13.07.2017 Neue Geschäftsmodelle und Risiken

Herausforderung Cloud-Transformation

Von: Martin Klapdor

Cloud Computing verschlankt Prozesse und ermöglicht neue Geschäftsmodelle, bringt jedoch auch gewisse Risiken mit sich. Um die Cloud erfolgreich zu nutzen, ­müssen Unternehmen wissen, wie sie das volle Potential ausschöpfen und Störungen vermeiden können.

Cloud-Anwendungen werden immer „hungriger“ und benötigen mehr Bandbreite.

Eine Studie von McAfee ergab, dass mittlerweile 93 Prozent aller Unternehmen weltweit Cloud-Dienste in irgendeiner Form beziehen. Das Vertrauen in die Technologie wächst, denn die Vorteile überzeugen: IT-Ressourcen wie Infrastruktur oder Software lassen sich so bedarfsgerechter konfigurieren. Darüber hinaus entsteht das Potential für neue Geschäftsmodelle, die Benutzerfreundlichkeit und Skalierbarkeit in den Vordergrund stellen. Allerdings bringt die Cloud neben ihren Vorteilen auch Risiken mit sich.

Denn häufig beeinträchtigen Sicherheitsrisiken und Performance-Probleme eine erfolgreiche digitale Transformation. Kommen zur unternehmenseigenen IT-Infrastruktur noch externe Cloud-Strukturen hinzu, wird die Infrastruktur komplexer und Fehler – z. B. durch einen fehlgeschlagenen Datenaustausch oder beschädigte Daten – werden wahrscheinlicher. Laut einer IDC-Umfrage sind Performance-Probleme von Cloud-Services für 31 Prozent der Befragten Gründe, sich gegen ihre Nutzung zu entscheiden. Um mögliche Kettenreaktionen zu vermeiden, die schlimmstenfalls zu Service-Ausfällen führen, sollten Unternehmen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen allen Komponenten kennen. Dafür müssen sie sich einen umfassenden Blick über interne und externe Strukturen verschaffen – Unterstützung liefert dabei beispielsweise Netscout. Damit verringern sie einerseits das Ausfallrisiko und verhindern andererseits, dass Fehler die Servicequalität beeinträchtigen.
Doch genau hier liegt die Herausforderung einer erfolgreichen Cloud-Transformation. Denn meist haben Unternehmen wenig Einblick in ihre Prozesse.

Häufig müssen sie sich darauf verlassen, dass der Cloud-Anbieter die versprochene Leistung erbringt. Unabhängigkeit schafft ein umfassendes Monitoring, das alle ablaufenden Prozesse und Systemkomponenten, interne wie externe, analysiert und überwacht. Damit können Unternehmen die Qualität der genutzten Cloud-Services selbst gewährleisten. Wichtig ist es, den Traffic in Echtzeit zu beobachten. Nur so können Fehler und Probleme, die zu Beeinträchtigungen oder Ausfällen führen können, rechtzeitig erkannt werden. Die Monitoring-Daten helfen ebenso bei der Wiederherstellung von Services und bei der Beseitigung von Störungen, noch bevor der Nutzer etwas merkt.

Ein Cloud-Monitoring verschafft noch einen weiteren Vorteil: Neben der genauen Fehlerursache lassen sich so auch Verantwortlichkeiten feststellen. Denn mit den richtigen Tools können Störungen genau lokalisiert und Fehler auch außerhalb des eigenen Rechenzentrums identifiziert werden. Sind externe Ressourcen schuld am Systemausfall? Falls ja, können Unternehmen gegebenenfalls Ansprüche geltend machen.

Cloud-Dienste verändern sich laufend


Allerdings reicht es nicht aus, Prozesse und Komponenten nur zu überwachen. Monitoring-Werkzeuge müssen weiterentwickelt werden, denn die Cloud-Transformation ist nicht mit einem Schritt getan. Neue Services werden erst nach und nach eingeführt und auch die Nutzung verändert sich mit der Zeit.

Zudem werden Cloud-Anwendungen immer „hungriger“ und benötigen mehr Bandbreite. Deswegen müssen Unternehmen dafür sorgen, dass Monitoring und Infrastruktur entsprechend mitwachsen. LTE ist noch immer nicht überall verfügbar, aber für viele Anwendungen schon nicht mehr ausreichend, so z. B. für das autonome Fahren oder Programme, die auf Location-Daten zurückgreifen müssen. 5G heißt der nächste Schritt – doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen Unternehmen aufrüsten und die Voraussetzungen für die Cloud-Infrastruktur der Zukunft schaffen. Cloud Computing spielt ohne Zweifel eine zentrale Rolle für Unternehmen, die sich erfolgreich digital transformieren und mit der Konkurrenz mithalten wollen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 06/2017. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Sie sollten sich allerdings unbedingt vor der Einführung neuer Cloud-Services mit den Folgen befassen. Sie müssen sich auf etwaige Probleme vorbereiten und in der Lage sein, flexibel auf Störungen zu reagieren. Denn wurden Cloud-Dienste einmal eingesetzt, entwickeln sie sich stets weiter. Es müssen Maßnahmen erdacht werden, wie die Servicequalität für Nutzer und Mitarbeiter, die von überall auf Anwendungen zugreifen wollen, erhalten werden kann. Ein Monitoring kann die Lösung sein, mit der es Unternehmen gelingt, mit dem rasanten technischen Wandel mitzuhalten.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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