestellt. Er stützt sich dabei auf eine aktuelle Umfrage unter 245 IT-Experten, nach der sich die Spam-Erkennung derzeit wieder verschlechtert gegenüber dem Vorjahr.
„Nachdem vor einem Jahr 62 Prozent der damals befragten Fachleute mit der Erkennung von Spam weitestgehend zufrieden waren, vertreten derzeit nur noch 54 Prozent die Auffassung, dass belästigende Werbung gut genug automatisch erkannt und wegsortiert wird“, erklärt Dr. Kurt Brand, Leiter der eco Kompetenzgruppe Sicherheit.
Nach Analyse des Verbands hat zwar das Gesamtvolumen an unerwünschten E-Mails in Deutschland während der vergangenen Jahre merklich abgenommen. Jedoch haben die Werbeversender in der gleichen Zeit eine deutlich höhere Professionalität entwickelt. Ihre Sendungen schlüpfen vermehrt ungehindert durch die Spam-Filter hindurch.
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